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Via Claudia Augusta von Donauwörth nach Venedig


Abschnitt:

Von Feltre nach Venedig

Wir beschreiben auf dieser Seite einen 184 Kilometer langen Abschnitt einer Radtour von Feltre nach Venedig. Dieser Abschnitt ist Teil des Radweges Via Claudia Augusta von Donauwörth nach Regensburg. Eine Übersicht zu allen Seiten des Radweges ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Radweg Via Claudia Augusta von Feltre nach Venedig

Logo Via Claudia AugustaEin letzter großer Pass, der Praderadego,mit 600 Höhenmetern trennt uns noch von Venedig. Nicht ganz zu vernachlässigen ist der ab Feltre nach Norden zu fahrende Bogen durch die Ausläufer der Dolomiten, den aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen die Via Claudia Augusta hier zieht. Nach Fahren dieses 24 Kilometer langen Bogens sind wir nur knapp 6 Kilometer vom Ausgangsort Feltre entfernt.

Via Claudia Augusta westlich von Feltre, 641,4 km ab Start
Bild: Via Claudia Augusta westlich von Feltre, 641,4 km ab Start

Sehr schön sind die ersten 2,5 Kilometer durch eine schattige Allee nach Cart. Bis zum nördlichsten Punkt dieses Bogens, dem Ort Cesiomaggiore, geht es gut spürbar aufwärts. Die Steigungen liegen meistens zwischen 5 und 8%, erreichen kurz auch mal etwas mehr als 10%. Von Cesiomaggiore bietet sich ein schöner Blick auf die andere Seite des breiten Tales. Sind wir von Feltre aus bis Cesiomaggiore immerhin 200 Höhenmeter aufgestiegen, müssen wir die gewonnen Höhenmeter gleich wieder hinunter, denn der Pass Praderadego liegt auf der anderen Seite des Piave-Tales. Auf geteerten Wirtschaftswegen rollen wir also wieder runter, leider gibt es bei dem Zickzackkurs des Weges zwischendurch einige unangenehme, aber kurze Anstiege.

In Busche quert der Radweg die Bundesstraße und steigt gleich wieder an in Richtung Mel. Mel liegt nicht direkt auf dem Weg zum Praderadego-Pass. Wer den Ort anfährt, muss den selben Weg 2,5 Kilometer wieder zurück kurbeln. Der Ort Mel ist interessant, wenn man den von dort startenden Shuttlebus auf den Praderadego-Pass nehmen möchte oder auch als Übernachtungsstation. Wir empfehlen, in Mel zu übernachten und den Praderadego morgens ausgeruht anzugehen. Der Stichweg nach Mel ist auf ausgeschildert.

Ansonsten lässt man den Ort Mel östlich liegen und steigt gleich von Tollandino zum Pass auf. Bei der Passstraße handelt es sich um eine meistens einspurige Teerstraße, die nur von den Anliegern der wenigen Häuser an der Straße befahren wird. Während des gesamten 9,5 Kilometer langen Aufstiegs radeln wir durch Wald. Lediglich ein kurzes Stück von wenigen hundert Metern Länge ist nicht geteert. Die Steigungen beginnen gleich im Tal mit 10 bis 15%. Nach Erreichen einer Höhe von 420 Metern kommt eine unangenehme Überraschung. Die Straße balanciert sich in einigen Kurven 50 Höhenmeter steil hinunter in ein enges Tal, um sogleich mit etwa 15% wieder aus dem Tal anzusteigen. Im weiteren Verlauf bewegen sich die Steigungen zwischen 10 und 20%, in der Hauptsache liegen sie bei 12 bis 15%. Der gesamte Aufstieg ist ungemein anstrengend. Mit Gepäck kann der Pass überwiegend nur schiebend bewältigt werden. Aber auch Schieben wird stellenweise zur Tortur.

Aufstieg zum Pass Praderadego, 684,5 km ab Start
Bild: Aufstieg zum Pass Praderadego, 684,5 km ab Start

Auf der Passhöhe von 910 Metern stehen einige Häuser, die einen unbewohnten Eindruck hinterlassen. Sogleich senkt sich die Straße zur Südseite der Kammlinie ab und auch auf dieser Seite beträgt das Gefälle nicht selten 15%. Gibt es auf der Nordseite keine Kehren - die Straße geht eher geradewegs den Berg hinauf - so windet sich auf der Südseite die Passstraße in vielen Serpentinen hinunter. Auf einigen hundert Metern ist die Straße in senkrecht abfallenden, teilweise über der Straße überhängenden Fels gesprengt. Tief unten im Tal sieht man den Ort Follina liegen.

