Touren-Wegweiser für Radfahren, Wandern und Autoreisen

Touren-Wegweiser

Auf dieser Seite:

Norwegen, Radweg 1-5, Küstenweg, Bodø - Tromsø


Abschnitt:

Finnsæter - Botnhamn

Krokelvdalen, Straumsbotn, Norwegen
Bild: Auffahrt über die 862 zum Skalandtunnel. Unten liegt der Straumsbotn.
Bild: Blick vom Husfjellet auf Steinfjord
Bild: Blick vom Husfjellet auf Steinfjord.
Bild: Der Berg Segla mit dem Ort Fjordgård links unten
Bild: Der Berg Segla mit dem Ort Fjordgård links unten

Einführung

Wir beschreiben auf dieser Seite einen 63 Kilometer langen Abschnitt eines Radweges durch Norwegen über die Insel Senja von Finnsæter zur Fähranlegestelle Botnhamn. Er ist Teil einer Radtour von Bodø nach Tromsø. Eine Übersicht zu allen Seiten der Radtour ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Radtour von Finnsæter nach Botnhamn

Eurovelo 1Norwegischer Radweg 1Unsere Wegeführung ist identisch mit der norwegischen Nationalen Fahrradroute 1 (Kystruta) und dem Eurovelo 1 (Atlantic Route). Eine Karte zur Radtour ist am Ende der Seite abgebildet.

Vom Finnsæter aus radeln wir in südlicher Richtung entlang des Meeresarms Straumen. An einer Engstelle quert der RV86 den Straumen auf einer Brücke und folgt dem Meeresarm auf dem nördlichen Ufer ins Landesinnere. Etwa 600 Meter nach der Brücke zweigt scharf links eine Piste ab und führt zur weiten Bucht Morrvika. Dort könnt ihr wunderbar auf einer Wiese zelten. Die gut befahrbare Piste führt noch einige hundert Meter bis zu einer Trafostation. Dort findet ihr einen kleinen Bach.

Die Straße 86 ist nun recht breit ausgebaut, der Meeresarm heißt nun Straumsbotn. Da er nur über eine schmale Stelle mit dem Meer verbunden ist, wirkt der Straumsbotn eher wie ein großer See.

Auf halber Länge des Straumsbotn biegt nach links, nach Norden, die Straße 862 ab, der wir durch das Krokelvdalen nach Westen folgen. mit 8 bis 9% steigt die Straße kontinuierlich von Meereshöhe bis auf 289 Meter Höhe an. Bei uns fließt der Schweiß in Strömen, keine Kurve oder Kehre unterbricht den Anstieg. Unangenehme Bremsen umkreisen uns und suchen nach einer günstigen Gelegenheit für einen schmerzhaften Biss.

Vier Kilometer arbeiten wir uns hoch, bis wir endlich oberhalb des Krokelvvatnet den Eingang in den Skalandtunnel erreichen.

Skalandtunnel, Norwegen
Bild: Skalandtunnel

1890 Meter lang ist der Skalandtunnel. Im Tunnel geht es ca. 150 Höhenmeter mit etwa 7% steil abwärts. Gut, dass wir nicht in Gegenrichtung unterwegs sind! Trotz der Beleuchtung haben wir kaum Sicht. Auf Grund der Temperaturdifferenz ist es im Tunnel ziemlich neblig und arg kalt.

Auf der anderen Seite des Tunnels erreichen wir das Tal Botnelva mit dem Botnvatnet. Es geht weiter steil abwärts bis zum Bergsbotn auf Meereshöhe. Auf halber Strecke passieren wir einen futuristisch gestalteten Aussichtpunkt. Die Holzkonstruktion, die wie eine Sprungschanze für Skater aussieht, ragt über den Steilhang hinaus ins Leere. Der Blick aus Vogelperspektive auf den Bergsbotn mit seinen umgebenden 700 Meter hohen Bergen ist atemberaubend und lohnt einen Stop.

Die 862 geht weiter auf der Nordseite des Bergsbotn in Richtung offenes Meer. Kurz vor dem Ort Skaland biegt sie scharf nach rechts den Berg hinauf ab.

