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Einführung in Neuseeland

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Einführung in Neuseeland

Neuseeland ist einfach wunderschön, alle Traumlandschaften der Welt scheinen in diesem kleinen Land vereint. Oft liegen nur wenige Kilometer zwischen den Gletschern des Hochgebirges und üppigen Regenwäldern mit riesigen Farnen und Palmen am Meer. Herrliche Wälder, Vulkanwüsten, weiße Sandstrände, wilde Felsküsten, goldfarbene Hochebenen und sattgrünes Hügelland mit unendlich vielen Schafen: Der werbewirksame Slogan vom "schönsten Ende der Welt" ist wirklich keine Übertreibung.

Neuseeland besteht aus einer Nord- und einer Südinsel sowie zahlreichen kleinen Nebeninseln. Dank seiner isolierten Lage ca. 2000 Kilometer westlich von Australien im Südpazifik besitzt das Land eine einmalige Pflanzen- und Tierwelt.

Für Radreisende ist es ein sehr übersichtliches Land, beträgt doch die Fläche nur etwa 75 % der von Deutschland, vom äußersten Norden der Nordinsel bis zur Südspitze der Südinsel sind es „nur“ ca. 1600 Kilometer Luftlinie. Und doch gibt es hier jede Menge Platz: Auf jeden Quadratkilometer kommen statistisch lediglich 17,5 Kiwis, wie sich die Neuseeländer gerne selbst bezeichnen. In Deutschland drängeln sich dagegen 231 Einwohner pro Quadratkilometer.

Neben der Land- und Forstwirtschaft ist der Tourismus mit 2,5 Millionen Besuchern pro Jahr ein wichtiges Standbein der Wirtschaft. Totale Einsamkeit sollte der Radreisende daher in der Hauptreisezeit nicht erwarten.

Die Südinsel ist geprägt durch die fast 4000 m hohen Neuseeländischen Alpen und das trockene Hochland von Otago im Zentrum, im Süden und Westen liegen einsame und regenreiche Fjordlandschaften und Küsten. Der relativ flache Osten ist durch intensive Landwirtschaft und Christchurch, die einzige Großstadt der Südinsel, gekennzeichnet.

Auf der Nordinsel bestimmen unzählige grüne Hügel und Mittelgebirge die Landschaft, das Zentrum der Insel dominiert ein Vulkanplateau. Im Vergleich zur Südinsel gibt es relativ viele größere Städte, im Gebiet der Ballungsräume Auckland und Wellington leben über 40 % der 4,2 Millionen Neuseeländer.

Für Radler bietet das Naturparadies einige Herausforderungen:

  • Eine Herausforderung resultiert aus der Topographie, eine Radtour über die beiden Inseln erfordert eine Menge Höhenmeter zu bezwingen.

  • Eine zweite Herausforderung ist der Wind, der auf beiden Inseln sehr kräftig wehen kann. Windgeschwindigkeiten von 50 km/h und mehr sind keine Seltenheit, gerne auch garniert mit noch deutlich kräftigeren Böen.

  • Dritte Herausforderung ist der Straßenverkehr. Es wird viel und schnell mit dem Auto gefahren, auch auf den oftmals engen und kurvigen Straßen. Auf den Hauptverkehrsstraßen macht das Radeln keinen Spaß und ist auch nicht ungefährlich, kann aber wegen des zum Teil dünnen Straßennetzes nicht immer vermieden werden.

Wer sich hiervon nicht abschrecken lässt, der wird belohnt mit dem intensiven Erleben einmalig herrlicher Landschaften und Begegnungen mit äußerst hilfsbereiten und weltoffenen Menschen.

Topographie

Neuseeland ist ein überaus gebirgiges Land. Dabei unterscheiden sich die neuseeländischen Straßen hinsichtlich der Steigungen grundsätzlich von europäischen Straßen. Auch auf Highways der zweiten Ordnung können Steigungen von 15% und mehr vorkommen, auf Highways der ersten Ordnung sind 8 bis 10% durchaus nicht selten. Mit der Konstruktion von Serpentinen hält man sich nicht gerne auf, wenn es irgend geht, führen die Straßen geradewegs die Berge hinauf und hinunter.

