Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Auf dieser Seite:

Übersichts-Infos Skandinavien


Abschnitt:

Topografie, Karten und Übernachten

Topografie Norwegen

Norwegen ist ein gebirgiges Land. Es wird kaum gelingen, eine Radtour in Norwegen ohne Auf und Ab zu planen. An den Küsten ragen die Fjorde sehr steil aus dem Meer auf, was sich natürlich auch auf den Straßenverlauf auswirkt. Um von einem Fjord zum nächsten zu gelangen, sind immer wieder Gebirgszüge zu überwinden oder steil ins Meer abfallende Bergwände müssen umfahren werden. Dann kann es des öfteren einige hundert Höhenmeter bergan gehen. Die größten Höhenunterschiede liegen bei etwa 1400 Metern. In den Fjorden beginnt der Aufstieg ja immer auf Meereshöhe. Ins Sognefjell bei Jotunheimen sind z.B. auf einer Strecke von knapp 20 Kilometern 1440 Höhenmeter vom Sognefjord aus zu bewältigen. Wer nicht ständig extrem hoch und runter fahren möchte, sollte seine Route sorgfältig planen. Trotzdem bleibt es uns Tourenradlern in Norwegen nicht erspart, viele Höhenmeter zu fahren, was aber natürlich auch den Reiz einer solchen Tour mit ausmacht. Und außerdem wird man ja immer durch die Abfahrten belohnt.

Topografie Schweden

Im Vergleich zu Norwegen ist Schweden richtig flach. Entlang der schwedisch-norwegischen Grenze geht es jedoch auch in Schweden sehr viel rauf und runter und insbesondere auf den wenig befahrenen Nebenstraßen sind dort Steigungen von acht Prozent und mehr keine Seltenheit. Von Westen nach Osten werden die Berge zunehmend flacher. Die von Süden nach Norden verlaufende Europastraße 45 hat schon recht gemäßigte Steigungen. Die Flüsse und mithin die Täler verlaufen in Schweden überwiegend von Westen nach Osten. Da eine Radtour durch Nord- und Mittelschweden zwangsläufig immer in Nord-Südrichtung oder umgekehrt verläuft, kommt man an einem andauernden Auf und Ab nicht vorbei. Nur in der Nähe der Küsten und im Süden gibt es kaum Erhebungen.

Topografie Finnland

Finnland wird nicht selten als Paradies für Radfahrer bezeichnet, weil es so flach sei. Wer das schreibt, ist entweder mit dem Auto durchgefahren oder hat eine sehr gute Kondition. Abseits der Küsten geht es in der Regel andauernd rauf und runter. Die Straßen sind wie Wellen mit Höhen zwischen 30 und 100 Metern. Von einem Wellenberg aus kann man oft das Auf und Ab der nächsten Kilometer überschauen. Auf Dauer, heißt über hunderte Kilometer, geht das nicht nur auf die Kondition, sondern auch ganz schön an die Psyche. Denn es gibt keinen Passhöhen zu bezwingen, wo man, oben angelangt, auf seine Leistung stolz sein und sich an dem Ausblick erfreuen kann. Nach jedem Wellendurchlauf hat man die Gewissheit, dass noch unzählige folgen und die kurze Abfahrt geht meist unmittelbar in die nächste Steigung über.

Topografie Dänemark

Das Land ist überwiegend sehr flach. Im Vergleich zu den übrigen skandinavischen Ländern ist es sogar platt wie ein Brett. Trotzdem gibt es zum Beispiel auf dem von uns beschriebenen Radweg Berlin-Kopenhagen einige sanfte Hügel zu bezwingen und in den Höhenprofilen zeigt sich auch in Dänemark keine waagerechte Linie.

Karten Norwegen

Wir verwenden ausschließlich die "Cappelen Kart" vom Verlag Kümmerly+Frey. Fünf Karten im Maßstab 1:335.000 decken das Land vollständig ab. Sie sind von 1 bis 5, beginnend in Südnorwegen, durchnumeriert. Steigungen sind aus den Karten leider nicht ersichtlich. Bei Pässen wird jedoch häufig die Passhöhe angegeben. Campingplätze, Hotels und Pensionen sind eingezeichnet. Die Angaben sind manchmal nicht auf dem neuesten Stand. Hinweise zu Campingplätzen und Hotels sind in unseren Tourenbeschreibungen enthalten. Darüber hinaus führen wir bei den Tourenbeschreibungen die erforderlichen Cappelen-Karten auf.