Wanderung von Skaland auf das Husfjellet

Von Skaland aus könnt ihr eine einfache Wanderung auf den 635 Meter hohen Aussichtsberg Husfjellet unternehmen. Die 4 Kilometer lange Tour beginnt am Supermarkt von Skaland. Anfangs geht es über einen breiten Weg zu zwei Hütten, dann über einen Pfad durch Birkenwald zu einer kleinen Anhöhe. Nach einem kurzen Abstieg oberhalb der Baumhöhe folgt ein ca. 200 Meter langes Sumpfgebiet in einer Hochebene. Leider versinken die ausgelegten Holzplanken beim Betreten teilweise im Morast. Es bilden sich Pfade drumherum, die allmählich zu einer großflächigen Zerstörung des Feuchtgebietes führen. Anschließend geht es zunehmend steiler werdend durch etwas anstrengendes steiniges Gelände hoch zum Gipfel des Husfjellet. Der Berg fällt nach Osten in Richtung Ersfjord fast senkrecht ab. Es bietet sich ein toller Rundumblick auf wildgezackte Berge mit den aberwitzigsten Formen.

Weiterfahrt von Skaland

50 Höhenmeter führt die 862 steil den Berg hinauf und verschwindet dann im 1265 Meter langen Steinfjordtunnel. Auch in diesem Tunnel geht es wieder steil abwärts.

Auf der anderen Seite des Steinfjordtunnels erreichen wir den kleinen, von hohen Bergen umgebenen Steinfjord. Am Ende des Fjords liegt links unterhalb der Straße ein Rastplatz mit Tischen und Bänken, der auch sehr gut zum Zelten genutzt werden kann.

Die 862 folgt der Ostseite des Steinfjords. Für einige hundert Meter können wir alternativ auf ein ganz schmales Sträßchen abbiegen, das unmittelbar am Wasser durch den Ort Steinfjord führt und uns einige Höhenmeter erspart.

Wir umrunden eine Halbinsel, die mit einer regelrechten Spitze im Meer endet. Auf der Spitze liegt ein Rastplatz mit einer öffentlichen Toilette (!) und einem Betonweg hinunter zum Meer.

An der Spitze der Halbinsel biegen wir in den Ersfjord ein. Auf der anderen Seite des Meeresarms begrenzen 500 Meter hohe, steil ins Meer abfallende Felsnadeln den Fjord. Die 862 führt ganz in den kleinen Ersfjord hinein, an dessen Ende der gleichnamige Weiler Ersfjord liegt. Am Ende des Fjords wird es ganz flach, die Straße geht durch eine sandige, locker mit Gras bewachsene Ebene, die sich zum Naturcamping eignet. Durch das flach auslaufende Tal am Ende des Ersfjord mäandriert der Bach Geitskarelva.

Nur wenige hundert Meter radeln wir ohne nennenswerten Anstieg in das Tal hinein und erreichen dann den Geitskartunnel. Mit 2147 Metern ist er der längste dieser Etappe.

Auf der anderen Seite des Tunnels liegt der Hopsvatnet. Der Name Vatnet lässt auf einen See schließen, tatsächlich handelt es sich um einen kleinen Seitenarm des Mefjorden. Eine 6 Kilometer lange Stichstraße führt über den Fischerort Senjahopen nach Mefjordvær am Ende der Straße.

Wir bleiben jedoch weiter auf der 862. Stellenweise fallen die Berge unmittelbar bis in den Fjord und müssen durch kurze Tunnel unterquert werden. Mit 920 Meter ist der Breitindtunnel der längste Tunnel am Mefjord. Nach dem Breitindtunnel ist der innerste Zipfel des Fjords erreicht. Die Straße 862 steigt nun am Ende des Mefjords 125 Höhenmeter steil an. Oben, unmittelbar hinter der Passhöhe erreichen wir den See Mefjordvatnan. Einen Kilometer vor dem Mefjordvatnan zweigt links eine sechs Kilometer lange Stichstraße nach Fjordgård ab.

