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Tour durch Island nach Látrabjarg und zum Rauðarsandur

Abschnitt:

Über die Straße 612 nach Látrabjarg

Karte zur Tour nach Látrabjarg und zum Rauðarsandur
Bild: Karte zur Tour über die 612 nach Látrabjarg und über die 614 zum Rauðarsandur

Diese Tourenbeschreibung richtet sich an Auto-Reisende mit PKW oder Wohnmobil und Rad-Tourenfahrer.

Wir beschreiben auf dieser Seite eine Strecke durch Island vom Patreksfjörður über die Piste 612 zum Vogelfelsen Látrabjarg. Eine Übersicht zu allen Seiten der Tour 612 befindet sich am Beginn dieser Seite.

Tour durch Island über die Straße 612 nach Látrabjarg

Ausgangsort dieser Tour ist der Abzweig der 612 von der Hauptverbindungsstraße 62 am Patreksfjörður im Südwesten der Westfjorde Islands. Zur Anfahrt siehe unsere Beschreibung einer Rundfahrt durch die Westfjorde.

Auf dieser Seite beschreiben wir eine Tour über die 612 zum berühmten Vogelfelsen Látrabjarg und auf einer Folgeseite einen Abstecher von der 612 über die 614 zum Sandstrand Rauðarsandur.

Die gesamte durch die Piste 612 erschlossene Halbinsel im äußersten Südwesten der Westfjorde ist durch sehr steile, bis zu 650 Meter hohe Berge geprägt. Gegen Westen verlieren sie etwas an Höhe und erreichen bei Látrabjarg nur noch 450 Meter über dem Meeresspiegel. An mehreren Stellen der Halbinsel haben sich weite sandige Buchten gebildet, wie z.B. der Rauðarsandur ("Roter Sand").

Höhendiagramm zur Tour über die Straße 612 nach Látrabjarg
Bild: Höhendiagramm zur Tour über die Straße 612 nach Látrabjarg

Von der 62 biegen wir am Ende des Patreksfjörður in die auf den ersten 9 Kilometern geteerte 612 ein. Steil ragen Schotterflanken links der Straße auf. Nach 3 Kilometern sehen wir in einer flachen Bucht das rostige Wrack der Garðar auf dem Sandstrand liegen. Natürlich hält jeder Tourist für ein Foto an, obwohl es eigentlich nichts Besonderes zu sehen gibt.

Fünf Kilometer nach der Garðar zweigt links die Piste 614 zum Rauðarsandur ab (siehe separate Seite).

Nach weiteren 4 Kilometern erreicht die 612 den Flughafen Patreksfjörður. Er besteht lediglich aus einer - immerhin geteerten - Landebahn, die jedoch kaum genutzt wird.

Wir steuern nun auf die beeindruckende Klippe Hafnarmúli zu, die, mit Ausnahme eines kleinen Schotterkegels an ihrem Fuß, mehrere hundert Meter senkrecht zum Meer abfällt. Die 612 führt unmittelbar entlang der steilen Wand und wurde teilweise in die fast senkrechten Schotterkegel gegraben.

Hinter dem Hafnarmúli zieht sich die ebene sandige Bucht Örlygshöfn 4 Kilometer ins Land hinein, ein wahres Vogelparadies. Unsere Piste führt am Rand der Bucht ins Land bis zu einer Straßenverzweigung. Die 612 quert hier die Halbinsel auf einem 330 Meter hohen Pass.

Nach rechts zweigt die Piste 615 ab. Es lohnt diese Strecke noch für einige Kilometer entlang einer atemberaubenden Steilküste zu fahren. Nach der Steilküste haben sich in flacherem Gelände einige Bauernhöfe angesiedelt. Durch einen Einschnitt wechselt die 615 dann ebenfalls auf die Südseite der Halbinsel und bindet einige an ihrem Ende liegende Bauernhöfe an. Wir sehen diesen Abschnitt nach der Steilküste als landschaftlich nicht sehr lohnend an, es gibt in diesem Bereich auch keine Möglichkeiten zum Übernachten. Die Bauern haben das gesamte Gelände mit Verbotsschildern hinsichtlich Campen bepflastert.

Nicht weit von der Kreuzung von 612 und 615 liegt mitten im Nirgendwo das private Volks- und Luftfahrtmuseum Hnjótur, das eine Ausstellung zur isländischen Luftfahrtgeschichte mit diversen Flugzeugen bietet.

Nach dem Abzweig der 615 steigt die Straße kontinuierlich während 4 Kilometern um 330 Höhenmeter an. Die Steigung beträgt im Durchschnitt 7% und häufig auch 10%. Touren-Radfahrer müssen sich mit dem Pass den Vogelfelsen Látrabjarg hart erarbeiten.

