Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

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Radtour Neuseeland, Motueka - Christchurch - Rakaia Gorge

Abschnitt:

Saint Arnaud - Hanmer Springs über Rainbow Road

Wairau River nördlich der Wairau Gorge
Bild: Wairau River nördlich der Wairau Gorge
Wir beschreiben auf dieser Seite einen 117 Kilometer langen Abschnitt einer Radtour von Saint Arnaud nach Hanmer Springs. Dieser Abschnitt ist Teil des Radweges von Motueka im Norden der Südinsel in Richtung Südosten nach Christchurch. Eine Übersicht zu allen Seiten des Radweges ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Radweg von Saint Arnaud nach Hanmer Springs

Wegweiser Rainbow TrailZwischen Saint Arnaud und Hanmer Springs kurbeln wir über den Rainbow Trail, einem herrlichen neuseeländischen Radweg, der unseres Erachtens zu den schönsten Strecken Neuseelands gehört. Dieser Abschnitt unser Radtour von Motueka nach Christchurch führt uns über Neuseelands höchste öffentlich zugängliche Passstraße, die Rainbow-Road. Sie ist nur während einer relativ kurzen Zeit von Weihnachten bis Ostern geöffnet. Die Straße kann zwischen dem Rainbow Skifield und der Wairau Gorge nur von vierradgetriebenen Fahrzeugen mit genügend Bodenfreiheit befahren werden, da einige tiefere Furten zu queren sind. Radfahrer sollten für drei Tage Lebensmittel mitnehmen. Bei gutem Wetter ist die Strecke in zwei Tagen machbar, aber mit einem Wetterumschwung muss in den Bergen immer gerechnet werden und dann kann man länger festhängen. Auf den Pässen können auch heftige Winde wehen. Über die aktuelle Situation hinsichtlich des Straßenzustandes und des Wetters sollte man sich unbedingt vor Antritt der Tour informieren (siehe hier).

Karte zur Radtour von Saint Arnaud nach Hanmer Springs
Bild: Karte zur Radtour von Saint Arnaud nach Hanmer Springs

 

Ab Saint Arnaud radeln wir auf dem SH63 leicht aufwärts in Richtung Osten, passieren nach vier Kilomtern wieder den Abzweig der von Norden von Motueka kommenden Strecke, lassen ihn links liegen und bleiben weiter auf dem SH63. Auf dem State Highway 63 muss mit regem, schnell fahrenden Verkehr gerechnet werden, leider gibt es auf diesem Abschnitt keinen Seitenstreifen.

Neun Kilometer nach Saint Arnaud zweigt rechts eine unscheinbare Straße ab, die mit einem Hinweisschild zum Rainbow Skifield gekennzeichnet ist. Dort biegen wir vom SH63 ab und rollen zunächst einmal 100 Höhenmeter abwärts, bis wir den Talboden mit dem Wairau River erreichen. Nun folgen wir dem sich nach Süden öffnenden Tal auf der Wairau Hanmer Springs Hydro Road. Die Straße erschließt die im Tal liegende Rainbow Farm und ermöglicht die Wartung einer Hochspannungsleitung, die sich wenig schön durch das gesamte Tal zieht.

Auf dem Gelände der Rainbow Farm nennt sich die Straße Rainbow Road. Bis zum Abzweig zum Rainbow Skifield ist die schmale, kaum befahrene Straße geteert. Wir radeln abwechselnd durch Weideland und dichten Wald. Links und rechts wird das Tal von steil aufragenden Bergen begrenzt, die im oberen Bereich bereits baumlos sind. Immer wieder bieten sich herrliche Ausblicke auf das Tal mit dem breiten Wairau River und die bis zu 2000 Meter hohen Berge ringsum. In Richtung Süden tritt bei den Bergen im oberen Bereich allmählich der nackte Fels zutage und sie werden immer steiler. Auf dem geteerten Abschnitt der Straße gibt es einige Furten, die jedoch alle durchfahren werden können.

Rainbow Trail auf der Rainbow Road im Tal mit dem Wairau River zwischen SH63 und dem Rainbow Skifield
Bild: Rainbow Trail auf der Rainbow Road im Tal mit dem Wairau River zwischen SH63 und dem Rainbow Skifield

Nach dem Abzweig zum Rainbow Skifield beginnt die Schotterpiste und sogleich ist eine tiefe Furt zu meistern. Das Wasser geht bis zur Achse unserer Räder. Für normale PKW ist die Fahrt hier zu Ende. An solchen Furten heißt es, Schuhe ausziehen und Sandalen an oder mit nackten Füßen die Räder hindurch schieben.

Die Piste geht nun in Abschnitten spürbar rauf und runter. Immer wieder gibt es kurze Abschnitte mit zehnprozentigen An- und Abstiegen. Vorherrschend sind jedoch lange Abschnitte mit wenig oder keiner Steigung, die sich sehr gut befahren lassen. Ab 10% haben wir konsequent geschoben, um Energie zu sparen.

