Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Einführung

Die auf den folgenden Seiten beschriebene 612 Kilometer (inkl. Fährstrecken) lange Radtour beginnt in der Stadt Bodø in Mittel-Norwegen und führt über die Inselketten der Lofoten und Vesterålen in nördlicher Richtung nach Tromsø in Nordnorwegen.

Insbesondere der Abschnitt über die Lofoten dieses nicht ausgeschilderten Radweges gehört zu den schönsten (und beliebtesten) Radtouren Norwegens, aber auch die übrigen Abschnitte dieses Radweges sind überaus reizvoll.

Norwegischer Radweg 1Unsere Wegeführung von Bodø nach Tromsø ist identisch mit der norwegischen Nationalen Fahrradroute 1 (Kystruta), die entlang der gesamten Küste von Bergen nach Kirkenes geht. Der Abschnitt von Trondheim bis Kirkenes wird auch als Nationale Fahrradroute 1C bezeichnet. Wegen der enormen Länge haben wir den Abschnitt 1C in die Abschnitte 1-3 bis 1-7 aufgesplittet, 1-5 bezeichnet die Strecke von Bodø nach Tromsø.

Eurovelo 1Die Streckenführung ist zudem identisch mit der des Eurovelo 1. Eurovelo 1 ist die sogenannte Atlantic Route. Sie beginnt in Portugal und geht ständig entlang der Atlantikküste entlang bis zum Nordkap. Ausgeschildert ist der Eurovelo 1 in diesem Abschnitt jedoch nicht.

Streckenverlauf der Radtour

Wir starten in Bodø mit einer mehrstündigen Fahrt über das Meer zu den westlich der Küstenlinie vorgelagerten Lofoten. Die Inselkette der Lofoten besteht aus sehr steilen Felsformationen, die oftmals unmittelbar aus dem Meer aufsteigen und hinter jeder Straßenbiegung neue phantastische Blicke freigibt. Einzigartig ist das Licht auf den Lofoten. Wer das Glück hat, die Lofoten bei schönem Wetter zu befahren, wünscht sich nie an ein Ende der Radtour zu gelangen.

Unser Radweg quert die Lofoten von Süden nach Norden und die sich anschließenden Inseln der Vesteralen bis zu ihrem nördlichsten Punkt in dem Ort Andenes. Von hier geht es nur weiter mit einer kleinen Fähre, die ausschließlich in den Sommermonaten verkehrt und uns nach Gryllefjord auf der Insel Senja bringt. Nun ist nicht mehr sehr weit bis zum Ziel Tromsø.

Die Lofoten

Die Lofoten sind eine Archipel von etwa 80 Inseln, die sich wie eine Perlenkette von Nordosten nach Südwesten aneinander reihen. Die beiden südlichsten Inseln Røst und Værøy können nur per Fähre erreicht werden. Die übrigen Inseln sind über eine Kette aus Brücken und Tunneln miteinander verbunden. Austvågøy ist die Hauptinsel.

Herausragendes Merkmal der Lofoten sind die außerordentlichen schroffen, oftmals fast senkrecht aus dem Meer aufragenden Felsformationen, die in der Regel 800 bis 1200 Meter hoch sind. Bereits vom Festland aus kann man bei klarer Sicht die 120 Kilometer lange Gebirgskette gut erkennen, die sich wie eine Wand aus dem Meer erhebt. Die Straßen verlaufen überwiegend direkt an der Küste und haben meist wenig Steigungen. Das macht die Lofoten zu einem wahren Radlerparadies. Doch auch für Wanderer und Kletterer sind sie ein absolutes Traumziel.

Die von Narvik kommende Europastraße 10 stellt die Hauptverbindungslinie dar. Im Laufe der Jahre ist sie beständig weiter ausgebaut worden, nicht zuletzt um dem kontinuierlich anwachsenden Touristenstrom mit vielen Wohnmobilen ein rasches Vorankommen zu ermöglichen. Für uns Tourenradler heißt dies, die E10 möglichst zu meiden. Leider gibt es auf den schmalen und steilen Inseln oft keine Alternative.

