Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Wir beschreiben auf dieser Seite eine 81 Kilometer lange Radtour von Omapere nach Dargaville. Dieser Abschnitt ist Teil des Radweges von Auckland zum Cape Reinga, der Nordspitze Neuseelands, und zurück nach Auckland. Eine Übersicht zu allen Seiten des Radweges ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Radtour von Omapere nach Dargaville

Während der ersten 50 Kilometer fordert diese Etappe mit einer ganzen Reihe steiler und langer Anstiege. Auf 380 Meter über dem Meeresspiegel müssen wir zum Waipoua Forest hinauf. Das große Waldgebiet ist eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten auf der Nordinsel, drei Viertel der erhalten gebliebenen Kauribäume Neuseelands wachsen dort. Ein Stop mit Übernachtung ist angebracht, um mit Muße die uralten gewaltigen Bäume betrachten zu können. Mit Erreichen des kleinen Trounson Kauri Parks, 46 Kilometer hinter Omapere, geht es fast lange abwärts und dann eben durch das lange Tal mit dem Kaihu River nach Dargaville.

Wir folgen ab Omapere weiter dem Kauri Coast Cycle Way in Richtung Süden bis Dargaville.

Gleich am südlichen Ortsrand von Omapere steigt die Straße mit 11% steil 110 Höhenmeter in Kurven einen Hügel hinauf. Von oben bietet sich an einem aussichtpunkt ein herrlicher Blick zurück über den Hokianga Harbour, die Sanddünen auf der anderen Seite der Meeresbucht und auf Omapere. Der SH12 wendet sich nun vom Hokianga Harbour weg in Richtung des Landesinneren.

Nach dem anstrengenden Aufstieg werden wir mit einer herrlichen steilen Abfahrt belohnt. Es folgt ein zweiter, etwas kürzerer und nicht ganz so anstrengender Anstieg. Vom höchsten Punkt rollen und kurbeln wir sieben Kilometer bis Waimamaku auf ebener Straße durch Farmland mit großen Weiden. In Waimaku gibt es die letzte Einkaufsmöglichkeit bis zum 70 Kilometer entfernten Dargaville!

Einen Kilometer hinter Waimamaku steigt die Straße zum 378 Meter hohen Wairau Saddle an. Anfangs erreicht die Steigung bis zu 9%, dann bleibt es überwiegend bei angenehmen 5 bis 6%, die sich leicht fahren lassen. Nach einigen Kilometern taucht die kurvenreiche Straße in den Waipoua Forest ein. Der dichte Wald ist Neuseelands größtes Überbleibsel der einstmals riesigen Kauri-Wälder.

SH 12 im Waipoua Forest
Bild: Riesige Kauribäume am SH12 im Waipoua Forest

Als erstes erreichen wir Neuseelands größten Kauri-Baum, den Tane Mahuta - "The God of the Forest". Er wird auf 2000 Jahre geschätzt, erreicht eine Höhe von über 50 Metern und einen Stammumfang von fast 14 Metern. Über einen kurzen Weg von fünf Minuten gelangt man von einem Parkplatz am SH12 zu dem beeindruckenden Baumveteranen. Ein wahrlich Ehrfurcht gebietener Anblick.

Die Straße senkt sich kurz ab um dann erneut auf über 378 Meter Höhe anzusteigen. Vor diesem Anstieg liegt rechts der Straße der Kauri Walks Carpark. Vom Parkplatz aus kann in einer insgesamt 1,5 stündigen Besichtigungstour der Kauriwald mit drei besonders herausragenden Bäumen erkundet werden. Am weitesten entfernt vom Parkplatz liegt der beeindruckende Yakas, Neuseelands siebtgrößter Kauribaum, der wie eine Felswand vor uns auftaucht.

Yakas, siebtgrößter Kauribaum in Neuseeland
Bild: Yakas, siebtgrößter Kauribaum in Neuseeland

Alleine der halbstündige Pfad zum Yakas durch den dichten Urwald mit vielen Kauribäumen, Farnbäumen und weiteren für uns Europäer exotischen Pflanzen ist übermäßig interessant. Durch das sehr dichte Laub gelangt kaum ein Somnnenstrahl auf den Waldboden, es ist ziemlich kühl und feucht.

Karte zur Radtour von Omapere nach Dargaville
Bild: Karte zur Radtour von Omapere nach Dargaville
SH 12 im Waipoua Forest
Bild: SH12 im Waipoua Forest
Tal mit dem Kaihu River südlich des Ortes Kaihu
Bild: Tal mit dem Kaihu River südlich des Ortes Kaihu

Man geht den selben Weg zurück und biegt am Hauptweg zum 15 Minuten entfernten Te Matua Ngahere ab. Neuseelands zweitgrößter Kauri ist nicht so hoch wie der Tane Matua, hat aber einen beeindruckenden Stammumfang.

