Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

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Georgien

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Einführung

Die auf den folgenden Seiten beschriebenen Touren durch Georgien
Bild: Die auf den folgenden Seiten im Detail beschriebenen Touren durch Georgien

Das Land

Georgien zählt aus unserer Sicht zu einem der schönsten und interessantesten Reiseländer in Europa bzw. nahe Europa. Es gehört, an der Grenze zwischen Europa und Asien liegend, zu den sogenannten eurasischen Staaten, ist sehr stark durch die christliche Kultur geprägt und damit Europa zugewandt.

Absoluter Höhepunkt des Landes ist im wahrsten Sinne des Wortes der Große Kaukasus entlang der nördlichen Grenze nach Russland. Über 5000 Meter hoch ragen die auch im Sommer noch von Schnee und Gletschern bedeckten Felsgipfel steil in den Himmel.

In atemberaubender Geschwindigkeit öffnet sich das Land den Reisenden. Überall sprießen regelrecht Hotels und Pensionen aus dem Boden. Solange das Land noch nicht vom Massentourismus überrollt wird, ist es uneingeschränkt als Urlaubsziel zu empfehlen. Einsame Bergdörfer und ein ansehnliches Wanderwegenetz locken Wanderer für Ein- und insbesondere auch für Mehrtagestouren in den Großen Kaukasus. Swanetien ist wegen seiner landschaftlichen Schönheit, auf Grund seiner wunderbaren Wehrdörfer und seiner guten Erreichbarkeit auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln das Hauptwandergebiet Georgiens. Eine grandiose Landschaft, urtümliche abgelegene Dörfer und ein wahres Wanderparadies findet man auch in sehr abgeschiedenen Region Tuschetien.

Auch Radtouren-Fahrer lockt Georgien trotz heftiger Anstiege in den Gebirgen an.

Wer wenig Zeit hat, reist mit dem Flugzeug an, mietet sich für eine Rundfahrt ein Auto und unternimmt während dessen die eine oder andere Wanderung. Aber auch ohne eigenes Fahrzeug gelangt man mit allgegenwärtigen Sammeltaxis, die Marschrutki, zu fast allen Orten.

Anreise mit dem eigenen Fahrzeug

Für die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug nach Georgien bieten sich mehrere Optionen:

  • Über Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien und die Türkei.
    Es empfiehlt sich das fast durchgehende Autobahnnetz zu benutzen und in der Türkei die E80 wählen. Die Route entlang der Schwarzmeerküste ist sehr kurvenreich und zeitaufwändig. Diese Strecke sollte nur wählen, wer die Küste zu einem Teil seiner Entdeckungsreise machen möchte. Entfernung München - Tiflis: ca. 4000 Kilometer.
  • Über Russland.
    Einreise von Russland nach Georgien über die Große Heerstraße nördlich von Tiflis. Entfernung Frankfurt - Tiflis über St. Petersburg: ca. 5000 Kilometer.
  • Über Polen und die Ukraine.
    Fähre von Tschornomorsk bei Odessa in der Ukraine nach Batumi in Georgien.

    Entfernung: ca. 2500 Kilometer zzgl. Fähre.

Anreise mit dem Flugzeug

Internationale Flughäfen in Georgien gibt es in der Großstadt Batumi am Schwarzen Meer, in Kutaisi und in der Landeshauptstadt Tiflis. Der Flughafen Kutaisi liegt zwischen Tiflis und dem Schwarzen Meer etwas außerhalb der Stadt Kutaisi. Hier gibt es einen Bahnansschluss. Das Fahren mit der Bahn soll sehr langsam und nicht sonderlich bequem sein. Kutaisi liegt verkehrsgünstig für eine Fahrt nach Swanetien in den Großen Kaukasus. Von allen drei Orten fahren Marschrutki nach Swanetien, von Tiflis aus auch nach Tuschetien. Wer ortsflexibel ist, sollte einen Preisvergleich zwischen den drei Flughäfen vornehmen.

Einreise

Georgien ist sehr an der Entwicklung des Tourismus interessiert und hat daher sehr legere Einreise- und Aufenthaltsvorschriften. Bei der Einreise mit dem eigenen Fahrzeug und auf dem Landweg sind die Regelungen anders als bei Anreise mit dem Flugzeug. Auch unterscheiden sich die Vorschriften je nach Landesgrenze.

Über die aktuellen Regelungen informieren die Seiten des Auswärtigen Amtes.

