Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Auf dieser Seite:

Radtour Neuseeland, Queenstown - Westport

Abschnitt:

Fox Glacier - Ross

Blick vom Ōkārito Trig Viewpoint
Bild: Blick vom Ōkārito Trig Viewpoint

Wir beschreiben auf dieser Seite eine 128 Kilometer lange Radtour von Fox Glacier nach Ross. Dieser Abschnitt ist Teil des Radweges über die Südinsel Neuseelands von Queenstown entlang der Westküste nach Westport. Eine Übersicht zu allen Seiten des Radweges ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Radweg von Fox Glacier nach Franz Josef

Vor uns liegt eine Etappe mit mehreren knackigen Steigungen und herausragenden Sehenswürdigkeiten, wie dem Franz Josef Glacier. Etwas abseits der Route liegt am Meer die beschauliche Ortschaft Okarito. Sie bietet eine seichte Lagune zum Paddeln und einen Lookout mit phantaischen Blick auf die Southern Alps. Der schöne Campground in Okarito ist also ein idealer Standort für eine (oder mehrere) Übernachtungen, um diese lange Etappe zu unterbrechen.

Diese Strecke fängt sogleich mit zwei knackigen Steigungen an. Bereits in Fox Glacier Village beginnt die Straße zu steigen. Vier Kilometer dauert der erste Anstieg bis zum 410 Meter hohen Cook Saddle und fordert uns mit 250 Höhenmetern und über längere Zeit mit bis zu 8%. Wir radeln durch dichten Regenwald und haben kurz vor dem Sattel einen Blick zurück auf die Ebene mit dem Fox River.

In einer Kurve liegt der Sattel. Sogleich rollen wir 200 Höhenmeter auf 2,5 Kilometern steil und kurvig zum Waikukupa River hinab. Und danach geht es direkt wieder auf eine Höhe von 400 Metern zum Waikukupa Saddle hinauf. Dieses Mal steigt die Straße während 2,4 Kilometern mit bis zu 10% durch Wald an.

Wieder geht es 140 Meter auf zwei Kilometern steil hinunter, dieses Mal zum Omeroa River. Kurz fahren wir am Fluss entlang, dann folgt der dritte und letzte und leichteste Anstieg zum Omeroa Saddle. Wir müssen nur 60 Meter auf eine Höhe von 325 Metern hinauf und haben nur noch eine Steigung von 5% zu meistern.

Nach der dritten Abfahrt (214 Meter auf 3,7 Kilometer) erreicht der Highway die Ebene bei Franz Josef. Auf ebener Straße kurbeln wir durch Farmland bis zum Abzweig der Stichstraße zum Franz Josef Glacier.

Abstecher zum Franz Josef Glacier

Vier Kilometer ist die geteerte Stichstraße zum Gletscher lang. Für Radfahrer und Fußgänger gibt es einen separaten Weg, der anfangs unmittelbar neben der Straße geführt ist und dann schön durch Regenwald leicht aufwärts auf einem Kiesweg mit feinem Splitt zum Parkplatz führt. Am Wanderparkplatz sind vergitterte Shelter für Fahrräder aufgestellt, damit die Keas nicht die Gummiteile und Sättel an den Rädern zerstören.

Vom Carpark ist eine Dreiviertelstunde bis zum Aussichtspunkt auf den Gletscher zu laufen. In der Hauptsache geht der Weg leicht bergauf, anfangs durch Regenwald, dann durch die Schotterhalden, die der sich zurückziehende Gletscher hinterlassen hat. Vom Aussichtspunkt hat man einen imposanten Blick auf den Gletscher. Erst wenn einer der vielen Hubschrauber zum Gletscher fliegt, hat man einen Eindruck von den Größenverhältnissen. Wie ein Stecknadelkopf wirkt der Hubschrauber vor den gigantischen Eismassen.

Fußweg zum Franz Josef Glacier
Bild: Fußweg zum Franz Josef Glacier

Von Franz Josef Glacier nach Okarito

Gleich hinter dem Abzweig der Stichstraße zum Franz Josef Glacier überquert der Highway 6 auf einer langen Brücke den Cook River. Auf der anderen Seite des Flusses liegt das Franz Josef Glacier Village. In dem kleinen Ort gibt es jede Menge Restaurants, Cafés, einen Store und viele Anbieter von Hubschrauberflügen zu den Gletschern. Es herrscht einiger Trubel auf der kurzen Durchgangsstraße. Nach wenigen hundert Metern ist man bereits durch den Ort geradelt.