Die Südinsel fordert den Radler mit zum Teil sehr steilen Gebirgspässen in den bis zu 4.000 Meter hohen Alpen und etlichen bergigen Etappen an den Küsten. Flach sind dagegen die Region um Christchurch und Teile der Westküste. Die vermeintlich flachere Nordinsel, insbesondere der District Northland nördlich von Auckland, ist ebenfalls äußerst bergig. Es gibt eine unendlich erscheinende Folge von Hügeln mit meistens 50 bis 150 Metern Höhendifferenz und Steigungen zwischen 8 und 20 %. Im Gegensatz zur Südinsel, wo man auch etliche flache Etappen zur Erholung hat, sind ebene Streckendank der "rolling hills" wirklich die Ausnahme. Aus unserer Sicht ist die Nordinsel daher wesentlich anstrengender zu fahren. Hier braucht es eine gute Kondition und eine nicht zu ehrgeizige Streckenplanung, um Spaß am Radeln zu haben.

Klima und Reisezeit

Die Jahreszeiten sind gegenüber Europa vertauscht. Eine gute Reisezeit für Radfahrer ist Oktober bis April. Dann ist in Neuseeland Frühjahr bis Herbst und es herrscht ein eher ausgeglichenes, angenehmes Klima. Die Temperaturen sind mit denen in Mitteleuropa vergleichbar, im Norden der Nordinsel oder in Central Otago auf der Südinsel kann es auch richtig heiß werden. Allerdings sollte man sich immer auf Regen sowie rasche und häufige Wetterumschwünge einstellen, vor allem in den Bergen und an den Küsten. Tendenziell ist es westlich der Gebirge wegen der vorherrschenden Westwinde deutlich regenreicher als im Osten. Berüchtigt sind der Süden sowie die Westküste der Südinsel, die zu den niederschlagreichsten Gegenden der Erde zählen.

Neuseeland ist ein sehr windiges Land, insbesondere die Gegend um Wellington und die Südinsel. Vor allem im Frühjahr ist mit starken bis sehr starken Winden zu rechnen. Gefürchtet sind die "Northwesterlies" mit heftigen Böen, die das Radfahren entgegen der Windrichtung unmöglich machen können. Bei gutem Wetter gibt es außerdem starke Fallwinde von den Bergen, da hilft nur, morgens zeitig loszufahren. Bei Südwind kann es auch im Sommer rasch sehr kalt werden, da Neuseeland nicht weit weg von den südlichen Polarzonen liegt. Dies gilt insbesondere für den Süden der Südinsel. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es bei Südwind in den Bergen auch im Sommer mal Frost und Neuschnee gibt.

Wer im neuseeländischen Frühjahr seine Radtour startet, sollte im Oktober auf der Nordinsel beginnen, da es zu der Zeit in der Regel dort bereits angenehm warm ist, während es auf der Südinsel in den bergigen Regionen noch kalt sein kann und durchaus in den höheren Lagen noch Schnee anzutreffen ist.

Von Weihnachten bis Ende Januar sind Sommerferien, dann ist halb Neuseeland auf den Beinen. In dieser Zeit, vor allem zwischen Weihnachten und Neujahr, sind die Straßen und auch die Campingplätze sehr voll. Dann sollte man die touristischen „Hot Spots“ am besten meiden.

Straßenverkehr

Es herrscht Linksverkehr, an den man sich rasch gewöhnt. Die Highways sind asphaltiert und meist auch in gutem Zustand. Die Highways der ersten Ordnung besitzen häufig einen Seitenstreifen, der gerade jedoch an kritischen Punkten, wie engen Straßenverläufen in Kurven, an Steigungen oder über Brücken, meistens fehlt. Der Straßenbelag ist überwiegend sehr rau und damit der Rollwiderstand und Verschleiß der Reifen hoch. Die meisten Nebenstraßen sind ebenfalls asphaltiert, etliche aber weisen noch Schotterbelag (Gravel Road) unterschiedlichster Qualität auf. Auf sehr entlegenen Nebenstraßen (Back Country Roads) oder 4WD-Straßen muss man auch mit sehr schlechten Pisten und Furten rechnen.

Ein Fahrradhelm ist vorgeschrieben. Sehr zu empfehlen und üblich ist das Tragen leuchtender Kleidung oder einer gelben Warnweste, damit man von den Autofahrern rechtzeitig optisch wahrgenommen wird.