Die Menschen

Die Georgier gehen selten aktiv auf Fremde zu. Wer Kontakte knüpfen möchte, muss meist den ersten Schritt tun. Trotzdem sind die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit. Wenn man Hilfe braucht - und dies kundtut - bekommt sie auch. Eine Hürde kann die Sprache sein, junge Leute können meist ganz gut Englisch, ältere oft noch Russisch. Aber mit Händen und Füßen kann man sich auch verständlich machen.

Straßenverkehr in Georgien

Vorsicht im Straßenverkehr: In Georgien wird aggressiv und rücksichtslos gefahren. Es sind viele ältere Fahrzeuge aus Mitteleuropa in Gebrauch. Auf Grund des äußerst risikoreichen Fahrstils fehlen den Wagen oft mehrere oder auch mal alle Kotflügel. Auch viele Rechtslenker sind im Einsatz, vermutlich gebrauchte Importe aus Großbritannien.

Stets und überall muss mit Überholmanövern gerechnet werden, und zwar von links und rechts, vor und in unübersichtlichen Kurven und auch bei Gegenverkehr. Notfalls müssen sich dann mal drei Fahrzeuge die Straße teilen oder der Überholende zwängt sich brutal in die rechte Spur hinein. Das scheint in Georgien eine Art Sport zu sein. Wir erlebten oft, dass waghalsige Überholer Sekunden später rechts ran fuhren um Pause zu machen oder abzubiegen. Auch LKW überholen gerne dann, wenn es eigentlich nicht geht!

Jederzeit ist also mit jeglichem Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer zu rechnen. Weil dies wohl alle tun, geht das irrwitzige Fahren meist gut. Aber oft genug haben wir Unfälle mit stark verbeulten Wagen gesehen.

In den großen Städten ist das Fahren besonders nervenaufreibend und erfordert höchste Konzentration.. Aus allen Richtungen passiert irgend etwas. Die ganz rechten Spuren sollten gemieden werden. Dort hält ständig ein Fahrzeug unvermittelt an oder man landet vor einer Kolonne parkender Fahrzeuge und kann anschließend nur schlecht die Spur in den fahrenden Verkehr wechseln. Die einzige (meistens) beachtete Verkehrsregel ist das Rot der Ampeln. Aber Kreuzungen und Kreisverkehre ohne Ampeln sind der absolute Wahnsinn. Wer dort zaghaft ist, kommt nicht weiter.

Eher entspannend empfanden wir im Vergelich dazu die Fahrt auf den wenigen Autobahnen. Vielleicht fehlt hier vielen Fahrzeugen schlicht die nötige Motorleistung für einen schneller und aggressiveren Fahrstil.

Die gute Nachricht: Man gewöhnt sich an den Wahnsinn, der Stress lässt nach einer gewissen Zeit nach. Und in den touristisch interessanten Bergregionen sind relativ wenig Autos unterwegs.

Tiere im Straßenverkehr

Auf allen Straßen ist immer mit Tieren zu rechnen. Nur auf Autobahnen haben wir dies selten erlebt, aber auch dort kommt es vor. Insbesondere stehen Kühe, ja ganze Rinderherden, mit stoischer Ruhe mitten im Verkehr. Mit großer Geschwindigkeit rasen die Georgier um die wiederkäuenden Viecher herum. Aber auch Hunde halten sich gerne mal auf Straßen auf oder machen dort ein Nickerchen, seltener auch Schafe. In ländlichen Gebieten können Straßen mal durch Viehherden blockiert sein, die über längere Strecken darüber getrieben werden.

Straßenqualität

Die Autobahnen sind fast durchgehend von ziemlich guter Qualität. Bei den anderen geteerten Landstraßen reicht die Spanne von sehr gut bis miserabel.. Nach vielen Kilometern hervorragenden Teerbelages können urplötzlich und ohne Ankündigung ungeteerte Abschnitte, Schlaglochzonen oder zur Ausbesserung tief im Teer ausgefräste Löcher auftauchen. Volle Konzentration auf den Straßenbelag ist neben der Aufmerksamkeit auf das Verhalten aller anderen Verkehrsteilnehmer und Tiere unerlässlich.

Es gibt abseits der Hauptstrecken noch viele ungeteerte Pisten. Georgien ist jedoch emsig dabei in den touristischen Regionen oder zur Erschließung von Gebieten für den Tourismus,viele Pisten zu teeren und auszubauen. Die Schotterstraßen werden also allmählich verschwinden und mit ihnen die Ursprünglichkeit der Regionen.