Abstecher nach Fjordgård

Der Ort Fjordgård liegt am westlichen Ufer im mittleren Bereich des Ørnfjords. Eine schmale 6 Kilometer lange Stichstraße führt entlang des Ørnfjords zu dem Fischerort. Zwei sehr lange einspurige Tunnel - der 2284 Meter lange und nur 3 Meter breite Fjordgårdtunnel und der 870 Meter lange und ebenfalls 3 Meter breite Ørnfjordtunnel - sind auf dem Weg nach Fjordgård zu durchfahren. In den Tunneln gibt es Ausweichbuchten für den Fall von Gegenverkehr, der allerdings eher selten auftritt.

Die Attraktion von Fjordgård ist der westlich vom Ort 650 Meter hoch steil aufragende Berg Segla.Vom gegenüberliegenden Hesten aus betrachtet präsentiert sich der Segla wie ein vom Wind aufgeblasenes Segel. Wer die beschwerliche und nicht einfache Besteigung des Segla macht, sieht also die markante Form überhaupt nicht. Die Tour auf den Segla beginnt ebenfalls in Fjordgård.

Wir bescheiben nachfolgend den 2 Kilometer langen Aufstieg zum Hesten. Wir folgen vom Wanderparkplatz aus der Ausschilderung zum Hesten. Anfangs wandert ihr über eine Skipiste im Kiefernwald, dann durch offenes Fjell stetig aufwärts bis zu einer Verzweigung des Pfades. Links geht es zum Sattel zwischen Segla und Hesten, rechts zu einem Sattel zwischen den Bergen Hesten und Stavelitippen hinauf. Wir empfehlen, links zum Sattel Segla-Hesten einzuschwenken. Bis zum Sattel ist der Pfad noch einfach und wenig anstrengend zu gehen. Auf der westlichen Seite des Sattels fällt es atemberaubend steil, fast senkrecht, hinunter zum Mefjord ab. Der Pfad führt nun entlang des Steilhangs mit wenigen Metern Abstand zum Abgrund steil aufwärts zum Hesten. Wir empfehlen, diesem Pfad soweit es euch möglich ist, zu folgen. Den besten Blick auf das Segel des Segla habt ihr vom Gipfel des Hesten oder auch von knapp unterhalb des Gipfels. Vom Sattel aus ist das Segel kaum als solches zu erkennen. Je weiter ihr nach oben geht, umso besser ist der Blick. Sehr beeindruckend ist der fast senkrechte Absturz zum Mefjord mit dem Blick über den Fjord nach Mefjordvær und die sich westlich anschließenden Berge.

Der Pfad führt nicht weit unterhalb des Hestengipfels entlang, zum Gipfel geht es kurz steil und mit etwas Klettern hinauf. Ihr könnt auch auf dem Pfad unterhalb des Gipfels weiter zum nächsten Sattel zwischen Hesten und Stavelitippen bleiben. Rechts vom Pfad fällt der Pfad steil ab, teils ist der Pfad felsig, ein wenig geht es auch durch Wiese. Tief unten seht ihr den bereits zurückgelegten Weg zum Sattel am Fuße des Segla.

Wenn ihr den Sattel zwischen Hesten und Stavelitippen erreicht, könnt ihr auch den Stavelitippen noch besteigen oder direkt steil hinunter zur Verzweigung des Hinweges absteigen und dann auf dem selben Weg zurück nach Fjordgård gehen.

Weiterfahrt vom Abzweig Fjordgård auf der 862

Vor dem Mefjordvatnan gibt es Möglichkeiten zum Naturzelten. Hinter dem zweiten See, dem Skiftingsvatnet, geht es wieder runter zum nächsten Fjord, dem Stønnesbotn. Am Stønnesbotn verzweigt sich die Straße.

Nach rechts biegt die 861 ab. Die 861 führt weiter nach Finnsnes mit Schnellbootverbindung nach Tromsø.

Unser Radweg folgt jedoch weiter der 862 entlang des Stønnesbotn nach Norden. Hier sind die Berge nicht mehr so steil und auch nur noch 200 bis 300 Meter hoch.