Mit Beginn der Schotterpiste wird die Strecke mautpflichtig. Für Räder sind die Gebühren vernachlässigbar gering. Der Zoll ist jedoch erst etliche Kilometer nach Beginn der Mautpflicht am Old Rainbow Homestead zu entrichten. Es sind überraschend wenige Furten zu queren. Meistens sind die Flüsse überbrückt. Wir vermuten, dass die erste tiefe Furt den Verkehr reduzieren soll, indem normale PKW ferngehalten werden.

Das Tal weitet sich in Richtung Süden immer mehr und es bieten sich zahlreiche schöne Ausblicke über die blumenreichen Almwiesen in die Berge. Da wir durch Farmland radeln, müssen wir auch häufiger Rinderherden passieren. Tiere mit Kälbern oder Jungstiere können etwas aufdringlich sein. Wir haben daher zur Stärkung unseres Selbstbewustseins einen Stock mitgeführt. Schließlich überqueren wir den glasklaren Wairau River auf einer längeren Brücke und das Tal verzweigt sich. Aus südwestlicher Richtung kommt der Rainbow River. Wir biegen nach Osten in die Wairau Gorge zum Hell's Gate ab. Am Boden der Schlucht ist gerade Platz für die einspurige Piste und den Fluss. Die Felswände ragen fast senkrecht nach oben - ein toller Abschnitt. In Teilbereichen ist die Piste nun grob geschottert und erreicht immer wieder mal kurz 10% Steigung.

Am Ende der Schlucht liegt der Coldwater Stream Campsite. Er besteht nur aus einer größeren Wiese links des Weges, eingerahmt von Wald und einem Toilettenhaus. Wasser gibt es aus dem Fluss. Während unserer Befahrung waren dort sehr viele Sandflys.

Coldwater Creek Campsite in der Wairau Gorge südlich des Hell's Gate
Bild: Coldwater Stream Campsite in der Wairau Gorge südlich des Hell's Gate

Die Piste schwenkt nach der Schlucht beim Judges Creek nach Süden und das Tal wird wieder etwas weiter. Die Berge bestehen nun überwiegend aus Schotterhalden. Immer wieder gibt es kurze, grob geschotterte Abschnitte mit steilen Anstiegen und Gefälle, gefolgt von recht ebenen Strecken.

Schließlich erreicht die Piste die Grenze der Rainbow Farm und das Gebiet der Molesworth Farm beginnt. Nach zwei steileren Anstiegen weitet sich das Tal zu einer 1000 Meter hoch liegenden Hochebene und wir rollen steil hinunter zum Sedgemere Sleepout. Vor dem Sleepout überquert die Piste den Wairau River auf einer Brücke. Der Sedgemere Sleepout liegt an der Severn to Sedgemere Road ungefähr 100 Meter abseits unserer Piste zwischen hohen Nadelbäumen, die auf der sonst kahlen Hochfläche guten Windschutz bieten. Es gibt eine Hütte mit sechs Betten und einem Ofen sowie einer Trockentoilette. Wasser muss aus dem 200 Meter entfernten Wairau River geholt werden. An der Hütte ist Zelten erlaubt. Da der Sedgemere Sleepout ungefähr auf halber Strecke und nur noch 350 Höhenmeter unterhalb des Island Saddle liegt, bietet er sich sehr gut für eine Übernachtung an.

Sedgemere Sleepout
Bild: Sedgemere Sleepout liegt geschützt auf einer Hochebene zwischen Bäumen

Sechs Kilometer nach dem Sedgemere Sleepout und kurz vor dem Anstieg zum Pass passiert die Piste einen kurzen Abzweig zur Island Gully Hut (1120 Meter). Sie bietet 4 Betten und eine Trockentoilette sowie Wasser aus dem Bach, der zum Erreichen der Hütte gefurtet werden muss.

Wer am Sedgemere Sleepout oder an der noch höher gelegenen Island Gully Hut zelten möchte, sollte damit rechnen, dass es nachts in dieser Höhe auch im Hochsommer Frost geben kann.

Wir verlassen nun den Wairau River. 1,5 Kilometer vor dem 1347 Meter hohen Island Saddle steigt die Piste mit 10% steil und ohne Kurven bis zur Passhöhe an.

Furt nördlich der Wairau Gorge
Bild: Furt nördlich der Wairau Gorge
Rainbow Trail in der Wairau Gorge
Bild: Rainbow Trail am Hell's Gate in der Wairau Gorge
Wairau River südlich der Wairau Gorge
Bild: Wairau River südlich der Wairau Gorge
Rainbow Trail auf der Wairau Hanmer Springs Hydro Road quert nördlich des Sedgemere Sleepout ein Schotterfeld
Bild: Rainbow Trail auf der Wairau Hanmer Springs Hydro Road quert südlich des Coldwater Creek Campsite ein Schotterfeld
Blick vom Sedgemere Sleepout auf die Stafford Ridge mit Neuschnee
Bild: Blick vom Sedgemere Sleepout auf die Stafford Ridge mit Neuschnee im Sommer
Sedgemere Sleepout
Bild: Sedgemere Sleepout
Tal mit dem Clarence River südlich des Lake Tennesy
Bild: Tal mit dem Clarence River südlich des Lake Tennyson
Clarence River südlich des Lake Tennesy
Bild: Clarence River südlich des Lake Tennyson
Abfahrt von Jacks Pass zur Hanmer Plain und nach Hanmer Springs
Bild: Abfahrt von Jacks Pass zur Hanmer Plain und nach Hanmer Springs