Viele Pisten werden nach unserem Eindruck kaum gepflegt, Schlaglöcher nicht beseitigt. Auf einer Piste können sich recht angenehm zu fahrende Abschnitte und von Schlaglöchern völlig durchsetzte Passagen unvermittelt abwechseln. Schlaglöcher können so tief sein, dass PKW ohne genügend Bodenfreiheit schnell an ihr Ende kommen. Nicht immer lassen sich tiefe Schlaglöcher links oder rechts umfahren. Hinweise im Internet auf erforderliche Bodenfreiheit sollten beachtet werden, auch wenn man auf entsprechenden Strecken immer wieder Georgier mit normalen PKW sieht. Aber die Einheimischen haben eine andere Schmerztoleranz bei ihren Fahrzeugen oder kennen jedes Schlagloch auf ihrer Strecke, weil sie täglich gefahren wird. In der Regel fahren die Georgier auf den Pisten jedoch mit Geländewagen oder Vans mit 4WD und viel Bodenfreiheit.

Auf vielen Pisten ist 4WD nicht erforderlich, jedoch die Bodenfreiheit eines normalen Vans sollte vorhanden sein.

Bei Regen und nach der Schneeschmelze kann eine passable Piste sich schnell für einen PKW als nicht mehr befahrbar erweisen.

Im Winter sind viele Pass-Straßen völlig gesperrte. Da viele Regionen im Großen Kaukasus nur über Stichstraßen erreichbar sind, sind sie oft von Oktober bis Mai/Juni von der Außenwelt abgeschnitten und die Dörfer werden in dieser Zeit verlassen.

Die Stichstraßen in den Großen Kaukasus, führen in der Regel bis irgendwo an die russische Grenze und endet in winzigen Dörfern. Deshalb sind Ausflüge in den Großen Kaukasus meistens mit dem Hin- und Zurückfahren der selben Straße verbunden.

Tanken

An vielen Tankstellen ist Euro-5-Diesel erhältlich. Wir haben nur bei Marken-Tankstellen getankt und keine Probleme mit der Dieselqualität gehabt. In die Bergregionen sollte immer mit vollem Tank gefahren werden, da es dort keine Marken-Tankstellen bzw. keinen Sprit nach Euro-Norm gibt. Nach Möglichkeit haben wir bei Gulf getankt, da Gulf im Internet eine relativ detaillierte Beschreibung seiner Sprit-Eigenschaften widergibt und diese der Euro-Norm entspricht. Gulf veröffentlicht im Internet eine interaktive Karte mit seinem Tankstellennetz und dem an den einzelnen Tankstellen erhältlichen Treibstoffarten und -qualitäten.

AdBlue war an den Tankstellen nicht erhältlich. Vielleicht kann man AdBlue bei den Marken-Werkstätten in Tblisi kaufen. Wir haben es dort nicht versucht, da wir einen ausreichend großen Vorrat in Kanistern mitführten.

Außerhalb der Bergregionen gibt es eine sehr große Tankstellendichte.

An den Markentankstellen kann immer mit Kreditkarte bezahlt werden.

Werkstätten

Kfz-Werkstätten finden sich in vielen etwas größeren Orten. Allerdings handelt es sich dann immer um Werkstätten in Form von einfacher Garagen, die wahrscheinlich alles reparieren. Fahrzeuge mit moderner Elektronik sollten dort vielleicht eher nicht vorgeführt werden. Markenspezifische Fachwerkstätten gibt es nur in Tbilisi.

Bergpanorama bei Ushguli
Bild: Bergpanorama bei Ushguli
Wanderung von Mazeri zum Guli-Pass
Bild: Wanderung von Mazeri zum Guli-Pass
Bauernmarkt in Tbilisi
Bild: Bauernmarkt in Tbilisi
Truso-Tal
Bild: Truso-Tal
Kasbek
Bild: Kasbek
Wehrdorf Shatili
Bild: Wehrdorf Shatili
Abano-Pass-Straße
Bild: Abano-Pass-Straße

Einkaufen

Die Lebenshaltungskosten sind für uns unglaublich günstig. Supermärkte gibt es nur in den Städten. In den Dörfern findet ihr winzige Tante-Emma-Läden, wo man fast alle haltbaren Grundnahrungsmittel bekommt, manchmal auch Brot, Gemüse oder Obst. Letzteres sollte man aber besser an den allgegenwärtigen Verkaufsständen entlang der Straßen erwerben, hier ist die Ware meist hervorragend und viel preiswerter als im Laden. Allerdings gibt es in der Regel stets nur die saisonalen Früchte, keine Importwaren. Aber die heimischen Tomaten, Zucchini, Auberginen, Aprikosen, Pflaumen, Trauben usw. sind einfach unglaublich köstlich. Iin Georgien werdet ihr merken, wie fade und geschmacksneutral unsere optisch makellose EU-Einheitsware ist

Wir wurden an den Ständen entlang der Straßen nie übers Ohr gehauen und immer fair behandelt. Mit Händen und Füßen und viel Lachen ist das Einkaufen auch ohne Sprachkenntnisse kein Problem und macht echt Spaß.

