Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Auf dieser Seite:

Norwegen, Radweg 1-4, Küstenweg Trondheim - Bodø


Abschnitt:

Sandnessjøen - Forøy

Sjonafjord
Bild: Blick vom Nordufer des Sjonafjords nach Westen. Rechts die vor Nesna liegende Insel Handnesøya

Wir beschreiben auf dieser Seite einen 181 Kilometer langen Abschnitt eines Radweges durch Norwegen von Sandnessjøen über den RV17 nach Forøy. Er ist Teil einer Radtour von Trondheim nach Bodø. Eine Übersicht zu allen Seiten dieser Radtour ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Radtour von Sandnessjøen nach Forøy

Norwegischer Radweg 1Eurovelo 1Dieser Abschnitt ist identisch mit der norwegischen Nationalen Fahrradroute 1 (Kystruta) und dem Eurovelo 1.

Die Radtour von Sandnessjøen nach Forøy ist in mehrfacher Hinsicht sehr abwechslungsreich. Es gibt drei Fährpassagen, drei lange Tunnel und einen sehr steilen und langen Anstieg auf 350 Meter über Meereshöhe. Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Fährverbindungen.

Übersicht Fähren
Bild: Karte zur Radtour von Sandnessjøen nach Forøy

Sandnessjøen liegt auf der Insel Alsten. Über die 1000 Meter lange und bis zu 45 Meter hohe Helgelandsbrücke (Helgelandsbrua) ist Alsten mit dem Festland verbunden. Bei starkem Wind bzw. Regen kann die Fahrt über die hohe Brücke ziemlich unangenehm sein. Ggf. wird die Brücke bei Sturm sogar gesperrt. Unmittelbar am Stadtrand von Sandnessjøen beginnt die Auffahrt über eine langgezogene Rampe zur Brücke. Nach einem scharfen Linksknick beginnt die eigentliche Brücke über den Leirfjord zu einer langen, schmalen und waldreichen Halbinsel, auf der wir nach Osten radeln. Am Ende des Leirfjords vor dem Ort Leland biegt der RV17 nach Norden ab. Über den in Leland nach Südosten abbiegenden RV78 erreicht man nach 55 Kilometern die an der Europastraße 6 liegende Stadt Mosjøen.

Wir bleiben auf dem RV17 und müssen einen von West nach Ost verlaufenden Höhenzug überwinden. 100 Höhenmeter geht es durch eine waldreiche Gegend bergauf. Die Straße nutzt ein enges, steiles Tal, das den Höhenzug mit seinen bis zu 600 Meter hohen Bergen regelrecht durchschneidet. Es geht sogleich wieder steil hinunter zur auf der anderen Seite des Höhenzuges liegenden malerischen Levangsbukta. An der Bucht zweigt nach links eine Straße zum zwei Kilometer entfernten Bauernhofcamping Sjøbakken Gårdsferie ab. Der auch mit Hütten ausgestattete Platz liegt sehr schön direkt an der Levangbucht. Gegenüber befindet sich auf der anderen Seite der Bucht die Anlegestelle der Fähre nach Nesna.

Achtung, der RV17 biegt am Ende der Levangbucht plötzlich scharf nach links ab! Geradeaus führt die wie eine Hauptstraße wirkende 808 ins Landesinnere zur Stadt Mo I Rana an der E6. Nach wenigen hundert Metern erreicht der RV17 die Fährstation Levang. Von Levang erreicht man mit der ungefährt stündlich verkehrenden Linie 18-335 von Boreal Transport nach 30 Minuten Fahrzeit den Ort Nesna.

Die Fähre quert den Ranfjord und biegt in den Meeresarm Nesnakroken ein. Links liegt die Insel Hugla mit dem 575 Meter hohen Hugltinden und rechts eine lang gezogene Halbinsel mit bis zu 700 Meter hohen Bergen und dem Ort Nesna an der Spitze der Halbinsel. In Nesna gibt es einen Supermarkt und das Nesna Feriecenter, einen Campingplatz mit Hütten und als Extra-Attraktion eine riesige Wasserrutsche.