Auf dem Rückweg zum Carpark kann man noch kurz bei den Four Sisters vorbeischauen. Die vier dicht zusammen stehenden Kauribäume fanden wir jedoch nicht so beeindruckend wie den Yakas und den Te Matua Ngahere.

Ein kurzes Stück müssen wir ab dem Kauri Walks Carpark auf der Straße noch mit 4% aufwärtskurbeln, dann senkt sich die Straße endlich ab und wir rollen auf einer Distanz von 7,5 Kilometer 280 Höhenmeter abwärts. Auch unmittelbar entlang der weiter kurvenreichen Straße können einige große Kauribäume bewundert werden - eine herrliche Strecke durch einen wahren Zauberwald, die man beim Abwärtsrollen in Ruhe auf sich wirken lassen kann. Die Autofahrer in ihren breiten Wohnmobilen müssen dagegen ganz schön auf dem schmalen Sträßchen aufpassen. Am Ende des Gefälles von 5 bis 6% erreichen wir an einer Brücke des Waipoua River einen Abzweig zum Waipoua Visitor Center. Über eine zwei Kilometer lange schmale, steinige Schotterstraße gelangt man zum Visitor Center mit dem schönen Waipoua Forest Camp Ground (siehe Streckenübersicht), der auch Stellplätze ausschließlich für Zelte auf einer großen Wiese bietet.

Wer sein bepacktes Rad nicht an den Parkplätzen zu den Kauri-Walks abstellen möchte, fährt am besten runter zum Waipoua Forest Camp Ground und besichtigt die Kauris am nächsten Tag in aller Ruhe. Ohne Gepäck lassen sich die 300 Höhenmeter und 9 Kilometer bis zum Kauri Walks Carpark bequem fahren.

Zurück vom Visitor Center auf dem SH12 Hauptstraße müssen wir uns auf den nächsten sechs Kilometern wieder 260 Höhenmeter durch den Nationalpark hinauf arbeiten. Mit einer Steigung von 5 bis maximal 6% ist dieser Anstieg recht bequem fahrbar. Leider fehlen nun die Kauribäume entlang der Straße. Auf dem höchsten Punkt der Straße, 350 Meter über dem Meeresspiegel, verlassen wir den Nationalpark, schlagartig weicht der ursprüngliche Wald baumlosen Farmland und den monotonen Nutzwäldern. Innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten wurde die natürliche Vegetation Neuseelands fast vollständig von den Siedlern vernichtet.

Wir lassen die Räder abwärts durch Weiden laufen. Einen Kilometer nach der Passhöhe verlassen wir den SH12 und biegen in eine steile Schotterstraße zum ausgeschilderten Trounson Kauri Park ein. Wir radeln auf der kurvenreichen und schmalen Straße noch 3,5 Kilometer abwärts durch ein schönes, waldreiches Bachtal. Viele lose Steine auf der Katui Road machen die Fahrt, besonders in den ausgefahrenen Kurven, rutschig. Sieben Kilometer nach Verlassen des SH12 wird der kleine Trounson Kauri Park mit zugehörigem DoC Campground (siehe Streckenübersicht) erreicht.

Ab dem Trounson Park ist die Straße wieder geteert. Wir rollen nun auf 12 Kilometern 240 Höhenmeter sehr schön mit ca. 5% Gefälle abwärts, an einem längeren geraden Straßenabschnitt neigt sich die Straße mit 10%. Hier kann man neue Geschwindigkeitsrekorde fahren.

Sieben Kilometer nach dem Trounson Park gelangen wir wieder auf den SH12. Der Highway führt uns, anfangs überwiegend leicht abwärts, durch das breite ebene Tal mit dem Kaihu River mit großen Rinderweiden. Bis Dargaville radeln wir nun durch Farmland. Drei oder vier kurze Anstiege mit bis zu 8% unterbrechen den ebenen Verlauf des Highways. Es gibt hier einige Holztransporter auf der Straße, die in der Regel in einem großen Seitenabstand überholen. Bei Gegenverkehr bremsen die schwer beladenen Laster jedoch ungerne und kommen den Radlern dann auch mal gefährlich nahe. Besondere Vorsicht ist bei den ausscherenden Anhängern geboten.

Sieben Kilometer vor Dargaville verlassen wir den SH12 und biegen in Richtung Osten in eine Nebenstraße ein, fahren leicht aufwärts auf die östliche Seite des Flusstales und biegen dort in eine weitere Nebenstraße wieder nach Süden ein, um nach vier Kilometern und einigen leichteren Anstiegen im Zentrum von Dargaville anzukommen. Dargaville ist ein größerer Ort mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und Übernachtungsangeboten. Am westlichen Ortseingang gibt es einen i-Site.

Unterkünfte entlang der Strecke von Omapere nach Dargaville sind in der Streckenübersicht beschrieben.

Höhenprofil zur Radtour von Omapere nach Dargaville
Bild: Höhenprofil zur Radtour von Omapere nach Dargaville (—»)