Absolute Spitzenklasse ist das georgische Fladenbrot. Bei den Bäckern wird es immer frisch in einem Toneofen (ähnlich dem indischen Tandoori) gebacken und noch warm verkauft. Es hält sich jedoch mehrere Tage. Ihr solltet aber kein Bäckereigeschäft mit Ladentheke erwarten. Meist läuft der Verkauf über ein kleines Fenster an der völlig unscheinbares Backstube, an dem manchmal sogar ein Pappschild mit der Aufschrift PURI (Brot) hängt..

Telefonieren

Es lohnt sich, eine georgische Prepaidkarte zu erwerben. Wir sind mit der Telefongesellschaft Magti sehr gut gefahren. Auch in den entlegeneren Orten im Großen Kaukasus gibt es in der Regel Empfang. Das Internet ist in Georgien sehr preiswert. Telefonieren solltet ihr nach Hause über Skype, das ist auch ins deutsche Fest- und Mobilfunknetz wesentlich günstiger als eine direkte Verbindung über die Telefongesellschaft. Mit Hilfe einer komfortablen App von Magti könnt ihr unterwegs zu jeder Zeit euer Datenvolumen kontrollieren und nachkaufen.

In den größeren Orte gibt es Shops von Magti. Die Verkäufer sprechen oftmals englisch und helfen bei der Einrichtung der SIMM-Karte und App.

Camping

Campingplätze mit mitteleuropäischem Standard gibt es kaum in Georgien. Allenfalls an den touristischen Hotspots finden sich einige Campingplätze. In der Regel bieten sie lediglich Toiletten und Duschen in Holzverschlägen mit eingeschränkter Sauberkeit und Komfort. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, muss meistens frei stehen. Mit dem Zelt ist das auch möglich und in den Bergen auf Wanderungen auch recht einfach, in dicht besiedelten Regionen naturgemäß schwierig. Freistehen mit dem Wohnmobil ist in Georgien kein Problem. Es finden sich viele sehr schöne Plätze, oft auch mit Hilfe der Apps Park4Night und iOverlander.

Straßenkarten und Literatur

Wir haben die Straßenkarte von Reise Know-How Georgien / Georgia im Maßstab 1:350.000 verwendet.

Als Reiseführer bietet sich von Stefan Loose der Reiseführer "Georgien" an. Den Führer von Reise-Know hat uns nicht so gut gefallen, es erscheint oft wenig informativ.

Wanderungen

Georgien ist ein tolles Land für ein- und mehrtägige Wanderungen. Am häufigsten wird die Region Swanetien von Wanderern besucht. Dort gibt es ein Netz aus markierten Wanderwegen für mehrtägige Touren, die sich auch sehr gut für Tagesausflüge eignen. Ein dichtes Angebot von Pensionen und Unterkünften in Privathäusern (Guesthouses) ermöglicht es in vielen Regionen, besonders im Hohen Kaukasus, auch längere Strecken ohne Zelt unterwegs zu sein.

Der populäre Klassiker in Swanetien ist die wunderbare 4-Tages-Wanderung von Mestia nach Ushguli, die man bei Übernachtung in den Guesthouses der Dörfer auch leicht ohne Zelt laufen kann. Mit ein paar Abstechern kann man die Tour noch verlängern.

Eine andere interessante Tour führt von Stepanzminda an der Großen Heerstraße nördlich von Tiflis nahe der russischen Grenze zum Mount Kasbek. Mit Berg ist der dritthöchste und relativ leicht besteigbare Fünftausender Georgiens. Zwei Hütten gibt es auf dem Weg zum Gipfel, der allerdings mit einer kurzen Gletscherquerung nichts für absolute Anfänger ist.

Etwas südlich von Stepanzminda biegt von der E117, der Großen Heerstraße, eine Piste ins wunderschöne Truso-Tal ab. Von Stepanzminda fahren Taxis zum Eingang ins Tal. Das Truso-Tal eignet sich hervorragend für einen zweitägigen Ausflug mit dem Zelt. Es gibt hier sogar einen Campingplatz.. Wer mit dem Fahrzeug unterwegs ist, sollte Vierradantrieb haben und über etwas mehr Bodenfreiheit als ein normaler PKW verfügen.