Caution Kiwi
Bild: Vorsicht Kiwis

Die Kiwis kennen das Fahrrad bisher in erster Linie als Sportgerät. Sehr beliebt ist es vor allem als Mountainbike, das jedoch nur in den dafür vorgesehenen "Reservaten", d.h. in MTB-Parks oder separaten Trails gefahren wird. Auf der Straße sehen wir Fahrräder daher in der Regel meist mit 70-100 km/h an uns vorbeiziehen, nämlich festgeschnallt auf dem Gepäckträger der Autos. Tourenradler mit Gepäck sieht man eher auf der Südinsel, in der Regel handelt es sich um Touristen aus Übersee.

Radfahrer auf der Straße sind also noch ein relativ seltener Anblick und gehören nach allgemeiner Auffassung der meisten Kiwis eigentlich auch nicht dorthin. Nur wenn genügend Platz vorhanden ist, machen die Autofahrer einen ausreichenden Bogen um die Radler, ansonsten haben sie selten ein Problem damit, einen Radfahrer in engstem Abstand und mit hoher Geschwindigkeit zu überholen oder auch zu schneiden. Besonders gilt dies für die riesigen Holz- und Viehtransporter und Busse. Auch wissen manche der unzähligen Wohnmobilfahrer nicht, wie breit ihr Fahrzeug wirklich ist und überholen haarscharf.

Gott sei Dank ist der Autoverkehr in Neuseeland auf den zahlreichen Nebenstraßen noch meist gering. Auf den State Highways, und hier vor allem im Umfeld der großen Städte, ist die Verkehrsbelastung jedoch hoch und gerade der LKW-Verkehr stark. Radfahren macht hier defintiv keinen Spaß und ist auch nicht ungefährlich.

Wir vermeiden in unserer Routenführung möglichst die stark befahrenen State Highways, manchmal gibt es hierzu jedoch keine Alternative. Solche Strecken lassen sich oftmals aber durch Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel umgehen.

Radwege in Neuseeland

Für den verwöhnten westeuropäischen Radler ist Neuseeland eher ein "Entwicklungsland" in Sachen Radwege-Infrastruktur. In den Städten werden nun jedoch immer mehr Radroutennetze systematisch geplant und gebaut.

Bisher gibt es in den meisten Städten in der Regel kein flächenhaftes Radroutennetz. Vereinzelt sind gesonderte Spuren im Straßenraum (die man sich mit dem Busverkehr oftmals teilen muss) oder Aufstellflächen vor den Ampeln vorhanden, manchmal wird der Radweg in der Innenstadt aber auch einfach über enge oder belebte Fußwege geführt. Vereinzelt bestehen aber auch schon sehr gute Radrouten. In Auckland gibt es z.B. neue und breite separate Radwege quer durch den gesamten Ballungsraum, die parallel zu den Motorways geführt werden und damit in der sehr bergigen Stadt wenig nennenswerte Steigungen aufweisen. Sobald man jedoch diese Haupt-Routen verlässt, findet man sich auch auf den Hauptstraßen mitten im Autoverkehr wieder. In Christchurch gibt es eine überraschend gute Radinfrastruktur mit Fahrradspuren auf den Hauptverkehrsstraßen.

Auch ist man bestrebt, ein Fernroutennetz (Great Rides, analog zu den „Great Walks“) zu errichten, das durch „Cycle Touring Routes“ über Nebenstraßen verbunden wird. Viele der Great Rides sind jedoch ausgesprochene Mountainbike-Trails, die sich nur sehr eingeschränkt zum Befahren mit Gepäck eignen. Wir haben einige dieser Mountainbike-Wege dennoch in unsere Routen mit aufgenommen und weisen auf die Herausforderungen und Eigenheiten der jeweiligen Wege hin. Manche Radwege nutzen kaum befahrene Nebenstraßen. Sie sind zum Einbau in eine Fernradtour sehr gut geeignet, da sie in der Regel abseits der großen, verkehrsreichen State Highways verlaufen. In unsere Routen haben wir diese Radwege aufgenommen, wann immer es sich angeboten hat.