Iler Ö. schreibt uns: "Nach der Fähre in Levang nach Nesna kommt ja ein nicht so schönes Stück mit vielen Steigungen und drei Tunneln bis Stokkvågen. Man kann in Nesna vom Terminal der Autofähre aber auch ca. 100 Meter nach Süden am Hafen entlang zum Terminal der „Schnellfähre“, die zweimal täglich von Nesna nach Stokkvagen fährt. So erspart man sich dieses nicht so angenehme Stück." Er spricht die Linie 18-191 des Hurtigbåts an. Das Schnellboot transportiert nur Personen und nimmt auch Fahrräder. Die Linie 18-191 verkehrt von Sandnessjøen nach Selvær mit Stops in Nesna, Stokkvågen, Onøy, Sleneset, Lovund und Træna - eine gute Möglichkeit bei schlechtem Wetter Strecke zu machen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch die Linie 23-731 erwähnen. Dieses Hurtigbåt fährt entlang der gesamten Küste zwischen Sandnessjøen und Bodø.

Der RV17 führt nun nach Osten in Richtung Inland. Zunächst geht es entlang des schmalen Meeresarms Litlsjona, begrenzt von der 600 Meter hoch aufragenden Insel Handnesøya auf der anderen Seite.

Wo der Litlsjona den Sjonafjord erreicht steigt der bisher flache RV17 plötzlich steil an. Es geht kontinuierlich über etliche Kilometer mit 7 bis 8% bergauf. Das Ufer fällt hier so steil in den Ranafjord ab, dass den Straßenbauern nur der Weg oberhalb der Steilküste blieb. Daher heißt es auf schweißtreibende 350 Meter über Meereshöhe aufsteigen. Anfangs schraubt sich die Straße in mehreren Serpentinen aufwärts, später führt sie geradewegs oberhalb des tief unten liegenden Fjords nach Osten. An einem Rastplatz werden wir mit einem phantastischen Blick über den Sjonafjord und auf die der Küstenlinie vorgelagerten Inseln belohnt. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit bis zu der bekannten Vogelinsel Lovund. Wie Vulkankegel erheben sich die bis zu 600 Meter hohen Felsen fast senkrecht in der Ferne aus dem Meer. Bei schlechtem Wetter oder starkem Wind kann es aber hier oben im Fjell sehr ungemütlich werden.

Nach einer kurzen Abfahrt erreichen wir den Sjonfjellvatnet und müssen dann den Höhenverlust sofort mit einem erneuten Anstieg um 70 Meter ausgleichen. Hier oben gibt es auch Möglichkeiten zum Naturzelten. Achtung, während der folgenden Umrundung des Sjonafjords gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten; auf Grund des steilen Ufers auf der Nordseite des Fjords gibt es auch keine Naturzeltplätze. Auch wenn einem beim Aufstieg ziemlich warm geworden ist, sollte man sich nun eine winddichte Jacke und ggf. Handschuhe überziehen, denn nun folgt eine rasant- lange und steile Abfahrt bis auf Meereshöhe am Ende des Sjonafjords. Der sehr weit ins Landesinnere reichende Sjonafjord teilt sich am Ende in die beiden Arme Sørfjord und Nordsjona auf.

Wir folgen zunächst dem Sørfjord bis zu seinem Ende und umrunden diesen auf der Nordseite. Nach Osten biegt am Fjordende die RV12 zum 35 Kilometer entfernten, an der E6 liegenden Städtchen Mo I Rana ab.

Ranafjord
Bild: Blick von Levang über den Ranafjord auf das 700 Meter hohe Hammarøyfjell
Tjøtta
Bild: Blick auf die vor Nesna liegenden Inseln Handnesøya (rechts) und Hugla
Sjonafjord
Bild: Blick vom Südufer des Sjonafjords aufs Meer
Von Kilboghamn nach Jektvik
Bild: Von Kilboghamn nach Jektvik
Sjonafjord
Bild: Blick von Forøy nach Ågskaret

Auf der Nordseite des Sørfjords erreichen wir den 2780 Meter langen Sjonatunnel. Er führt uns unter dem Botnfjell hindurch zum Nordsjonafjord, der nach kurzer Fahrzeit in den Sjonafjord übergeht. Wir radeln nun wieder in Richtung offenes Meer entlang der Nordseite des Sjonafjords. Die Küstenlinie ist hier felsig und steil.