Insbesondere auf den schmalen Sträßchen abseits der E10 kann man abseits des Verkehrs liebliche Buchten umrunden und hinter jeder Biegung neue Eindrücke sammeln.

Die Vesterålen

Nördlich der Lofoten schließt sich die Inselgruppe der Vesterålen an. Die Landschaft ist weniger spektakulär und die Berge sind überwiegend nicht so steil und schroff wie auf den Lofoten. Deswegen stehen sie touristisch auch nicht so im Vordergrund und sind nicht zuletzt aus diesem Grund eine Radtour wert.

Die wichtigsten Inseln der Vesterålen sind Andøya, Langøya, Skogsøya, Hadseløya, der westliche Teil von Hinnøya sowie der nördliche Teil von Austvågøya.

In Nord-Südrichtung beträgt die Ausdehnung der Vesterålen 150 km.

Landschaftlich sind die Vesterålen sehr abwechslungsreich. Auch hier erheben sich steile Berge direkt aus dem Meer, es gibt sogar einsame, weiße Sandstrände, aber auch Fjorde, Schären, Flüsse und Seen, Moore, einsame Gebirgstäler und kleine Hochebenen. Der höchste Berg ist mit 1262 Metern der Møysalen auf der Insel Hinnøya.

Wir befahren die Vesterålen bis zu ihrem nördlichsten Punkt, der Ortschaft Andenes, und werden auf dieser Strecke ihren eigenen Reiz kennenlernen, der so ganz anders ist als auf den Lofoten.

Die Insel Senja

Senja liegt nordöstlich der Vesterålen. Sie ist durch so schmale Meeresarme vom Festland getrennt, dass sie auf den ersten Blick gar nicht als Insel erkannt wird.

Die Landschaft auf Norwegens zweitgrößter Insel (1600 Quadratkilometer) Senja ist einfach atemberaubend schön. Schroffe Berge und Gebirgszüge mit bis zu 1000 Meter Höhe und grüne Täler wechseln sich ab. Mit seiner Schönheit kann es Senja mit den Lofoten aufnehmen. Nur ist die dünn besiedelte Insel bisher kaum vom Tourismus entdeckt worden. Es gibt praktisch keinen Autoverkehr - ein Paradies zum Radfahren, wenn das Wetter mitmacht.

Auf Senja erwarten uns eine Vielzahl von Tunneln und einige steile Pässe. Die Tunnel sind alle für Radfahrer freigegeben. Einige Tunnel sind kilometerlang und mit 8% sehr steil. In Fahrtrichtung unserer Tour geht es zum Glück immer abwärts durch die Tunnel.

Bild: Karte zur Radtour von Bodø nach Tromsø
Lofoten
Bild: Lofoten

Übersichtstabelle zur Radtour

Merkmal des Radweges Beschreibung
Name des Radweges und Radwegezeichen

Eurovelo 1Eurovelo 1. Nationale norwegische Radroute 1 (von Ifjord bis Kirkenes). Keine Beschilderung vor Ort.

Länder Norwegen
Start, Ende Bodø, Tromsø
Länge des Radweges 638 Kilometer mit Fährverbindungen, 481 Kilometer ohne Fährstrecken
Höhenmeter steigend 3927 Meter
Höhenmeter fallend 3834 Meter
Durchschnittliche Steigung 1,5 % mit Berücksichtigung der Fährstrecken
Durchschnittliches Gefälle 2,4 % mit Berücksichtigung der Fährstrecken
Wegeführung und Verkehr Radweg geht über Autostraßen ohne separate Radspur. Verkehr überwiegend sehr gering.
Wegebelag Asphalt
Zimmerangebot Abstand bis zu 70 Kilometer mit Berücksichtigung der Hütten auf Campingplätzen (ohne Fährstrecken)
Campingplätze Abstand bis zu 70 Kilometer (ohne Fährstrecken)

Übernachtungsmöglichkeiten

Die Übersichtskarte am Beginn dieser Seite stellt alle Übernachtungsmöglichkeiten während der Radtour von Bodø nach Tromsø dar. Auf dem Abschnitt von Gryllefjord über die Insel Senja bis nach Tromsø gibt es nur sehr wenige Campingplätze und Hotels. Mit einer guten Planung der Tagesetappen können auch in diesem Bereich abends Campingplätze erreicht werden. Darüberhinaus finden sich einige gute Stellen für Naturcamping.