Abstecher nach Husøy

Nach nur drei Kilometern auf der Straße nach Botnhamn zweigt links eine geteerte Stichstraße zum 12 Kilometer entfernten Ort Husøy ab. Radfahrern können wir diesen Abstecher nicht empfehlen, da die Straße von Meeresniveau auf einen 220 Meter hohen Pass hinauf führt und nach dem drei Kilometer langen Riventunnel sehr steil hinab nach Husøy auf Meereshöhe abfällt. Der Ort Husøy quetscht sich auf eine ovale Insel im Øyfjord, die durch einen 300 Meter lange Brücke mit dem Festland verbunden ist. Von hier habt ihr einen Blick auf Fjordgård am westlichen Ufer des Øyfjords mit dem markanten Berg Segla. Weder die Anfahrt noch Husøy lohnen - auch für Autofahrer - unseres Erachtens den Abstecher nicht. Wer von Norden kommt und hier den ersten Eindruck von der wilden Bergweld Senjas gewinnt, wird sicher beeindruckt sein, aber die zuvor beschriebenen Abstecher sind lohnender und können auch mit interessanten Wanderungen verbunden werden.

Weiterfahrt nach Botnhamn

Ohne Steigungen erreichen wir den Ort Botnhamn. Hier gibt es einen Supermarkt und die Anlegestelle für die Fähre nach Brensholmen (siehe Streckenübersicht). Direkt an der Fähranlegestelle kann man am Hafen mit Wohnwagen oder Wohnmobil übernachten. Die kleine Anlage verfügt über Sanitäranlagen, es gibt jedoch keine Wiese für Zelte.

Über Unterkünfte und Fähren entlang der Route informiert die Streckenübersicht.

 

Bild: Der Ort Skaland mit dem Berg Husfjellet
Bild: Der Ort Skaland mit dem Berg Husfjellet (635 Meter über Meeresniveau)
Bild: Husfjellet
Bild: Husfjellet
Bild: Schlammige Passage während des Aufstiegs zum Husfjellet
Bild: Schlammige Passage während des Aufstiegs zum Husfjellet
Steinfjord, Norwegen
Bild: Steinfjord
Bild: Straße 862 zwischen Steinfjord und Ersfjord (Blick vom Husfjellet)
Bild: Straße 862 zwischen Steinfjord und Ersfjord (Blick vom Husfjellet)
Ersfjord, Norwegen
Bild: Blick nach Norden über den Ersfjord
Ersfjord, Norwegen
Bild: Weiler Ersfjord am gleichnamigen Fjord
Bild: Berge zwischen Ersfjord und Mefjord
Bild: Berge zwischen Ersfjord und Mefjord
Bild: Sandstrand am Ersfjord
Bild: Sandstrand am Ersfjord
Mefjord, Norwegen
Bild: Mefjord
Bild: Der Ort Fjordgård unterhalb des Berges Segla
Bild: Der Ort Fjordgård unterhalb des Berges Segla
Bild: Blick vom Hesten auf Mefjordvær
Bild: Blick vom Hesten auf Mefjordvær

Höhenprofil der Radtour

Das Höhenprofil der Radtour von Finnsæter nach Botnhamn ist durchaus sehenswert (Abbildung unten). Ein steiler, langer Anstieg bringt uns zu Beginn der Tour von Null auf 288 Meter Höhe mit konstanten 8% Steigung. In Gegenrichtung sind die letzten 1900 Meter mit 7 bis 8% durch den Skalandtunnel hoch zu kurbeln. Zum Glück gibt es hier kaum Verkehr.

Wer in Gegenrichtung fährt, darf auch durch den 1265 Meter langen Steinfjordtunnel steil aufwärts strampeln.

Zwischen dem Mefjordbotn und Botnhamn ist ein Höhenzug zu queren, der uns 125 Höhenmeter recht steil nach oben bringt.

Höhenprofil Senjatrollet-Botnhamn
Bild: Höhenprofil zum Radweg von Finnsæter nach Botnhamn
Karte zur Radtour von Gryllefjord nach Botnhamn
Bild: Karte zur Radtour von Gryllefjord nach Botnhamn (Nächste Seite Nächste Seite)