Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

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Norwegen, Radweg 4, Rallarvegen


Abschnitt:

Myrdal - Flåm

Rallarvegen, Norwegen
Bild: Extrem steile 300 Höhenmeter hinunter ins Tal nach Flåm

Rallarvegen, Norwegen
Bild: Rallarvegen

Wir beschreiben auf dieser Seite als Teil einer Radtour über den Rallarvegen von Geilo nach Flåm einen 19 Kilometer langen Abschnitt vom Bahnhof Myrdal nach Flåm. Eine Übersicht zu allen Seiten der Radtour ist oben auf der Seite dargestellt.

Bild: Karte zur Radtour von Myrdal nach Flåm

Radtour von Myrdal nach Flåm

Einzelheiten zu Myrdal und dem Hotel Vatnahalsen sind auf der Seite zum Streckenabschnitt von Hallingskeid nach Vatnahalsen beschrieben.

Wer den Rallarvegen von Hallingskeid nach Flåm fährt, muss nicht zum Bahnhof Myrdal hinauf kurbeln. Der Radweg zweigt vor dem Anstieg nach Myrdal hinunter ins Tal nach Flåm (Flåmsdalen) ab.

Auf einer Distanz von knapp zwei Kilometern fällt der Weg fast 300 Höhenmeter nach unten. In 21 Serpentinen schlängelt sich der Rallarvegen mit 18% Gefälle abwärts. Links von der Piste stürzt ein Bach den steilen Hang hinunter ins Flåmsdalen.

Der Serpentinenweg ist inzwischen mit einem guten Belag versehen und kann im Schritt-Tempo bei entsprechender Vorsicht ganz gut abwärts gerollt werden. Die Kehren des etwa 1,5 Meter breiten Weges sind ziemlich eng und steil.

In umgekehrter Richtung ist der Weg auf Grund seiner extremen Steigung nicht befahrbar und mit schwerem Gepäck können unseres Erachtens die Räder auch nicht hochgeschoben werden. Wer unbedingt den Rallarvegen in Gegenrichtung fahren möchte, sollte sein Gepäck von Flåm bis Vatnahalsen oder Myrdal mit dem Zug transportieren oder gleich auch selber in den Zug einsteigen.

Nach zwei Kilometern sind die Serpentinen bewältigt, die Talsohle des Flåmsdalen ist erreicht. Hier beginnt ein geschotterter Fahrweg und es muss wieder mit Straßenverkehr gerechnet werden. An dem Übergang in das öffentliche Straßennetz endet auch offiziell der Rallarvegen. Der Radweg führt nun leicht abwärts entlang des Baches Flåmselva sehr schön über eine Alm mit zahlreichen Ziegen und Ponys. In einer Hütte kann Ziegenkäse gekauft werden, am Weg gibt es entsprechende Hinweisschilder.

Die Seitenwände des engen Tales streben sehr steil in den Himmel hinauf. Über eine Brücke wechselt der Radweg auf die rechte Seite des Tales und die Straße verschwindet in einem kleinen Tunnel, dessen Wände durch den nackten Fels gebildet werden. In unbeleuchteten Tunneln sind die Felswände oft weiß gestrichen. Durch die Reflexion der weißen Farbe ist die Sicht viel besser.

Tal von Flåm, Norwegen
Bild: Blick ins Flåmsdalen
Rallarvegen, Norwegen
Bild: Steile Abfahrt ins Flåmsdalen.

Karte Myrdal, Norwegen
Bild: Übersichtskarte der Gegend um Myrdal und Vatnahalsen
Rallarvegen, Norwegen
Bild: Abwärts durch das Flåmsdalen

Bild: Tunnel im oberen Flåmdalen
Hinter dem Tunnel ist der Fahrweg geteert. Immer wieder trifft die Straße in dem engen Tal nun auf die Flåmsbahn, mal ist der Schienenstrang oberhalb, mal unterhalb der Straße. Von der Straße aus erkennt man die abenteuerliche Führung der Flambahn besonders gut. An zwei Engstellen wird die Abfahrt durch steile Anstiege unterbrochen. Während die Bahn sich noch so gerade zwischen dem glasklarem Fluss und den Felsen hindurchschlängelt, muss die Straße den Engpass überwinden.

Das enge Tal lässt nur wenig Raum für Landwirtschaft. Hin und wieder sehen wir auch hoch oben in den Steilhängen, wo auch deutlich mehr Sonnenlicht hinkommt, einzelne Höfe liegen. Am Ausgang des Flåmsdalen wird die Besiedlung dichter und bald ist der Ort Flåm erreicht. Wir unterqueren die E16, die seit einigen Jahren als Schnellverbindung zwischen Voss und Oslo mittels zahlreicher und langer Tunnel den zuvor abgeschiedenen Ort mit viel Verkehr überschwemmt.

Höhenprofil der Radtour von Myrdal nach Flåm

Von Vatnahalsen bis Flåm sind 800 Höhenmeter abwärts zu fahren (siehe Höhenprofil unten). Die ersten 300 Höhenmeter steil hinab ins Flåmsdalen stellen die Herausforderung dieses Streckenabschnittes des Rallarvegen dar. Wer sich die zwei Kilometer lange Strecke mit 18% Gefälle nicht zutraut zu fahren, kann sie natürlich alternativ schieben.

Nach Erreichen der Talsohle des Flåmsdalen kann man auf 17 Kilometern das Rad abwärts rollen lassen. Zwei starke Steigungen erfordern dann doch noch einmal den kräftigen Tritt in die Pedalen. Im Höhenprofil ist dies an zwei kleinen Spitzen zwischen den Kilometermarken 6 und 8 bzw 10 und 12 zu erkennen.

Höhenprofil von Haugastöl nach Finse
Bild: Höhenprofil der Radtour von Myrdal nach Flåm (—»)