Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

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Europäischer Fernwanderweg E4 - Peloponnes/Griechenland

Abschnitt:

Praktische Tipps

Bergdörfer in der Region Mani
Bild: Bergdörfer in der Region Mani

Wir geben auf dieser Seite Hinweise zur Wanderung quer durch den Peloponnes in Griechenland auf dem Europäischen Fernwanderweg E4. Eine Übersicht zu allen Seiten der Wanderung über den E4 - Peloponnes ist oben am Beginn der Seite dargestellt.

Praktische Tipps

Reisezeiten

Die optimale Reisezeit für eine Wanderung durch den Peloponnes ist sicherlich das Frühjahr von Mitte April bis Mitte Juni. Dann ist alles grün, die Wiesen und Obstbäume sind voller Blüten und die Berggipfel vielleicht noch vom Schnee bedeckt.

Schön ist aber auch eine Wanderung von September bis Oktober. Die Bäume werden bunt, Obst und Nüsse sind reif und im Wald gibt es Unmengen von Pilzen. Die Tagestemperaturen sind mit ca. 20-25 Grad zum Wandern herrlich, auch wenn es nachts im Oktober in den Bergen schon leichten Frost geben kann. Bis ca. Mitte November könnt ihr den Weg noch laufen. Das Wetter ist dann jedoch wechselhafter und regnerischer.

Wanderführer und Orientierung

Online-Wanderführer E4-Peloponnes von Rolf Roost

Sehr zu empfehlen ist der Online- Wanderführer von Rolf Roost. Das PDF-Dokument könnt ihr gegen eine geringe Gebühr auf der Webseite E4-Peoloponnes kaufen .

Der Wanderführer enthält eine sehr detaillierte Beschreibung für jede der 15 vorgesehenen Etappen mit.

  • Länge, Höhenmeter, Laufzeit
  • Wegbeschreibung
  • Höhendiagramm
  • Übersichtskarte
  • GPS-Tracks zum Download
  • Unterkünfte mit Kontaktdaten
  • Taxiunternehmen für Gepäcktransport oder Shuttelservice.

Der Wanderführer wird jährlich aktualisiert.

Outdoor-Wanderführer Conrad Stein Verlag: Griechenland - E 4 Peloponnes von Rolf Roost, 2007/2017

Dieses Buch ist nicht mehr im Handel erhältlich und sollte auch nicht mehr genutzt werden, denn die Routenführung ist in Teilen veralt. Die beschriebenen Wege werden nicht mehr gepflegt und sind damit nicht mehr gehbar.

Markierung und GPS-Track

Im Allgemeinen sind die Wege gut und eindeutig markiert. An einzelnen Stellen verliert man aber leicht die Route oder der E4 verläuft auf regionalen Wanderwegen, dort ist dann eine E4-Markierung nicht immer vorhanden.

Die Orientierung mit einer geeigneten App auf dem Smartphone oder einem GPS-Gerät und einem GPS-Track ist deshalb äußerst hilfreich und wird von uns unbedingt empfohlen. Die GPS-Daten zur Gesamtstrecke könnt ihr euch bei Outdooractive herunterladen.Wir empfehlen unbedingt diesen GPS-Track zu nutzen, der auch kontinuierlich von Rolf Roost (s.o.) aktuell gehalten wird. An einigen wenigen Stellen gehen GPS-Track und E4-Markierung über unterschiedliche Routen. Hierauf weisen wir in der Streckenübersicht und in unserer Etappenbeschreibung explizit hin.

Zusammen mit dem aktuellen Online-Wanderführer von Rolf Roost seit ihr dann bestens für die Tour ausgestattet. Eine Wanderkarte ist nicht nötig.

Übernachtung

Unterkünfte

Es ist grundsätzlich möglich, den Weg ohne Zelt zu laufen und jede Nacht in einem Hotel oder Privatzimmer, manchmal auch einer Gemeindeunterkunft oder Berghütte, zu verbringen. Dann seit ihr allerdings auf die o.g. 15 Tagesetappen mit Wanderzeiten von meist nur 5 Stunden festgelegt.

