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Europäischer Fernwanderweg E4 - Peloponnes/Griechenlanour

Abschnitt:

Etappe Vytina - Vresthena

Kurz vor Gythio - fast am Ziel
Bild: Im Tal zwischen Kapsia und Agios Georgis

Wir beschreiben auf dieser Seite die Etappe von Vytina nach Vresthena als Teil einer Wanderung auf dem Europäischen Fernwanderweg E4 durch den Peloponnes in Griechenland. Eine Übersicht zu allen Seiten der Wanderung über den E4 - Peloponnes ist oben am Beginn der Seite dargestellt.

Etappenbeschreibung Vytina - Vresthena

Logo E4Für jede Etappe haben wir eine knappe Beschreibung der Strecke und der Landschaft erstellt. Die Einteilung orientiert sich an den von uns gelaufenen Tagesetappen. Eine Tabelle aller wichtigen Wegpunkte (Lebensmittelgeschäft, Unterkunft, Zeltmöglichkeit, Tavernen, Wasserstelle, Hinweise zur Route) findet ihr in der Streckenübersicht. Eine detaillierte Wegbeschreibung findet ihr ausführlich und aktuell im Online-Reiseführer von Ralf Roost.

Etappe Vytina - Kapelle Agios Georgios (26 km)

Südlich von Vytina führt der E4 empor in das Melanon-Gebirge. Der schmale Pfad, steigt steil und umwegsam über Felsen und querliegende Bäume durch dichten Nadelwald hinauf, nach der ersten heftigen Steigung wird der Weg besser gehbar. Am Weganfang liegt auf einem Felsen dekorativ der blanke Schädel eines Schafes als Wegweiser. Alternativ könnt ihr auch der geteerten Straße folgen, die wir kurze Zeit später queren. Das ist deutlich weniger anstrengend, aber bei weitem nicht so schön, wie die Strecke des Wanderweges.

Hinweis:

Der E4 verläuft in Teilstücken auf einem regionalen Wanderweg mit orangefarbenem Quadrat auf weißem Hintergrund als Markierung. Hier fehlt dann öfters der Wegweiser des E4.

Wir wandern auf federnd weichen Waldböden durch einen hohen, dichten Tannenwald. Lange graue Bartflechten hängen von den Bäumen, es gibt Hochmoore und saftige Almwiesen. Wir fühlen uns in die Alpen versetzt. Es ist wirklich traumhaft, doch auch ziemlich anstrengend, denn wir müssen über 900 Höhenmeter bewältigen. Die letzte lange Steigung, bevor wir das Skigebiet und die Hütte des EOS (Griechischer Bergsteigerverein Tripoli) erreichen, hat es noch mal richtig in sich.

Doch dann ist es geschafft. Hinter dem Skigebiet geht es nur noch bergab. Ihr habt die Wahl zwischen der Teerstraße und dem E4. Wir haben notgedrungen die Straße genommen, denn der Pfad des E4 ist im oberen Bereich nicht oder nur sehr schwer gehbar, da stark mit Gestrüpp zugewachsen. Kurz nach der dritten Kehre der Straße treffen wir wieder auf den E4, der nun bis ins Tal in gutem Zustand ist. Den letzten Kilometer bis Kardaras wählen wir aber wieder die parallel zum E4 verlaufende Straße, denn der Wanderpfad verliert sich zunehmend im steilen Waldhang.

Karadaras besteht lediglich aus einer Ansammlung einiger Häuser, die zum Teil verlassen scheinen. Auch die Taverne und das teure Hotel machen einen leeren Eindruck. Hhinter Kardaras ist nun leider bis Kapsia wieder Wandern auf der Straße angesagt. Die letzte halbe Stunde lauft ihr leider auf einer relativ stark befahrenen Straße, jedoch mit breitem Seitenstreifen.

Kapsia ist ein langgestreckter Ort mit viel Autoverkehr, in den ihr nur hinein müßt, um Proviant oder Wasser zu besorgen. Ansonsten können wir direkt am Ortseingang unserem E4 folgen. Er bringt uns endlich weg von Straße und Autolärm. Die folgende Strecke entschädigt uns dafür, denn es geht über verschlungene Ziegenpfade durch ein weites, sehr ruhiges und friedliches Tal mit Wiesen und alten Olivenhainen, die zum großen Teil nicht mehr gepflegt werden. Von hier bis zur Kapelle "Agios Georgios" gibt es so viele wunderschöne Zeltstellen, dass die Auswahl schwer fällt.

Etappe Kapelle Agios Georgios - Tripoli / Psili Vrisi - Sattel hinter Ano Doliana (23 km + 14 km Taxi)

Ab der schon von weitem sichtbaren Kapelle "Agios Georgios" beginnt wieder ein breiter Weg durch schöne, terrassierte Felder. Hier grasen überall Schafe und Ziegen, Eine Gegend, wie aus dem Bilderbuch. Das Tal wird enger und bald erreichen wir das Dorf Perthori. Danach kommen wir rasch zur Straße nach Tripoli. Tripoli ist eine nette, lebhafte Universitätsstadt mit Grünanlagen, Fußgängerzone, vielen Lokalen und Geschäften jeder Art und natürlich vielen Autos - was für ein Kontrast zu der bäuerlichen Idylle, durch die wir kurz zuvor noch gelaufen sind.

Der E4 führt von hier aus durch die Ebene über zum Teil verkehrsreiche Straßen bis zum Dorf Psili Vrisi. Straße sind wir auf der letzten Etappe schon genug gelaufen. Wir empfehlen deshalb, sich für diese ca. 15 Kilomter lange Strecke ab Tripoli ein Taxi zu nehmen.