Zeltstelle am Sjonafjord
Bild: Zeltstelle am Sjonafjord

Wir finden für unser Zelt nur eine winzige flache Stelle mit Wiese zwischen den Felsen unmittelbar am Ufer des Sjonafjords. Der Platz ist über einen schmalen Trampelpfad direkt unterhalb der Einfahrt in den Silatunnel zu erreichen.

Mit Hilfe des 2870 Meter langen Silatunnels unterqueren wir den 680 Meter hohen Berg Brensla und erreichen auf der anderen Seite den kleinen ovalen Fjord Sila, einem winzigen Seitenarm des Sjonafjords. Wir umrunden den Silafjord, erreichen wieder den Sjonafjord und folgen der Küste um den 800 Meter hohen Berg Stordalstinden. Dann geht es in den schmalen Aldersund, auf der anderen Seite des Sunds liegt die steile Insel Aldra. Hohe, spitze Berggipfel bilden hier ein tolles Panorama.

Am Ende des Aldersundes verläßt unser Radweg für ein kurzes Stück das Meer. Wir queren eine Halbinsel, es geht 130 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter zum Sørfjord zur Fähranlegestelle Kilboghamn. In Kilboghamn gibt es einen Warteraum, was bei schlechtem Wetter sehr wichtig wird. Nichts ist ungemütlicher, als eine Stunde (oder noch länger) in Kälte und Regen auf das Schiff warten zu müssen.

Von Kilboghamn fahren wir mit der Fährlinie 18-414 des Betreibers Torghatten Nord nach

. Da die Fähre nur etwa alle zwei bis drei Stunden verkehrt, sollte man bereits den Start am Morgen auf die Fährzeiten ausrichten. Die Überfahrt dauert eine Stunde und geht durch den Sørfjord und Værangfjord nach Jektvik. An beiden Anlegestellen gibt es keine Ortschaften.

Von Jektivk folgen wir dem Værangfjord nach Osten bis zu seinem Ende. Durch den nur 400 Meter langen Kista-Tunnel geht es kräftig aufwärts. An seinem Ausgang überqueren wir auf einer Brücke den reißenden Bach Strømdalselva, den wir durch Strømdal aufwärts begleiten bis zum Straumdaltunnel. Am Ende des Strømdal erhebt sich das gigantische Horn des 900 Meter hohen Straumdalstinden. Der 3232 Meter lange Straumdaltunnel unterquert den Straumdalstinden. Am anderen Ende des Tunnels liegt die Bucht Reppa am Ende des Tjongsfjords.

Nach nur wenigen Kilometern muss erneut eine Halbinsel gequert werden. Es geht kaum 100 Höhenmeter hinauf, dann am Ågvatnet entlang und hinunter zum Dorf Ågskaret, schließlich mit der Fährverbindung nach Forøy, dem Ziel dieser Etappe. Von Ågskaret nach Forøy verkehrt ungefähr stündlich die Linie 18-421 der Gesellschaft Torghatten Nord. An der Anlegestelle in Ågskaret gibt es einen Warteraum. Die Überfahrt über den Arhaugfjord dauert nur 10 Minuten. In Forøy gibt es zwei Supermärkte und zum Übernachten den Campingplatz Furøy mit Hütten. Er liegt sehr schön direkt am Arhaugfjord.

Höhenprofil der Radtour von Sandnessjøen nach Forøy

Das Höhenprofil (Bild unten) wird geprägt durch den langen und steilen Anstieg am Sjonafjord auf 350 Meter über Meereshöhe. Darüber hinaus sind mehrere Halbinseln mit jeweils etwa 100 Meter Höhenunterschied zu queren.
Höhenprofil Sandnessjøen-Forøy
Bild: Höhenprofil zum Radweg von Sandnessjøen nach Forøy (—»)