Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Auf dieser Seite:

Übersichts-Infos zu Skandinavien


Abschnitt:

Einführung und Reisezeiten

Auf den folgenden Seiten geben wir einen kurzen Überblick über die wichtigsten Aspekte für das Reisen mit dem Fahrrad in den skandinavischen Ländern.

Norwegen

Norwegen ist landschaftlich wunderschön. Das Land bietet eine einzigartige Kombination aus Gebirgen und Wasser in Form von unzähligen Seen, Flüssen, Bächen und nicht zuletzt dem Meer. Von den schnee- und gletscherbedeckten Bergen bis zum Meer sind oftmals nur wenige Kilometer zu fahren. Gerade wer mit der Geschwindigkeit des Fahrrades reist, kann in Norwegen die ganze Vielfalt des Landes in kurzer Zeit intensiv bewundern.

Schweden

Schweden kann hinsichtlich der landschaftlichen Vielfalt nicht ganz mit Norwegen mithalten. Schweden fehlen die steilen, tiefen Fjorde Norwegens. Zum Ausgleich bietet Schweden im Süden mit seinen vielen Seen eine eher liebliche Kulturlandschaft. An den Küsten findet man kilometerlange Sandstrände. Im Norden radelt man tagelang durch riesige Wälder und entlang der schwedisch-norwegischen Grenze ist es sehr gebirgig.

Finnland

Finnland ist für uns das Land mit unendlichen Wäldern, unzähligen Seen und einer wunderbaren Einsamkeit. Hier findet man sogar als Radler nicht weit von den Straßen herrliche Zeltstellen an den vielen Seen und Flüssen. Romantische Abende am Lagerfeuer mit Blick über das Wasser sind für uns unbedingt Teil einer Radtour durch Finnland

Dänemark

Dänemark ist ziemlich flach. Wiesen, Felder und natürlich das Meer mit seinen vielen Sandstränden dominieren eine Radtour durch das Land. Aber wer zum Beispiel den Radweg Berlin-Kopenhagen radelt, wird auch durch größere Wälder auf ungeteerten Wegen entlang von Steilküsten kommen.

Herausforderungen in Norwegen

Norwegen ist überwiegend sehr gebirgig. Radfahren bedeutet hier ein ständiges Auf und Ab mit nicht selten sehr ansehnlichen Steigungen und Gefällstrecken.

Detaillierte Informationen zu den Steigungen der Radwege liefern die von uns erstellten Höhenprofile zu jedem Tourenabschnitt.

Das Wetter ist wechselhaft, man könnte auch sagen "unzuverlässig". Im Sommer reicht die Spanne auch im Süden von viel Regen bei Temperaturen um 10 Grad bis zu tage- und wochenlangem Sonnenschein bei über 25 Grad. Im Norden kann es deutlich kälter, aber auch hochsommerlich heiß werden.

Und: Norwegen ist kein Land für Gourmets. Nicht zuletzt auch um den Geldbeutel zu schonen, sollte man selber kochen.

Herausforderungen in Schweden

An der Grenze zu Norwegen erwarten den Radler auf den schmalen Nebenstraßen auch in Schweden einige extreme Steigungen.

Eine große Herausforderung ist das tagelange Kurbeln durch die unendlichen Wälder Nordschwedens. Auf diesen Strecken gibt es recht wenig landschaftliche Abwechslung und nur selten mal einen größeren Ort zu sehen. Tagelang geht es nur durch Wald, Wald, Wald.

Bei entsprechendem Wetter können besonders im Juli unzählige Mücken und Bremsen im Norden eine Plage werden. Bei großer Hitze haben wir in Lappland zeitweise kaum Pausen eingelegt. Sobald man nicht mehr in Bewegung ist und es sich irgendwo gemütlich macht, sind die Mücken auch schon da. Und wenn es heiß ist, können Bremsen sehr unangenehm werden. In Steigungen umkreisen sie den Radler bei geringen Geschwindigkeiten und warten nur auf eine günstige Gelegenheit. Ihr Biss hinterläßt dicke, schmerzhafte Beulen. Mit den überall erhältlichen Mückenmitteln lassen sich Bremsen und Mückeln ganz gut fernhalten. Das heißt, sie berühren nicht die Haut, umkreisen uns aber weiterhin unentwegt auf der Suche nach einer Hautstelle oder dünnem Stoff, die nicht eingerieben sind.