Hinter dem Dorf Psili Vrisi geht es durch sandige Heidelandschaft leicht bergauf. Überall summt und brummt es, hier wird der gute griechische Honig gesammelt. Am Wegrand stehen unzählige Bienenkästen. Endlich erreichen wir schattigen Wald und an der Kapelle Panagia einen lauschigen Rastplatz mit Quelle, auch schön zum Zelten. Ab hier wandern wir im Flussßbett eines meist trockenen Baches weiter bergan. Zeitweise ist das Laufen wegen der großen Steine, Wurzeln oder querliegender Bäume beschwerlich. Danach geht es aber auf guten Wegen immer weiter sehr schön bergauf durch nicht mehr bewirtschaftete Felder und Wald, bis wir unvermittelt mitten im Dorf Ano Doliana auf die Straße kommen.

Der sehr schöne Ort liegt auf 1000 Metern Höhe mit einem weiten Blick bis zum tief in der Ebene gelegenen Tripoli. Traditionelle Bruchsteinhäuser stehen übereinandergetürmt am steilen Berghang. Viele von ihnen sind nur im Sommer bewohnt, wenn die Hitze im Tal unten unerträglich wird. Es kann sinnvoll sein, hinter dem Dorf weiter auf der Straße zu laufen, da der Pfad des E4 stark verwildert ist. Auch im weiteren Verlauf führt der E4 durch sehr dichtes Macchiagestrüpp und ist aus unserer Sicht nicht mehr passierbar, so dass ihr wahrscheinlich die Straße nehmen werdet, auch wenn hierdurch einige zusätzliche Kilometer anfallen. Zelten ist hier wegen der Vegetation unmöglich.

Dann sind wir oben auf dem Kamm auf etwa 1250 Metern Höhe. Ungefähr 2 Stunden hinter Ano Doliana (beim Weg über die Straße) finden wir endlich in der Nähe eines Wasserrervoirs unter schönen Esskastanienbäumen sehr gute Zeltstellen.

Etappe Sattel hinter Ano Doliana - Vresthena (28 km + 4 km über Straße nach Agios Petros)

Auf dem Höhenrücken mit herrlichem Blick über die Berge geht es sehr schön mit etwas Auf und Ab bis zu einer Straße, die bergab in das sehenswerte Dorf Agios Petros führt.

Hier müsst ihr euch zwischen zwei Alternativrouten entscheiden (siehe Karte: Wegführung bei Agios Petros):

1. E 4-Markierung zur Umgehung von Agios Petros

Der mit Wegweisern markierte E4 folgt der o.g. Straße nur für wenige Meter und biegt bei km 157,3 gleich wieder nach rechts ab. Schließlich erreicht ihr an einem Sattel die von Agios Petros kommende Teerstraße (km 164,3).

2. GPS-Track nach Agios Petros

Nach Agios Petros lauft ihr die Straße weiter bergab. Allerdings solltet ihr bei km 159,6 nicht dem GPS-Track (entsprechend dem im Online-Wanderführer von Rolf Roost beschriebenen "Tipp") auf einen Betonweg folgen. Zum einen führt dieser Weg über ein (offensichtlich) privates Grundstück mit einer Hütte, die von mehreren frei laufenden Hunden bewacht wird, welche den Wanderer nicht passieren lassen. Zum anderen muss man anschließend steil in ein Tal absteigen und auf der anderen Seite wieder nach Agios Petros hinaufkraxeln. Besser ist es, bis zum Ort auf der Fahrstraße zu bleiben, auch wenn dieser Weg weiter ist.

Karte Abschnitt Vytina - Vresthena
Bild: Karte Abschnitt Vytina - Vresthena
Wegführung bei Agios Petros (Etappe Sattel hinter Ano Doliana - Vresthena)
Bild: Wegführung bei Agios Petros (Etappe Sattel hinter Ano Doliana - Vresthena)
Im Melanongebirge
Bild: Im Melanongebirge
Durch das Flussbett des Dolianitis
Bild: Durch das Flussbett des Dolianitis
Morgenstimmung
Bild: Morgenstimmung südlich von Ano Doliana
Ano Doliana
Bild: Ano Doliana
Bild: Heidelandsshaft hinter Psili Vrisi
Bild: Heidelandschaft hinter Psili Vrisi

Von Agios Petros lauft ihr quer durch den Ort bergauf (Abkürzung gegen über GPS-Track) und dann über die Teerstraße hoch zu einem Sattel (km 164,3).

Auf dem Sattel bei km 164,3 laufen beide Routen wieder zusammen. Nun wird der staubige, etwas steinige Weg etwas eintönig. Durch Esskastanien- und Walnussplantagen oder vorbei an Macchiagestrüpp kommen wir bequem bergab in das sehr schöne größere Dorf Karies. Hier bietet sich für eine Rast ein großer Dorfplatz mit Brunnen und Tavernen unter schattigen Bäumen an.

Immer weiter geht es auf der Schotterstraße, die sich in vielen Kurven stetig bergab führend entlang des Hanges durch endloses Macchiagestrüpp windet. Diese schattenlose Strecke zieht sich und ist etwas langweilig. Schon von weitem sehen wir am Hang die Häuser des Dorfes Vresthena, unser Etappenziel. Schließlich erreichen wir die Talsohle und ein breites, ausgetrocknetes Flussbett, auf der anderen Seite finden sich unter schattigen Esskastanien sehr schöne Zeltstellen, die ersten seit fast 30 Kilometern.

Es ist also ein ziemlich langer Wandertag seit dem Sattel oberhalb von Ano Doliana, wenn man der Route über Agios Petros folgt. Allerdings geht es ja überwiegend bergab so dass diese Etappe auch in ihrer längeren Version an einem Tag gut zu machen ist. (Nächste Seite Nächste Seite)