Karten Schweden

Für Schweden gibt es die Cykelkartan von der Norstedts Förlagsgrupp AB im Maßstab 1:90.000. Auf Grund des großen Maßstabs benötigt man allerdings eine Unmenge Karten für die Tour. Zudem decken die Karten auch nicht das ganze Land ab. Wir haben uns stattdessen mit den Autokarten Norra Norrland beholfen. Vier Karten im Maßstab von 1:250.000 und zwei für den Norden im Maßstab 1:400.000 decken das ganze Land ab. Campingplätze sind eingezeichnet.

Karten Finnland

Für Finnland gibt es die hervorragenden, sehr empfehlenswerten Fahrradkarten Pyöraily GT 1 bis 6 von Karttakeskus. Sechs Blätter decken das ganze Land ab mit einem Maßstab von 1:200.000 im Süden bis 1:400.000 im Norden. Sie enthalten eine Unmenge touristischer Informationen, Höhenlinien und abseits der Städte sogar Infos zu den raren Einkaufsmöglichkeiten.

Übernachten

Detaillierte Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten sind bei den einzelnen Touren beschrieben.

Campingplätze

Das Zelt ist unseres Erachtens in Skandinavien die beste Möglichkeit zum Übernachten. Es gibt eine ganze Menge Campingplätze in den Ländern. Abgesehen von den Plätzen in in Dänemark und den südlichen Landesteilen Norwegens, Schweden und Finnlands ist Dauercampen noch nicht so verbreitet und damit ein anderes Ambiente auf den Plätzen vorhanden. An den touristischen Brennpunkten sind die Zeltplätze natürlich in der Hauptsaison sehr voll. In der Regel sind die Plätze von guter bis sehr guter Qualität. Auf Grund der Witterung gibt es recht viele Plätze mit Küchen und Aufenthaltsräumen für schlechtes Wetter. Für warme Duschen muss man in Schweden und Norwegen häufig extra (Münzautomaten) bezahlen.

Skahjem CampingSehr angenehm ist die Möglichkeit, auf vielen Campingplätzen Hütten mieten zu können. Sie haben sehr unterschiedlichen Komfort; die Spanne reicht von Einraumhütten mit einem Etagenbett und einer Kochplatte bis zu Hütten mit mehreren Schlafräumen, Küche, Dusche und WC. Entsprechend variieren die Preise von 50 bis weit über 200 €uro pro Tag. In der Hauptsache werden Zwei- und Vierbetthütten mit Kochplatte ohne Dusche und WC angeboten. Man muss dann die zentralen Sanitäranlagen des Campingplatzes benutzen. Bettwäsche bzw. Schlafsack sind immer mitzubringen. Bei "Sauwetter" sind die Hütten natürlich schnell ausgebucht, da dann auch viele Reisende mit Zelt versuchen, eine trockene Unterkunft zu bekommen.

In den Tourenbeschreibungen sind alle Campingplätze aufgeführt.

Übernachten in der Natur

In Norwegen, Schweden und Finnland darf in der "freien" Natur gezeltet werden. Da wir als Radfahrer an die Straßen gebunden sind, ist es jedoch in Südnorwegen und Südschweden oft nicht einfach, einen sichtgeschützten Platz mit Wasserstelle zu finden. Auf Privatgrundstücken darf man natürlich nicht zelten oder muss vorher den Besitzer fragen. Mit ein wenig Geduld ist es trotzdem fast immer möglich, einen "wilden" Platz für das Zelt zu finden. Auch wenn auf die warme Dusche verzichtet werden muss, sind dies dann oft die schönsten Ubernachtungsstellen einer Radtour.

Zimmer

Auf Grund der sehr hohen Preise raten wir davon ab, in Hotels zu übernachten. Auch die Jugendherbergen und Hostels sind recht teuer. Abseits der wenigen großen Städte und der touristischen Brennpunkte gibt es häufig nur vereinzelt Hotels. Es ist deshalb nur schwer möglich, eine Radtour durch Skandinavien nur auf Hotels oder Privatzimmer abzustützen. Wer nicht zelten mag, sollte zumindest bereit sein, auf den Campingplätzen in Hütten zu übernachten. (—»)