RV815, Lofoten
Bild: RV815 auf den Lofoten
Lyngenfjord, Norwegen
Bild: Lyngenfjord in Nordnorwegen

Herausforderungen in Finnland

Was wir zu Schweden geschrieben haben, gilt mit einer Ausnahme auch für Finnland:

Es gibt keine nennenswerten Berge. Aber es erwarten den Radler trotzdem unentwegt Steigungen. Abseits der Küsten geht es ständig zwischen dreißig und hundert Metern rauf und runter. Die Straßen sind wellig wie das Meer. Von einem Wellenberg kann man in der Regel die nächsten zwei oder drei Wellen übersehen. Die Steigungen betragen dann gerne acht Prozent, auf den kleinsten Sträßchen oft auch deutlich mehr. Nach 80 oder 100 Kilometern solchen "Wellenreitens" ist man dann ganz schön geschafft.

Herausforderungen in Dänemark

Zu Dänemark fallen uns keine richtigen "Herausforderungen" ein. Radtouren in Dänemark sind einfach beschaulich und bequem und ein wenig schlechtes Wetter kann es überall mal geben, das sollte für den Tourenradler kein Thema sein.

Reisezeit für Radtouren in Norwegen

Eine gute Reisezeit für Radfahrer ist Juni bis September. Im Juni liegt in den Bergen und im Norden allerdings noch Schnee und im September, in den Bergen schon Ende August, gibt es schon wieder Nachtfröste. Ein Erlebnis sind jedoch im Sommer immer die hellen Nächte.

Mit dem Wetter kann man Glück oder Pech haben. Wir haben sowohl schon mehrere Wochen ununterbrochen Sonnenschein (im Norden wirklich 24 Stunden am Tag) mit ca. 25-30 °C erlebt, aber auch tagelangen Regen mit Temperaturen um die 5-10 °C.

Im Allgemeinen ist es im Südosten Norwegens trockener als im Südwesten. Die Stadt Bergen ist mit 2000 mm Niederschlag im Jahr sehr regensicher. In den Fjorden in Südnorwegen sollte man sich nicht auf den Wetterbericht verlassen. Wenige Kilometer Distanz entscheiden oftmals zwischen Sonnenschein und Regen.

Reisezeit für Radtouren in Schweden

In den Bergen an der schwedisch-norwegischen Grenze kann man mit ein wenig Glück von Juni bis September radeln. Im Süden und an der Küste ist Radelsaison von Mai bis Oktober und Abgehärtete können dort auch ganzjährig ihre Touren machen.

Schweden liegt schon mehr im Windschatten des skandinavischen Gebirges und hat daher tendentiell weniger Regen als Norwegen.

Reisezeit für Radtouren in Finnland

Von Mitte Juni bis Mitte August ist Hauptreisezeit in Finnland. Dann sind die meisten Campingplätze geöffnet. Ab Mitte August haben viele Campingplätze schon wieder geschlossen. Die Mückensaison endet ungefähr Mitte August. Unseres Erachtens beginnt dann die beste Zeit für Radtouren mit Zelt. Allerdings kann es dann nachts auch schon Frost geben. Wer im Zelt übernachtet, sollte die Mückensaison tunlichst umgehen.

Das Klima ist stärker kontinental gepägt und die Sommer in Finnland sind deutlich wärmer und trockener als bei den skandinavischen Nachbarn. Im Hoschsommer kann es in ganz Finnland mit Temperaturen bis zu 30 Grad sehr heiß werden und im Winter kann es bis auf -30 Grad gehen.

Reisezeit für Radtouren in Dänemark

Für Dänemark sehen wir keine Beschränkungen in der Reisezeit, natürlich ist aber der Sommer auch hier die Hochsaison. (—»)