Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Blick auf den Rob Roy Glacier vom Ende des Rob Roy Valley Track
Bild: Blick auf den Rob Roy Glacier vom Ende des Rob Roy Track

Wir beschreiben auf dieser Seite einen Ausflug von Wanaka zum Rob Roy Glacier. Dieser Abschnitt ist Teil des Radweges von Queenstown entlang der Westküste Neuseelands nach Westport. Eine Übersicht zu allen Seiten des Radweges ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Ausflug von Wanaka zum Rob Roy Glacier

Dieser Ausflug führt uns zu einem Ausläufer des Rob Roy Glacier am südlichen Rand des Mount Aspiring Nationalparks. Vom Raspberry Creek Carpark sind fünf Kilometer über den Rob Roy Track zum Gletscher zu laufen. Geboten werden wirklich atemberaubende Ausblicke aus einem engen Tal auf den steil ins Tal abfallenden Gletscher.

Von Wanaka fährt man entlang des südwestlichen Ufers des Lake Wanaka über eine Distanz von 56 Kilometern zum Raspberry Creek Carpark am Ende der Straße. Dort beginnt die Wanderung. Nicht weit hinter dem Diamond Lake endet der Teerbelag am Abzweig zum Treble Cone Skifield nach 26 Kilometern und eine fürchterliche Wellblechpiste beginnt. Für Radfahrer ist nicht nur der Belag, sondern auch der von den vielen Autos aufgewirbelte Staub sehr unangenehm. Außerdem gibt es etliche Furten.

Wir empfehlen, die Tour nicht mit dem Fahrrad zu machen, sondern per Anhalter zum Wanderparkplatz zu fahren, was bei dem regen Touristenverkehr kein Problem sein dürfte. Mit dem Fahrrad dürfte der Ausflug bis zu drei Tage dauern. Dabei setzen wir je einen Tag für die Hin- und Rückfahrt und einen Tag für die Wanderung an. Eine offizielle Zeltmöglichkeit gibt es weder am Raspberry Creek Carpark noch irgendwo sonst entlang der gesamten Strecke. Wer dennoch mit dem Rad fährt, muss irgendwo im Umfeld des Raspberry Creek Carpark sein Zelt sichtgeschützt aufbauen, da Zelten nicht gestattet ist. Zumindest ist genügend Trinkwasser aus den Flüssen vorhanden.

Für die fünf Kilometer lange Wanderung auf dem Rob Roy Track zum Gletscher sollten ab dem Raspberry Creek Carpark 4 bis 6 Stunden hin und zurück eingeplant werden. Hinzukommen bei Anfahrt mit dem PKW ab Wanaka mindestens 1,5 Stunden für die einfache Strecke.

Auf den letzten 10 Kilometern vor dem Raspberry Creek Carpark sind neun Furten zu bewältigen. Mit dem Fahrrad können die meisten Furten auf Grund ihrer Tiefe nur schiebend bewältigt werden. Wenn es nicht stärker geregnet hat, können die Furten mit einem normalen PKW befahren werden, im Zweifelsfall sollte man sich vorab in der i-Site in Wanaka informieren oder den Wagen an der ersten Furt parken und sich von einem Allradfahrzeug mitnehmen lassen. Viele Neuseeländer fahren hier mit Geländewagen, so dass Hitchhiking auf den letzten 10 Kilometern kein Problem darstellt.

Hinsichtlich der Topografie stellt die Anreise zum Raspberry Creek Carpark keine große Herausforderung dar. Entlang des Lake Wanaka und hinter den Diamond Lake gibt es ein Auf und Ab von jeweils bis zu 70 Höhenmetern. Im weiteren Verlauf steigt die Straße bis zum Raspberry Creek Carpark durchgehend leicht an.

Ab Wanaka fahren wir zunächst entlang des Ufers des Lake Wanaka, passieren den Wanderparkplatz zu Roys Peak und verlassen den Lake Wanaka 12 Kilometer nach Wanaka beim kommerziellen Glendhu Bay Motor Camp (siehe Streckenübersicht). Kurz vor dem unmittelbar am Seeufer liegenden großen Campingplatz gibt es einen Parkplatz am See, auf dem Full Contained Fahrzeuge übernachten dürfen. In der Nähe des Diamand Lake dürfen auch Full Contained Fahrzeuge über Nacht stehen.

Nicht weit hinter dem Diamond Lake geht die Teerstraße am Abzweig zum Treble Cone Skifield in eine Piste über. Wir fahren durch das Matukituki Tal mit dem Matukituki River. Es ist ein recht breites Tal ohne höhere Vegetation. Auf dem ebenen, breiten Talboden dehnen sich Rinder- und Schafweiden endlos aus. Nach wenigen Kilometern liegt links ein kleiner Helikopter-Flugplatz für Ausflüge in die Region.

Durch die vielenTouristenautos präsentiert sich die breite Piste in einem üblen Zustand. Der Schotter ist recht locker, es gibt Spurrillen und fast durchgängig wellblechartige Querrillen. Für Fahrradfahrer bedeutet die Befahrung eine Tortur. Zu dem Wellblech kommt noch der von den vielen Fahrzeugen aufgewirbelte Staub.

Nach Passieren des letzten Farmgebäudes erreichen wir zehn Kilometer vor dem Ende der Straße die erste Furt. Eine Infotafel informiert über die Furten und beschreibt die erste Furt als die schwierigste, vermutlich weil sie mit etwas dickeren Steinen durchsetzt ist. Während unserer Befahrung erwies sie sich als die einfachste.