Holztransporter auf kurviger Straße
Bild: Holztransporter auf kurviger Straße
Trockentoilette mit Waschgelegenheit auf einem DoC-Zeltplatz
Bild: Trockentoilette mit Waschgelegenheit auf einem DoC-Zeltplatz
Küche auf einem Campingplatz
Bild: Küche auf einem Campingplatz
Einer der wenigen alten Stores
Bild: Einer der wenigen alten Stores auf dem Land
Radweg abseits der Straßen
Bild: gut befahrbarer MTB-Trail abseits der Straßen

Öffentliche Verkehrsmittel

Es gibt ein dichtes Netz aus Überlandbuslinien, mit denen man in alle Städte und fast alle Ortschaften kommt. Fahrräder werden gegen Aufpreis meist mitgenommen. Die Busse einiger Unternehmen haben auf bestimmten Routen Fahrradträger. Sonst wird das Rad im Gepäckraum verstaut und die Mitnahme ist vom Einverständnis des Fahrers abhängig. Fahrkarten sollte man rechtzeitig vorher buchen, an einfachsten geht das in den i-Sites (Touristenbüros). Teilweise kann man den Fahrradtransport mit dem Fahrschein online buchen.

Das Eisenbahnnetz ist auf wenige Strecken begrenzt. Im Großraum Wellington und Auckland fahren Vorortzüge. Fernverkehrsverbindungen gibt es auf der Nordinsel zwischen Auckland und Wellington (Northern Explorer), auf der Südinsel von Christchurch nach Picton (Coastal Pacific, nur im Sommer) und von Christchurch nach Greymouth an der Westküste (TranzAlpine). Ab Dunedin verkehren einige saisonale Touristenzüge. Mit der Taieri Gorge Railway geht es von Dunedin nach Pukerangi bzw. Middlemarch in Central Otago. Von hier startet der Otago Central Rail Trail, ein Fernradweg auf einer ehemaligen Bahntrasse. Der „Silver Fern“ fährt im Sommer entlang der Küste zwischen Dunedin und Oamaru. Fahrräder können gegen Aufpreis in allen Zügen mitgenommen werden.

Inlandsflüge sind relativ preiswert und ggf. eine zeitsparende Alternative zu den zum Teil langen Busfahrten. Fahrräder müssen für den Flug immer in Kartons verpackt werden, die man auch an den großen Flughäfen kaufen kann. Bei Air New Zealand können Fahrräder innerhalb der Freigepäckgrenze von 23 kg für aufgegebenes Gepäck mitgenommen werden. Beim Billigflieger Jetstar - bedient nur Auckland, Wellington, Queenstown, Christchurch und Dunedin – werden aufgegebene Gepäckstücke extra berechnet, Fahrradtransport ist auch möglich.

Routenplanung

Unsere Routenbeschreibung ist so aufgebaut, dass man sich aus einzelnen Touren, je nach Zeitbudget und Interesse, die Gesamtroute zusammensetzen kann. Die Tourenbeschreibung berücksichtigt die Hauptwindrichtung aus West, auch wenn dies keine „Rückenwind-Garantie“ ist.

Auch wenn Neuseeland flächenmäßig klein ist, sollt man sich genug Zeit nehmen für die Entdeckung per Rad. Für ein entspanntes Bereisen der Süd- und Nordinsel sind acht Wochen das absolute Minimum. Um die Vielfalt der herrlichen Landschaften wirklich kennen zu lernen, empfehlen wir auch einige Wanderungen zu unternehmen. Die Auswahl an unvergesslichen Tages- oder Mehrtagestouren, ist riesig, auch wenn man keine speziellen Wanderstiefel dabei hat. Rucksäcke können meist vor Ort gemietet werden.

Straßenkarten

Für die Feinplanung und für Unterwegs sind die Pathfinder-Straßenkarten von kiwimaps im Maßstab 1:500.000 zu empfehlen, die es in Buchhandlungen, Tankstellen und bei Touristeninformationen (i-Sites) zu kaufen gibt. In diesen Karten sind auch die kleinsten Nebensträßchen abgebildet. Darüber hinaus findet man in den Kiwimaps auch touristische Infos, die Angaben zu Campingplätzen sind jedoch nicht selten unvollständig oder veraltet.

Von kiwimaps werden auch sogenannte Rural Road Maps im Maßstab 1:250.000 angeboten. Sie sind natürlich noch detaillierter, um das gesamte Land abzudecken müssen jedoch 18 Karten transportiert werden.

Alle Kartenwerke von kiwimaps werden alternativ auch als Atlas mit Spiralbindung angeboten.

Zudem gibt es in den i-Sites kostenlose Karten, die jeweils einen Teil des Landes abdecken. Sie sind hinsichtlich des Straßennetzes jedoch nicht vollständig.