Abfahrt auf der Südseite des Passes Praderadego, 688,8 km ab Start
Bild: Abfahrt auf der Südseite des Passes Praderadego, 688,8 km ab Start
Abfahrt auf der Südseite des Passes Praderadego, 688,8 km ab Start
Bild: Abfahrt auf der Südseite des Passes Praderadego, 688,8 km ab Start

700 Höhenmeter rauschen wir in engen Serpentinen auf der Südseite des Praderadego bis zum 11 Kilometer entfernten Ort Follina hinunter. Ab Follina geht es weiter leicht abwärts bis Barbisano. Dann müssen wir noch einmal mit etwa 15% nach Collalto hinauf. Alternativ die Straßen SP4 und SP34 durchs Tal zu nehmen um die Steigung zu umgehen, ist keine gute Idee, denn auf diesen Straßen herrscht sehr reger Schwerlastverkehr - und die (Schiebe-)Strecke mit dem fünfzehnprozentigen Anstieg ist auch nur einige hundert Meter lang. Dann geht es wunderschön erst durch eine Allee und schließlich durch Weinberge zum Castello San Salvatore, das über dem Ort Susegana thront.

Via Claudia Augusta südlich von Barbisano, 712 km ab Start
Bild: Via Claudia Augusta südlich von Barbisano, 712 km ab Start

Mit Erreichen von Susegana haben wir nun endgültig die Berge hinter uns gebracht und können zu Recht stolz auf unsere Leistung sein. Bis Venedig ist es nun flach. Der Radweg bewegt sich nun durch Felder und viele kleine Orte. Ab Santa Lucia wurde die Route geändert. Aus irgendeinem Grund haben hat sich die aber neue Route nach einigen Kilometern verloren, so dass wir doch auf der alten geblieben sind.

Eine sehr schöne Abwechslung bei dieser Etappe bietet die Stadt Treviso. In der gemütlichen Altstadt gibt es eine Unzahl kleiner Straßen und Gassen mit vielen kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés. Zudem wird die Altstadt von idyllischen Kanälen durchzogen, die einen ersten Vorgeschmack auf Venedig geben.

Treviso, 753 km ab Start
Bild: Treviso, 753 km ab Start

In Treviso besteht die Möglichkeit, auf den Radweg München-Venedig zu wechseln. Zwischen Treviso und Quarto d'Altino verläuft dieser Radweg sehr schön abseits der Straßen entlang des Flusses Sile. Wer nicht großen Wert darauf legt, der Streckenführung des Radweges Via Claudia Augusta treu zu bleiben, sollte entlang des Sile fahren und der Radwegenummer I2/I4 folgen. Zwischen Quarto d'Altino und Venedig sind beide Radwege streckengleich.

Die Beschilderung der Via Claudia Augusta zwischen Treviso und Venedig empfanden wir als teilweise sehr verwirrend. Den ursprünglichen Verlauf der Route hat man wohl verändert, es gelang uns jedoch nur teilweise der neuen Route zu folgen, da immer wieder Schilder fehlten.

Ab Treviso rollen wir einige Kilometer sehr schön an Kanälen und am Fluss Sile entlang. Dann wird die Strecke bis Venedig recht eintönig. Auf Nebenstraßen und geteerten sowie ungeteerten Wirtschaftswegen radeln wir lange durch Felder. Im Hochsommer wird man hier richtig gebraten.

Karte zum Radweg Via Claudia Augusta von Feltre nach Venedig
Bild: Karte zum Radweg Via Claudia Augusta von Feltre nach Venedig
Starkes Gefälle hinab ins Tal der Piave, 662 km ab Start
Bild: Starkes Gefälle hinab ins Tal der Piave, 662 km ab Start
Blick von Mel auf das Tal der Piave, 674 km ab Start
Bild: Blick von Mel auf das Tal der Piave, 674 km ab Start
Aufstieg zum Pass Praderadego, 680,4 km ab Start
Bild: Aufstieg zum Pass Praderadego, 680,4 km ab Start
Aufstieg zum Pass Praderadego, 681,9 km ab Start
Bild: Aufstieg zum Pass Praderadego, 681,9 km ab Start
Castello San Salvatore bei Susegana, 717 km ab Start
Bild: Castello San Salvatore bei Susegana, 717 km ab Start
Die Ebene bei Susegana, 717 km ab Start
Bild: Die Ebene bei Susegana, 717 km ab Start
Via Claudia Augusta nördlich von Treviso
Bild: Via Claudia Augusta nördlich von Treviso
Via Claudia Augusta am Fluss Sile in Treviso
Bild: Via Claudia Augusta am Fluss Sile in Treviso
Via Claudia Augusta zwischen Quarto d'Altino und Altino, 779 km ab Start
Bild: Via Claudia Augusta zwischen Quarto d'Altino und Altino, 779 km ab Start
Via Claudia Augusta zwischen Quarto d'Altino und Altino, 780 km ab Start
Bild: Via Claudia Augusta zwischen Quarto d'Altino und Altino, 780 km ab Start
Venedig
Bild: Venedig