Nach der Passhöhe rauschen wir auf 3,6 Kilometern wieder 230 Höhenmeter hinab. Auf der Westseite liegt an der weiten Bucht Breiðavik mitten in einer grünen Wiese ein Hotel mit Campingplatz (siehe Streckenübersicht).

Wir befinden uns noch auf 80 Metern über Meeresniveau und müssen entlang der Küste erneut hinauf zu einer Passhöhe von 220 Metern. Dann geht es endlich während 3 Kilometern ganz hinunter zum Meer.

Kurz nach der Passhöhe zweigt links eine ca. 11 Kilometer lange Piste zur Bucht Keflavik ab. Anfangs ist der durch eine weite Schotterödnis führende Weg noch in einem passablen Zustand. Spätestens wenn er sich zur Bucht Keflavik hin absenkt, ist er nur noch mit Bodenfreiheit und Vierradantrieb machbar. Vor der Abfahrt habt ihr einen wunderbaren Panoramablick über die Steilküste in Richtung Rauðarsandur und auf seinen breiten Sandstrand.

Doch zurück zur 614: Nach der Abfahrt vom Pass 220 findet sich am Meer zwischen grünen Wiesen überraschend die aus Sommerhäusern bestehende Siedlung Asgarður. Schilder mahnen zum Langsamfahren. Vermutlich rasen hier etliche Touristen hindurch in dem Bestreben, möglichst viele der weit verteilten Hotspots der Westfjorde an einem Tag einzusammeln. Zudem leuchten uns viele Schilder "Camping verboten" und "Privat" entgegen.

Nach Asgarður geht es entlang der Küstenlinie durch eine sandige, von Wiese bewachsene Ebene nach Látrabjarg. In der Nähe eines Leuchtturms liegt auf 30 Metern Höhe auf den ersten Klippen der hier beginnenden Steilküste ein Besucherparkplatz.

Wir befinden uns nun am westlichsten Punkt Islands und Europas. Alleine dies zieht viele Touristen an.

Vor allem aber soll Látrabjarg einer der spektakulärsten Vogelfelsen der Welt sein. Insbesondere könnt ihr hier Unmengen von Papageientaucher brüten sehen. Wer - wie wir - nach der Brutsaison kommt, wird jedoch nur mit den Felsen und einigen Möwen vorlieb nehmen müssen. Aber auch dies ist schon sehr spektakulär und sehenswert.

Ein schmaler Pfad führt durch die Wiese hart am Rande der oft senkrecht zum Meer abfallenden Steilwände. Kontinuierlich steigt der Pfad auf bis zu 400 Meter an. Hier gilt es Abstand zum Abgrund zu halten, denn die Grasnarbe erstreckt sich bis an den Rand der Klippen, teilweise steht die Humusschicht über oder erodierte Felsen drohen wegzubrechen.

Vogelfelsen Látrabjarg
Bild: Vogelfelsen Látrabjarg

Übersichtstabelle zur Tour über die 612 nach Látrabjarg

Merkmal der Route Beschreibung
Name der Route 612
Länder Island
von - nach Straße 62 - Látrabjarg
Straßen-Nummern 612
Länge der Tour 46 Kilometer
Höhenmeter steigend 711
Höhenmeter fallend 705
Durchschnittliche Steigung 4,0 %
Durchschnittliches Gefälle 4,4 %
Verkehr wenig Verkehr
Wegebelag die ersten 9 Kilometer geteert, Piste durchgehend PKW-tauglich
max. Abstand zwischen Campingplätzen 34 Kilometer
Wrack der Garðar an der 612
Bild: Wrack der Garðar an der 612
Bild: Die 612 unterhalb der 250 Meter hohen Klippe Hafnarmúli
Bucht Ortygshöfn
Bild: flache Bucht Örlygshöfn
Piste 612 im Hafnarfjall
Bild: Piste 612 im Hafnarfjall
Parkplatz bei Látrabjarg
Bild: Parkplatz bei Látrabjarg
Bucht Ortygshöfn
Bild: flache Bucht Ortygshöfn
Piste 615
Bild: Piste 615
Blick von der Piste nach Keflavik auf die Steilküste am Ende des Rauðarsandur
Bild: Blick von der Piste nach Keflavik auf die Steilküste am Ende des Rauðarsandur
Piste 612 kurz vor Látrabjarg
Bild: Piste 612 kurz vor Látrabjarg (Nächste Seite Nächste Seite)