Informationen unterwegs

Eine hervorragende Informationsquelle für unterwegs ist die kostenlose Smartphone-App Camper Mate. Hier findet man auf einer interaktiven Karte u.a. flächendeckend und ziemlich vollständig Standorte und Ausstattung sowie Bewertungen von Campingplätzen und anderen Übernachtungsmöglichkeiten ebenso wie öffentliche WC, Wasserzapfstellen, Lebensmittelläden, Bankautomaten und i-sites. Die App kann auch offline genutzt werden, was gut ist, denn das Land ist bei weitem nicht durch Mobilfunk abgedeckt.

In vielen größeren Orten gibt es ein Büro der i-Site oder des DoC (Department of Conversation, Umweltministerium). Hier bekommt man ausführliche und gute Infos zur Region, u.a. auch Faltblätter mit Wandertipps und Routen, falls man zeitweise die Pedalen gegen Schusters Rappen eintauschen will. Das meist sehr hilfreiche Personal der i-Sites bucht auch kostenlos Unterkünfte oder Fahrkarten. In den Büros des DoC erhält man gute Informationen zu Wanderwegen und Nationalparks.

Übernachten

Die Übernachtungsmöglichkeiten auf Neuseeland sind sehr zahlreich. Detaillierte Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten auf Campingplätzen haben wir zu jeder Tour in einer Streckenübersicht tabellarisch dargestellt.

Campingplätze

Das Zelt ist in Neuseeland für Radfahrer die preiswerteste und nach unserer Einschätzung auch die beste Möglichkeit zum Übernachten, denn nur so kommt man per Rad auch in die einsamen Ecken des Landes.

Camping ist auch die beliebteste Urlaubsform der Kiwis. Es gibt folglich sehr viele kommerzielle Campingplätze (Holiday Parks, Motorcamps) in allen Komfort- und Preisstufen. Die kommerziellen Campingplätze sind fast immer mit einer Küche und häufig auch mit einem Aufenthaltsraum ausgestattet. Sehr angenehm ist die Möglichkeit, auf vielen Campingplätzen Cabins mieten zu können. Sie bieten sehr unterschiedlichen Komfort; die Spanne reicht von Einraumhütten mit Etagenbett bis zu Hütten mit mehreren Schlafräumen, Küche, Dusche und WC.

Daneben gibt es auch von kommunalen Verwaltungen betriebene Plätze, die sehr preisgünstig oder manchmal sogar kostenlos sind. Diese „Domain“-Campgrounds befinden sich meist am Rande öffentlicher Parks oder neben Sportanlagen. Der Standard reicht von sehr einfacher Ausstattung mit Wasserhahn und Plumpsklo bis zu Plätzen mit heißen Duschen, Küche und Aufenthaltsraum.

Besonders hervorzuheben sind die mehr als 200 staatlichen Campingplätze des DoC. Diese Plätze sind in der Regel sehr einfach, oft gibt es nur Trockentoilette und Wasserhahn oder Wasser aus dem Fluss. Sie liegen meist in Naturparks in den landschaftlich schönsten Gegenden, die Gebühren richten sich nach der Ausstattung und der Lage. Die einfachsten Plätze sind teilweise kostenlos, Plätze an den touristischen „Brennpunkten“ (sogenannte Scenic-Sites) kosten trotz minimalster Ausstattung oft so viel wie ein preiswerter kommerzieller Platz.

Offiziell genehmigtes Zelten in der freien Natur (Freecamping) wird zunehmend eingeschränkt und ist meist nur für Fahrzeuge mit WC und Abwasserbehälter („Self-contained“) gestattet. Die detaillierten Bestimmungen trifft der jeweilige District. Infos zum Freecamping sind in den i-Sites erhältlich. In den Nationalparks ist das Übernachten außerhalb der ausgewiesenen Zeltstellen verboten. Verstöße gegen die Regelungen werden ziemlich konsequent mit Geldbußen geahndet. Möchte man auf Farmland oder anderem privatem Gelände zelten, muss vorher das Einverständnis des Besitzers eingeholt werden. Erfahrungsgemäß ist das kein Problem.

Zimmer

Motels, Hotels, Bed and Breakfast oder Ferien auf dem Bauernhof (Homestay, Farmstay) werden überall in Neuseeland angeboten. Weit verbreitet und preiswerter sind Backpacker Hostels oder auch YHA-Jugendherbergen. Sie sind jedoch deutlich teurer als die Campingplätze. Manchmal kann man auch im Garten der Hostels günstig zelten. Das ist bei schlechtem Wetter natürlich äußerst angenehm, da man sich in den Räumen der Hostels aufhalten kann und dort auch kochen darf.