In Quarto d'Altino kann man einen 8 Kilometer langen Stichweg zum historischen Endpunkt der Via Claudia Augusta nach Altino fahren. Ein Radweg auf der historischen Route der Via Claudia Augusta ist ausgeschildert. Anfangs kurbeln wir über eine Teerstraße, dann auf einem ungeteerten, holprigen Dammweg entlang von Kanälen nach Altino. Der Dammweg ist landschaftlich schön, aber etwas anstrengend zu fahren. Alternativ kann man auch über die Landstraße nach Altino radeln, wir sind auf dem Hinweg auf dem historischen Weg gefahren und zurück über die Landstraße. Das Museum zur in Altino hat sich für uns nicht gelohnt. Hier sind nur Fundstücke aus der Region wie Scherben, Knochen etc. ausgestellt. Leider fehlt ein Abriss über die gesamte Strecke, den man hier am Endpunkt der Via Claudia Augusta doch erwarten könnte.

Der weitere Weg nach Venedig hat mit der Via Claudia Augusta nichts zu tun und ist mit einem lokalen Wegezeichen (siehe Bild unten) ausgeschildert.

Logo I2/I4
Bild: Radweg I2 / I4 von Mestre nach Quarto d'Altino

Die Strecke geht etwas im Zickzack überwiegend auf ganz schmalen Landstraßen nach Mestre. In Mestre gibt es in der Nähe der Radroute einen Campingplatz mit sehr guter Busanbindung nach Venedig. Alternativ kann man auch mit dem Rad bis nach Venedig fahren. Allerdings dürfte es wegen der vielen Brücken mit Stufen schwierig sein, in Venedig mit dem Rad zu einem Hotel zu gelangen, geschweige denn, einen entspannten Stadtbummel zu machen.

Rückfahrt von Venedig

Für die Rückfahrt von Venedig nach Deutschland wird ein Radler-Shuttle per Bus angeboten. Weitere Infos erhält man auf der Webseite Via Claudia Augusta oder im bikeline-Heft zur Via Claudia Augusta. Alternativ kann man mit der Eisenbahn zurück fahren.

Wer noch Zeit hat, kann auf dem Radweg Venedig-München über den Brennerpass nach München kurbeln.

Höhenprofil der Radtour von Feltre nach Venedig

In der Abbildung am Ende der Seite ist das Höhenprofil für die Radtour von Feltre nach Venedig dargestellt. Zwischen Feltre und Cesiomaggiore erwarten uns Steigungen zwischen 8 und 10%. Die Via Claudia Augusta macht hier noch einmal einen Schlenker an den nördlichen Rand des Piave-Tals und arbeitet sich 200 Höhenmeter nach Cesiomaggiore hinauf. Man kann diesen hügeligen Abschnitt umgehen in dem man von Feltre sieben Kilometer auf der SS50 nach Busche fährt und dort in die Via Claudia Augusta nach Mel bzw. in Richtung Praderadego-Passes einschwenkt. Wer in umgekehrter Richtung fährt, muss von Busche mit über 20% sehr steil nach Cesiomaggiore hinauf.

Topografisches Highlight dieser Etappe ist der Aufstieg auf den Pass Praderadego. Dieser Anstieg ist äußerst steil und sehr anspruchsvoll. Wir empfehlen, unbedingt in Mel zu übernachten und erst am nächsten Morgen ausgeruht den Pass anzugehen. Nicht selten liegt die Steigung auf der 9,5 Kilometer langen Strecke zwischen 10 und 20%. Wer nicht sehr fit ist, sollte die Nutzung des Shuttle-Busses von Mel hinauf zur Passhöhe ernsthaft in Erwägung ziehen. Mit Gepäck wird man große Teile des Anstieges schieben müssen und auch das Schieben ist sehr anstrengend. Ein großer Vorteil ist, dass es auf dem schmalen Passsträßchen kaum Verkehr gibt. Auf der Nordseite des Passes arbeitet sich die fast durchgängig geteerte Straße geradewegs durch dichten Laubwald mit nur wenigen Kurven den Berg hinauf, während es auf der Südseite in vielen Kehren steil hinab nach Follina geht.

Höhenprofil zum Radweg Via Claudia Augusta von Feltre nach Venedig
Bild: Höhenprofil zum Radweg Via Claudia Augusta von Feltre nach Venedig