Hinter Franz Josef verläuft der Highway anfangs ziemlich eben und schließlich leicht wellig. Wir fahren am Lake Mapourika entlang. Am Seeanfang gibt es eine Picknick Area und am See-Ende liegt ein DoC-Zeltplatz. Bis zum See kurbeln wir durch Farmland und anschließend durch Regenwald.

Fünf Kilometer hinter dem See und 17 Kilometer nach Franz Josef zweigt eine zehn Kilometer lange schmale Stichstraße durch Regenwald ans Meer nach Okarito ab.

Abstecher nach Okarito

Der winzige Ort Okarito mit etwa 30 Einwohnern liegt wunderschön ruhig unmittelbar am Meer. Nur fünf Minuten vom Strand entfernt befindet sich ein preiswerter Gemeindezeltplatz mit einer offenen Küche, Strom und warmen Duschen (siehe Streckenübersicht). Schön ist die von den Autos separierte Zeltwiese. Wer nicht zelten mag, findet im Ort auch Hütten und Lodges zum Übernachten.

Okarito ist ideal für eine ein- oder mehrtägige Pause vom Radfahren, vorausgesetzt man hat ausreichend Lebensmittel in den Packtaschen, denn es gibt keine Einkaufsmöglichkeit.

Was kann man in Okarito tun? Berühmt sind die Sonnenuntergänge über der Tasmansee. Der Zeltplatz liegt quasi direkt am breiten Sand-Kiesstrand, zum Sonnenuntergang springt man mal kurz hinüber.

Unbedingt empfehlen möchten wir eine 1,5-stündige Wanderung zum Ōkārito Trig Viewpoint. Man startet in der Ortsmitte am Wanderparkplatz des DoC. Der mit feinem Kies belegte, einfach zu gehende Weg führt durch schönen Regenwald. Nach 45 Minuten ist ein Lookout erreicht, der einen phantastischen Blick über die gesamte Küstenlinie und auf die Alpenkette mit vielen namhaften schneebedeckten Bergen bietet. Auch der Franz-Josef-Gletscher ist sehr gut erkennbar. Die unmmittelbare Nähe von Meer, Regenwald und Hochgebirge ist für uns wirklich faszinierend. Ewig könnte man auf den Holzbänken am Lookout sitzen und einfach nur die atemberaubende Schönheit der Natur genießen. Dieser Ausflug ist ein absolutes Muss. Er setzt natürlich wolkenlosen Himmel über den Alpen voraus. Bei gutem Wetter sollte die Tour vormittags unternommen werden, da sich ab mittags über den Bergen meistens Wolken bilden. Den selben Weg geht man wieder zurück oder kombiniert ihn mit einer schönen Rundwanderung über 3,5 Stunden durch den Wald zum Strand und über den Strand zurück zum Ort. Der Strandabschnitt kann nur bis maximal eine Stunde vor und nach der Ebbe begangen werden. Die Tidenzeiten sind am Wegweiser beim Parkplatz angeschlagen.

Wer noch Zeit (und Geld) hat, kann Kajaks mieten und über die Okarito Lagoon paddeln. Interessant sind Abstecher in die Bäche, die in die Lagune münden. Durch langsam fließendes, fast stehendes Wasser paddelt man mitten durch den Regenwald. Das Kajakzentrum macht, abhängig von der Dauer, Tourempfehlungen und stellt auch eine Karte bereit. Da die Lagune sehr flach ist, sind die Routen mit Stangen abgesteckt. Ansonsten liegt man sogar mit den Kajaks rasch auf dem sandigen Boden auf.

Von Okarito nach Ross

Vom Abzweig nach Okarito fahren wir weiter auf dem SH6 durch Regenwald. Bald geht es abwärts in eine Ebene mit dem Ort Whataroa. In der Ebene beginnt Weideland, die Strecke ist nun fast eben. In einem großen südlichen Bogen folgt der Highway dem Rand der Ebene, bis er schließlich nach Whataroa abbiegt und zu diesem Zweck einen Bogen nach Norden schlägt. Das Straßendorf besteht neben einer Anzahl Wohnhäusern aus einem kleinen Geschäft und einem Hotel mit Zeltmöglichkeit (siehe Streckenübersicht).