Das nach Westen abbiegende Tal wird nun viel enger, auf einigen hundert Metern ist der Fahrweg einspurig und der Fels steigt neben der Piste fast senkrecht auf. Nach diesem engen Abschnitt weitet sich das Tal wieder und es folgen in kurzem Abstand die weiteren Furten. Einige sind recht tief, da sich das Wasser in Becken an den Furten aufstaut. Für PKW sind sie mit etwas Mut befahrbar, wenn die Bäche nicht durch Regen angeschwollen sind. Im Zweifelsfall sollten Autofahrer ohne Vierradantrieb per Anhalter weiterfahren.

Nun ist der Talboden von einer üppigen, grünen Wiese bedeckt, auf der viele Schafe und Rinder weiden. Unmittelbar nach der letzten Furt wird der Raspberry Creek Carpark erreicht und die Straße endet. Es gibt Toiletten und einen Unterstand. In einigen hundert Metern Entfernung kann man sichtgeschützte Stellen fürs Zelt finden. Aus den nahen Bächen ist genügend Trinkwasser vorhanden.

Der Matukituki Valley Track führt entlang des Matukituki River zur Aspiring Hut und weiteren Hütten. Auf dem Rob Roy Track gelangen wir zum Rob Roy Glacier. Beide Wege sind sehr gut ausgeschildert.

Den Rob Roy Track zum Rob Roy Glacier teilt man mit vielen anderen Wanderern, da er auf Grund seiner Schönheit zu den beliebtesten Ausflugszielen im Umfeld von Wanaka gehört.

Anfangs sind alle Wege identisch und führen leicht aufwärts durch Weideland des breiten Tals mit dem West Matukitiki River. Unser Pfad zum Rob Roy Gletscher zweigt nach kurzer Gehzeit über eine Hängebrücke vom Matukituki Valley Track ab. Sie bringt uns auf die andere Seite des West Matukituki Rivers. Nach der Brücke wird der anfangs breite Weg zu einem Pfad. Wir finden uns überraschend in einem dichten, urwaldähnlichen Wald wieder, der für sich schon sehr schön zu begehen ist. Von der einzigen Bank auf der Strecke (zum Gedenken an einen verunglückten Bergsteiger) haben wir einen wunderschönen Blick über das idyllische Matukituki Valley mit dem mäandrierenden River, den weidenden Rindern und dem schneebedeckten Mount Edward im Hintergrund.

Rob Roy Valley Track
Bild: Rob Roy Track
Tal mit dem Ostarm des Matukituki River und dem Mount Aspiring
Bild: Tal mit dem Ostarm des Matukituki River und dem Mount Aspiring (3033 Meter)
Tal mit dem Westarm des Matukituki River und dem schneebedeckten Mount Edward (2620 Meter)
Bild: Tal mit dem Westarm des Matukituki River und dem schneebedeckten Mount Edward (2620 Meter)
Beginn des Rob Roy Valley Track am Raspberry Creek Carpark
Bild: Beginn des Rob Roy Valley Track am Raspberry Creek Carpark
Hängebrücke über den Westarm des Matukituki River und der schneebedeckte Mount Edward (2620 Meter)
Bild: Hängebrücke über den Westarm des Matukituki River und der schneebedeckte Mount Edward (2620 Meter)
West Matukituki River
Bild: West Matukituki River
West Matukituki River
Bild: West Matukituki River
West Matukituki River
Bild: Höhendiagramm zum Ausflug von Wanaka zum Raspberry Creek Carpark (Ausgangsort zur Wanderung zum Rob Roy Glacier)
Rob Roy Glacier
Bild: Erster Lookout auf Rob Roy Glacier

Dann biegt der Pfad in ein sehr enges Seitental ab. Der vom Rob Roy Glacier gespeiste Rob Roy Stream hat sich hier sehr tief in die Felsen eingschnitten und rauscht weit unterhalb des Pfades das Tal hinunter. Wir steigen kontinuierlich auf dem sich durch das Tal und den dichten Wald oberhalb des Baches windenden Pfades an. Auf halber Strecke steht im Wald eine Trockentoilette.

Nach mindstens einer Stunde Gehzeit wird der untere Lookout erreicht. Er liegt noch im Wald und erzeugt bei allen Wanderern spontane Ausrufe des Staunens, ein für Neuseeland typischer "Wow"-Ausblick.. Vor uns hängt - noch etwas entfernt - ein südöstlicher Ausläufer des Rob Roy Glacier. Teilweise fallen die Felswände senkrecht ins Tal hinab. Wasserfälle fallen endlos lange die Felsen hinunter. Bei Wind wird das Wasser während des Fallens zerstäubt und erreicht garnicht den Talgrund. In Kaskaden sehen wir das Eis des Gletschers über die Felsen gleiten. Deutlich erkennbar ist an den glatt gescheuerten Felsen, dass auch dieser Gletscher auf dem Rückzug ist. Aber das tut dem Eindruck keinen Abbruch, der Kontrast zwischen dem dunkelgrünen Wald und den blendweißen Gletschern ist atemberaubend schön..

Wir wandern vom ersten Lookout noch mindestens eine halbe Stunde bis zum zweiten Lookout. Das Tal weitet sich etwas und allmählich lichtet sich der Wald und verschwindet schnell vollständig. Wir stehen auf einem etwas breiteren Talgrund und blicken auf den über uns liegenden Gletscher mit seinen vielen Wasserfällen und Bächen. Zum Staunen und beobachten sollte man viel Zeit mitbringen.

Karte zum Ausflug von Wanaka zum Roys Peak und Rob Roy Glacier
Bild: Karte zum Ausflug von Wanaka zum Roys Peak und Rob Roy Glacier (—»)