In manchen Orten gibt es nur eine einzige (und nicht immer preiswerte) Unterkunftsmöglichkeit, vereinzelt ist auch ein Shuttle vom Etappenende per Taxi zu einer Unterkunft und am anderen Tag wieder zurück zum Wanderweg nötig.

Im o.g. Online-Wanderführer sind für jedes Etappenende Unterkünfte benannt, die Sponsoren des E4 sind und die Instandhaltung des Weges unterstützen. Es wird empfohlen, diese schon 1-2 Tage im Voraus telefonisch zu kontaktieren, denn nicht immer ist der Gastgeber auch vor Ort oder es ist unsicher, ob die Unterkunft überhaupt geöffnet hat. Das gilt vor allem für die Unterkünfte in den kleinen Bergdörfern. In den Städten gibt es ein größeres Angebot von Hotels und Privatzimmern, hier ist eine Voranmeldiung nicht nötig.

Die Orte mit Unterkünften findet ihr in unserer Streckenübersicht.

Zelt

Wer flexibler sein oder gerne größere Etappen laufen will, kommt um das Zelten nicht herum. Für uns ist das ohnehin die optimale Übernachtungsart beim Wandern und wir haben uns überall in Griechenland dabei absolut sicher gefühlt.

Geeignete Zeltstellen finden sich ausreichend, oft sind wunderbare Plätze darunter. In der Regel werdet ihr aber kein Wasser am Zeltplatz haben.

Offiziel ist zwar Wildcampen in Griechenland untersagt, in der Praxis stört dies jedoch niemanden. Selbstverständlich ist offenes Feuer ein absolutes Tabu und ebenso gilt natürlich das Motto: Hinterlasse keine Spuren. Und damit ist auch das benutzte Klopapier gemeint, das in einem verschließbarem Plastikbeutel selbstverständlich mitzunehmen ist.

Wir geben in der Streckenübersicht Hinweise zu guten Zeltstellen bzw. zu Streckenabschnitten, wo man aufgrund der Topographie, Besiedlung oder der Vegetation nicht zelten kann.

Einkauf und Trinkwasser

In der Streckenübersicht findet ihr die Orte mit Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel sowie Einkehr in Tavernen oder Kafenions und die Wasserstellen unterwegs.

Gaskartuschen

Wir waren ohne Kocher unterwegs, brauchten also kein Gas. Ansonsten muss man zu Beginn der Wanderung Gaskartuschen kaufen, da der Transport im Flugzeug nicht gestattet ist. Im Forum Outdoor-Net haben wir hierzu folgende Hinweise (Stand 2017) gefunden, die wir aber nicht überprüft haben :

  • "Als Gaskartuschen für den Kocher scheint es am ehesten Stech- und (Campingaz-) Ventilkartuschen zu geben - unter Umständen in gut sortierten Supermärkten der Städte. Schraubkartuschen gibt es, wenn überhaupt, dann nur in Outdoorläden, z.B. in AlpamayoPRO Outdoor Sports Gear (Athrium Shopping-Center, Char. Trikoupi 6, Athen)."
  • "In Diakopto gibt es im Supermarkt in Bahnhofsnähe verschiedene Sorten Gaskartuschen" .
Bequemer Weg nach Kato Louisi
Bild: Bequemer Weg nach Kato Louisi
Wasser gibt es nur am Dorfbrunnen
Bild: Wasser gibt es nur am Dorfbrunnen
Kletterpartie zur Umgehung von Windbruch (Weg zwischen Kapelle "Agios Dimitros" und Arna)
Bild: Kletterpartie zur Umgehung von Windbruch (Weg zwischen Kapelle "Agios Dimitros" und Arna)
Naturzeltstelle bei Vresthena
Bild: Naturzeltstelle bei Vresthena
Wildschweine sind überall
Bild: Wildschweine sind überall

Lebensmittel

Provianteinkauf ist in den größeren Orten und in einigen Bergdörfern möglich. Nicht immer haben aber die kleinen Läden in den Dörfern auch geöffnet. Manche haben lange Mittagspausen oder sind nur in der Saison im Sommer offen. Das gleiche gilt für Tavernen oder Kafenions. Sonntags sind generell alle Geschäfte geschlossen. Ihr sollte also immer einen Notvorrat dabei haben.