Rasch ist man durch den Ort gefahren. Die Straße macht wieder einen Bogen nach Süden und quert den breiten Whataroa River. Wenig später beginnt das Hercules Scenic Reserve. Die sich verschmälernde Straße steigt mit bis zu 5% durch Regenwald in engen Kurven an. Es schließt sich ein recht ebener Abschnitt an und dann wird es mit bis zu 10% richtig steil. In engen Kurven windet sich die schmale Straße für einen Kilometer 100 Höhenmeter kräftezehrend zum Mount Hercules aufwärts. Es folgt eine schöne Abfahrt durch den dichten Regenurwald.

Nach der Abfahrt erreichen wir die nächste Ebene mit dem Ort Hari Hari. Kerzengerade führt die im Ort sehr breite Straße, die Raum für vier Fahrspuren bieten würde, durch das kleine Hari Hari mit seinen weit auseinander liegenden Häusern. Neben einer Tankstelle lockt der Pukeko Store & Café mit wunderbaren Kuchen und Pies. Es gibt auch einige Grundnahrungsmittel zu kaufen. Gegenüber liegt ein Hotel mit Zeltmöglichkeit (siehe Streckenübersicht).

Der State Highway 6 macht hinter Hari Hari einen scharfen Knick nach Norden und überquert den breiten Whanganui River. Die Straße bleibt weiterhin ziemlich eben. Nach dem Lake Ianthe (Picnic Area) taucht der Highway wieder in Wald ein und steigt 70 Höhenmeter mit 5% an. Nach der folgenden Abfahrt erreichen wir Pukekura.

SH6 bei Lake Ianthe
Bild: SH6 bei Lake Ianthe

Das mitten im Wald liegende Pukekura besteht nur aus dem Bushman Centre und einer Lodge mit Campingplatz. Das urige Bushman Centre ist mit einer gigantischen Sandfly verziert. Man sollte unbedingt mal reingehen, drinnen gibt es ein Café/Restaurant, Souvenirs aus eigener Herstellung und ein kleines Museum. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt die Lodge mit Zeltmöglichkeit.

Giant Sandfly
Bild: Giant Sandfly

 

Karte zur Radtour von Fox Glacier nach Ross
Bild: Karte zur Radtour von Fox Glacier nach Ross
SH 6, 13 km nördlich von Fox Glacier
Bild: SH 6, 13 km nördlich von Fox Glacier
SH6 vier Kilometer vor Franz Josef
Bild: SH6 vier Kilometer vor Franz Josef
Okarito Lagoon
Bild: Okarito Lagoon
Okarito Camping
Bild: Okarito Camping
Ōkārito Trig Viewpoint
Bild: Ōkārito Trig Viewpoint
Strand bei Okarito
Bild: Strand bei Okarito
Whataroa River
Bild: Whataroa River
Pukeko Store & Café in Hari Hari
Bild: Pukeko Store & Café in Hari Hari
Pukeko Store & Café in Hari Hari
Bild: Pukeko Store & Café in Hari Hari
The Bushmans Centre mit der Giant Sandfly
Bild: The Bushmans Centre mit der Giant Sandfly
Schotterpiste bei Kakapotahi
Bild: Schotterpiste bei Kakapotahi
Historic Empire Hotel in Ross
Bild: Historic Empire Hotel in Ross

Wenn die Straße den Waitaha River erreicht, können wir dem Verkehr auf dem SH6 für zehn Kilometer entfliehen und nach links in eine schmale Teerstraße einbeigen. Nach wenigen hundert Metern ist die winzige Ortschaft Kakapotahi erreicht. Noch vor den ersten Häusern biegen wir scharf rechts in eine unbeschilderte Schotterstraße ein und folgen dem kerzengeraden, völlig ebenen Weg bis zum Meer. Kurz vor Erreichen des Meeres passieren wir eine Lodge und fahren nun parallel zur Küste durch Weideland nach Nordosten, bis der einfach zu fahrende Schotterweg wieder den Highway 6 erreicht.

Nach vier weiteren ebenen Kilometern ist die Ortschaft Ross erreicht. Es gibt ein kleines Geschäft und am östlichen Ortsrand das historische Hotel Empire im Wildweststil. Vor dem Hotel kann man zelten. Wer nicht in Ross übernachten möchte, biegt noch vor der Ortschaft nach links zum Meer ab.

Unterkünfte entlang der Route sind in der Streckenübersicht beschrieben.

Höhendiagramm zur Radtour von Fox Glacier nach Ross
Bild: Höhendiagramm zur Radtour von Fox Glacier nach Ross (—»)