Auf den Lofoten ist das Zelten in der Natur auf Grund der steilen Berge schwierig. Die ebenen Stellen werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Etwas einfacher ist es, auf den Vesterålen in der Natur zu zelten, da die Berge dort nicht ganz so steil sind.

Anfahrt

Öffentliche Verkehrsmittel

Bodø ist der zentrale Verkehrsknoten in Mittel-Norwegen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es folgende Möglichkeiten zur Anreise nach Bodø:

  • mit dem Flugzeug vom direkt an der Stadt liegenden Flughafen,
  • mit der Eisenbahn, da hier die von Oslo über Trondheim nach Norden gehende Eisenbahnstrecke endet,
  • mit dem Hurtigruten-Schiff, mit dem die norwegische Küste von Bodø aus nach Norden und Süden befahren werden kann. In nördlicher Richtung ist die auf den Lofoten-Inseln liegende Stadt Svolvær die nächste Station der Hurtigruten.
  • Mit Fernbussen, die von Bodø weiter nach Norden und Süden fahren.

Fahrrad

Von Süden kommend erreicht man Bodø über die Radtour 1-4 von Trondheim aus (siehe Übersichtskarte Norwegen).

Reisezeit

Hauptreisezeit ist sicherlich der Sommer mit 24 Stunden Helligkeit. Im Sommer kann es so warm werden, dass man gerne die herrlichen Sandstrände der Lofoten zum Baden nutzt - Karibikfeeling iom hohen Norden. Während der Wintermonate sind die Lofoten und Vesterålen ganz gut befahrbar.Jedoch muss man mit Schnee und starkem Wind rechnen und nicht zuletzt der ca. 4 Wochen dauernden Polarnacht. Die Fähre von Andenes auf der Nordspitze der Vesterålen nach Gryllefjord verkehrt nicht im Winter. Als Alternative bietet sich in dieser Zeit an, über Harstad weiter nach Norden zu fahren.

Karten

Für diese Radtour empfehlen wir die Cappelen Karten Nummer 4 und 5, Mittel-Norwegen und Nord-Norwegen, vom Verlag Kümmerly+Frey.

Höhenprofil der Radtour

In der Abbildung am unteren Ende der Seite ist das Höhenprofil für die Radtour von Bodø nach Tromsø dargestellt.

Auf Grund der großen Distanz, die in dem Höhenprofil abgebildet ist, wirken die Anstiege recht steil. Auf den Lofoten und Vesterålen erwarten den Radler keine großen Herausforderungen in Form von steilen Anstiegen. Die beiden Pickse von ca. 130 und 160 Metern lassen sich gut bewältigen. Interessant ist, dass das Höhenprofil sogar in den negativen Bereich geht. Dabei handelt es sich um einen Tunnel unter einer Meerenge auf den Lofoten.

Der erste Anstieg nach Gryllefjord ist ab Ende 2013 durch einen Tunnel ersetzt. Die weiteren Bergfahrten haben es jedoch in sich. Der Pick mit 288 Metern Höhe fordert uns mit einer langen Steigung ohne Kurven mit mindestens 8% und anschließender Talfahrt durch einen Tunnel.

GPS-Navigation

Download GPX-Track (2480 Track-Punkte) oder Download GPX-Track (499 Track-Punkte) von Bodø nach Tromsø für Garmin-Navis (Klick mit rechter Maustaste, dann "Ziel speichern unter ...").

Höhenprofil Bodö-Tromsö
Bild: Höhenprofil zum Radweg von Bodø nach Tromsø (—»)