Das Lebensmittelangebot in den kleinen Läden ist beschränkt. Obst und Gemüse gibt es in der Regel nur wenig. Grundnahrungsmittel, wie Nudeln, Brot und Käse sind aber aber immer da und mit etwas Flexibilität werdet ihr nicht hungern müssen. Nur in den Städten Diakopto, Tripoli, Sparta und Gythio gibt es sehr große Supermärkte mit einem umfassenden Angebot.

Wasser

Trinkwasser ist zuverlässig nur in Orten zu haben, denn dort gibt es Brunnen (meist am Dorfplatz) und notfalls bittet ihr einfach an einem Haus oder in einer Taverne um Wasser. Niemand wird einen Wanderer abweisen.

Außerhalb von Orten werdet ihr manchmal an Viehtränken oder in Brunnen gefassten Quellen vorbei kommen, die aber je nach Jahreszeit auch trocken sein können. Auf Wasser aus Bächen solltet ihr nicht setzen, diese sind in der Regel trocken.

Wir hatten PET-Flaschen mit insgesamt 1,5 Litern Fassungsvermögen je Person dabei und sind damit gut ausgekommen. Das ist aber sicherlich sehr individuell, daher ggf. noch einen Wassersack als Reserve mitnehmen. Einen Wasserfilter braucht ihr nicht.

Ausrüstung

Die Wanderpfade sind streckenweise von dornigen und stacheligen Pflanzen zugewachsen. Sowohl der Rucksack als auch die Kleidung sollten daher sehr robust und möglichst reißfest sein.

Für das Zelt empfehlen wir wegen der vielen spitzen Steine und dornigen Pflanzen eine Bodenplane als Unterlage.

Wanderstöcke erleichtern das Laufen auf den häufig sehr steinigen, steilen Pfaden sehr und entlasten die Gelenke.

Die Schuhe müssen ein gutes Profil haben und rutschfest sein. Ob ihr mit Trailrunnern oder halbhohen Wanderschuhen läuft, ist Geschmackssache. Watschuhe zum Furten braucht ihr nicht.

Tiere

Hüte- und Wachhunde sind für viele Wanderer in Griechenland ein Thema, aber kein Grund auf eine Tour zu verzichten. Wütend angebellt wurden wir fast jeden Tag, angegriffen dagegen nie.

Bei Hunden, die ohne Hirten unterwegs sind, solltet ihr möglichst einen ausreichenden Abstand einhalten, ggf. einen leichten Bogen gehen und auf keinen Fall zwischen Hund und den von ihnen bewachten Tieren oder Gebäuden laufen. Direkten Augenkontakt zum Hund vermeiden. Es hilft sehr, einen Stein wie zum Wurf hoch zu halten oder nach dem Tier zu werfen. Notfalls in aller Ruhe den heldenhaften Rückzug antreten und einen Umweg machen. Nicht laufen, das weckt den Jagdinstinkt.

Es sind enorm viele Wildschweine in der Region unterwegs. Beim Wandern werdet ihr ihnen kaum begegnen, denn die Tiere sind nachtaktiv und kommen erst in der Dämmerung aus dem Unterholz. Deshalb nicht in der Nähe von durchwühltem Boden oder dichtem Unterholz zelten. Notfalls lassen sie sich durch Lärm oder imitiertes Hundegebell vertreiben.Gefährlicher als die Tiere selbst sind für Wanderer wahrscheinlich die Jäger, die im Herbst vorzugsweise am Wochenende auf Treibjagd gehen.

Von den vorkommenden Giftschlangen ist nur die Hornotter (auch Sandviper genannt) potentiell die für Menschen gefährlich. Der Biss der Zornnatter ist zwar ungiftg, kann aber starke Blutungen hervor rufen. Skorpione und giftige Spinnen sind verbreitet. Deshalb morgens immer die Schuhe vor dem Anziehen kontrollieren und nicht in Trekkingsandalen wandern. (Nächste Seite Nächste Seite)