Verpflegung

Wir weisen in unseren Tourenbeschreibungen auch auf Einkaufsmöglichkeiten hin, denn in den dünner besiedelten Gegenden sind Geschäfte sehr rar. Bei der Tourenplanung muss daher man immer die Abstände zum nächsten Shop im Auge haben und oft Lebensmittel für mehrere Tage mitführen.Wir unterscheiden drei Kategorien von Geschäften:

  • Supermarkt. Ein großes Geschäft, in dem eine riesige Auswahl an Lebensmitteln zu günstigen Preisen geboten wird. Meistens gibt es auch eine Auswahl an Bio-Produkten ("organic") und manchmal auch Lebensmittel für den mitteleuropäischen Geschmack, wie z.B. dunkles Brot.
  • Store. Ein kleiner Supermarkt, meistens von der Kette 4-square, der alle Lebensmittel für den täglichen Bedarf anbietet. Stores sind deutlich teurer als Supermärkte.
  • Dairy. Sehr kleines Geschäft mit einem stark eingeschränkten Angebot. In der Regel reicht es für die Zusammenstellung der drei täglichen Mahlzeiten aus. In seltenen Fällen haben wir Dairies angetroffen, die nur Getränke und Süßigkeiten in den Regalen haben. Dairies sind deutlich teurer als Stores.

Lebensmittelgeschäfte haben in der Regel an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Je nach Region schließen Stores und Dairies aber bereits um 17 Uhr, die großen Supermärkte haben oft bis nachts geöffnet.

Ausrüstung

Fahrrad

Wir empfehlen ein robustes Fahrrad mit 26-Zollreifen und einem weiten Übersetzungsbereich der Gangschaltung. Wer die Mountainbike-Pisten meidet, kann auch mit einem größeren Reifendurchmesser fahren. Auf den Schotterpisten sind breite Reifen mit einem groben Profil sinnvoll. Mit einem Straßenreifenprofil hat man auf den Pisten mit losem Schotter recht wenig Grip. Rennräder sind auf Schotterstraßen nicht geeignet.

Fahrrad-Reparaturgeschäfte gibt es in allen großen Orten. Allerdings kann die Distanz zum nächsten Geschäft auch mal mehrere hundert Kilometer betragen. Werkzeug und Ersatzteile für einfache Reparaturen sollten mitgeführt werden. Shimano-Ersatzteile sind in allen Fahrradgeschäften erhältlich, die Fahrräder reparieren.

Fahrradtaschen sollen wasserdicht sein. Absolut wasserdichte Regenkleidung (Hose, Jacke, Überschuhe) gehört selbstverständlich auch zum Reisegepäck.

Kochen

Die Mitnahme eines Kochers ist für alle DoC-und viele Domain-Campingplätze notwendig. Die kommerziellen Campingplätze verfügen fast alle über eine Küche mit Kochgelegenheit. Für Gaskocher sind in Sportgeschäften und Warehouses Gaskartuschen im Primus-Format erhältlich.

Anreise

Der Weg bis ans Ende der Welt ist wirklich weit. Von Deutschland aus sitzt man mindestens 26 Stunden im Flugzeug, mit Zwischenlandungen nicht selten bis 36 Stunden. Für Radler, die beide Inseln bereisen möchten, ist ggf. ein Gabelflug interessant (z.B. Anreise nach Auckland und Rückflug von Christchurch).

Die Anzahl der zulässigen Gepäckstücke und ob man sein Rad als Teil des Freigepäcks im Flugzeug mitnehmen kann, sind von der Fluggesellschaft abhängig. Es wird üblicherweise verlangt, dass das Rad im Karton verpackt wird, den man nach der Ankunft wegwirft. Für den Rückflug muss man sich vor Ort eine neue Verpackung besorgen. An den Flughäfen in Auckland und Christchurch kann man bei Air New Zealand Fahrradkartons kaufen. Die Kartons sind jedoch relativ klein, so dass Lenker, Sattel und das vordere Laufrad demontiert werden müssen.

Bei der Einreise wird die Ausrüstung (Fahrrad, Zelt, Schuhe) auf Sauberkeit kontrolliert, damit keine biologischen Schädlinge eingeführt werden. Daher alles gut putzen, auch Reifenprofil und Schutzbleche von innen. (—»)