Von Juta im Snotal gibt es einen häufig benutzten Wanderweg über die Berge nach Roshka. Das Snotal zweigt südlich von Stepanzminda von der Großen Heerstraße nach Osten ab. Der winzige Ort Juta liegt am Ende der Straße. Auf Grund des ansteigenden Tourismus gibt es in Juta einige Hotels, Pensionen und sogar kleine Campingplätze (nur für Wanderer erreichbar).

Eine weitere interessante Wanderregion befindet sich in dem nördlich von Tiflis im Großen Kaukasus gelegenen Tuschetien. Die Wanderwege sind in Tuschetien vielleicht nicht so stark frequentiert wie in Swanetien, weil diese Region schwieriger zu erreichen ist. In die Dörfer Tuschetiens führen lediglich im Hochsommer passierbare Stichstraßen in Form von Pisten. Aber auch hier schreitet der Ausbau der Teerstraßen in großen Schritten voran. Eine interessante mehrtägige Wanderung führt von Omalo nach Schatili. Mangels Unterkünften auf einer Teilstrecke wird für diese Tour ein Zelt benötigt. Im Umfeld von Omalo können herrliche Tagestouren unternommen werden. Die Anfahrt nach Omalo ist nur mit 4WD-Fahrzeugen über den sehr abenteuerlichen und nicht ungefährlichen Abano-Pass möglich.

Literatur für Wanderungen

Für Wanderungen empfehlen wir den Rother Wanderführer "Georgien: Kleiner und Großer Kaukasus" mit 45 ein- und mehrtägigen Touren. GPS-Tracks gibt es mit Erwerb des Führers zum Download. Eine sehr gute (englischsprachige) Webseite für Wanderungen ist "Jozef's website about trekking in Georgia". Die Touren sind teilweise identisch mit dem Rother Wanderführer, jedoch ausführlicher beschrieben, mit vielen Bildern, Höhenprofilen und Tipps zu Unterkünften ergänzt sowie inklusive Kommentaren mit aktuellen Hinweisen und Erfahrungsberichten von Lesern zu den Trails.

Radtouren in Georgien

Wir sind selber bisher nicht mit dem Rad in Georgien unterwegs gewesen. Die meisten Tourenfahrer trafen wir in Swanetien. Dort gibt es die einzige Rundfahrt durch den Großen Kaukasus, ohne dass die selbe Straße wieder zurück gefahren werden muss. Sie führt von Sugdidi nach Mestia und Ushguli. Von dort geht es auf einer ungeteerten, sehr abenteuerlichen Piste, die nur für Geländewagen geeignet ist, über einen knapp 3000 Meter hohen Pass nach Lentechi und Kutaissi. In Gegenrichtung ist die Strecke auf Grund der Steigungen nicht zu empfehlen.

Ausflüge über die Große Heerstraße lohnen nur bei Weiterfahrt nach Russland. Tuschetien ist für Radler schwierig, da es dort nur Stichstraßen gibt. Den über 3000 m hohen Abano-Pass nach Omalo schätzen wir für Touren-Radfahrer mit Gepäck als nicht befahrbar ein. Er ist wahnsinnig steil (oft 30 % Steigung über längere Strecken!), ungeteert und teilweise in sehr schlechtem Zustand mit grobem Geröll und blankem Fels. Zudem gibt es während des Anstieges keine Möglichkeit zum Übernachten und an einem Tag ist der Anstieg kaum zu schaffen. .

Die von Landwirtschaft geprägte große Ebene vom Schwarzen Meer im Westen Georgiens über Tiflis bis nach Aserbaidschan an der östlichen Grenze zu befahren ist landschaftlich nicht so reizvoll. Im Sommer ist es dort sehr heiß und schwül. Die stark befahrenen Fernstraßen solltet ihr als Radfahrer wegen des gefährlichen Verkehrs meiden.

Im Kleinen Kaukasus gibt es einige für Radfahrer ganz gut geeignete Straßen. Der Kleine Kaukasus ist längst nicht so hoch und spektakulär wie sein Gegenstück im Norden Georgiens. Er lässt sich jedoch mit dem Rad einfacher befahren, da die Steigungen nicht so steil und die Pässe (in der Regel) nicht so hoch sind. Aber Achtung: Einige der Hauptstraßen in Nordsüdrichtung zu türkischen Grenzübergängen sind von starkem Schwerlastverkehr geprägt und sollten gemieden werden.

Dartlo
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