Vom Island Saddle blicken wir nach Süden in das kahle Tal mit dem Clarence River, das wir als nächstes durchfahren werden. Zunächst rollen wir vorsichtig 150 Höhenmeter mit 10 bis 15% steil abwärts, dann reduziert sich die Neigung der Piste auf 1 bis 2%.

Nach der Abfahrt erreichen wir einen ausgeschilderten Abzweig zum 1,5 Kilometer entfernten Lake Tennyson (1100 Meter). Wir empfehlen, unbedingt diesen kleinen Abstecher zu unternehmen. Der ehemalige tiefblaue Gletschersee liegt wunderschön inmitten blühender Almwiesen am Rande 2000 Meter hoher Berge, in Richtung der Zufahrt ist es fast eben. Am See gibt es einen Unterstand für Picknick und einen einfachen DoC-Campingplatz mit Trockentoilette und Wasser aus einem Bach. Eine tolle Lage für eine Übernachtung mit einem phantastischen Blick auf die umliegenden Gipfel. Bei schlechtem Wetter fegt hier jedoch ganz gut der Wind. Außerdem muss man hier, im Gegensatz zu den höher gelegenen Campingplätzen, mit deutlich mehr Publikumsverkehr rechnen, denn der See ist ein beliebtes Ausflugsziel auch für Tagestouristen.

Lake Tennyson ist von Hanmer Springs aus auch mit normalen PKW erreichbar. Dem entsprechend gibt es hier und auf der weiteren Strecke (Tophouse Road) nach Hanmer Springs wesentlich mehr Verkehr als bisher. Daher erweist sich unsere Route auf den nächsten 32 Kilometern bis zur Einmündung in die Acheron Road und den Aufstieg zu Jacks Pass als ausgesprochene Wellblechpiste. Nicht immer gelingt es, auf der jetzt auch breiter gewordenen Tophouse Road einen Pfad neben den üblen Rillen zu finden, so dass man von Rille zu Rille holpert. Von den meist zügig überholenden PKW wird man zudem öfters komplett eingestaubt.

Wir fahren nun bis zur Acheron Road durch ein sich zunehmend weitendes Tal mit dem Clarence River. Die Berge werden flacher und sind auch nicht mehr so steil, der Talboden ist Weideland der Molesworth Farm mit vorherrschend gelben Tussockgras.. An den Hängen und auf den bis zu 1400 Meter hohen Bergen wächst wenig Vegetation. Es geht ständig mit etwa einem Prozent abwärts. Anstiege gibt es kaum.

Vier Kilometer südlich des Lake Tennesyon zweigt der 64 Kilometer lange St James Cycle Trail ab. Die Piste ist als 4WD-Straße ausgewiesen. Wer genügend Zeit und Kondition hat, kann diese anstrengende Runde über drei Pässe kurbeln und erreicht nach 64 Kilometern bei der St James Homestad wieder die Tophouse Road und damit unsere Route. Zu Beginn des St James Trail ist der 1296 Meter hohe Fowlers Pass zu nehmen (240 Höhenmeter ab dem Abzweig), dann geht es hinunter zum Waiau River (nicht zu verwechseln mit dem Wairau River) und weiter entlang des Flusses nach Süden, bis die Piste erneut in die Berge schwenkt. Auf dem Weg zurück zu unserer Route nimmt der St. James Cycle Trail nun erneut zwei Pässe: gleich zu Beginn den Charlies Saddle mit nur 50 Höhenmetern und gegen Ende der Traverse den 900 Meter hohen Peters Pass (ca. 200 Höhenmeter). Eine gute Beschreibung des Radweges findet sich auch auf der Seite des DoC. Der Radweg ist mit dem Grad 3 eingestuft, was auf einen höheren Schwierigkeitsgrad hinweist. Er ist 40 Kilometer länger als die Strecke des Rainbow Trails über die Tophouse Road entlang des Clarence River. Aber man wird mit einer tollen Landschaft belohnt und meidet den ggf. störenden Ausflugsverkehr auf der Tophouse Road.

Südlich des St. James Homestad schwenkt die Tophouse Road nach Osten und erreicht wenig später den Abzweig zur Acheron Road, die aus Norden von der Molesworth Farm kommt. Herrlich sind im Sommer hier die mit gelb blühenden Ginster bewachnenen Hänge.

Wir biegen rechts zum Jacks Pass in die Clarence Valley Road ein und müssen nur acht Kilometer vor Hanmer Springs noch einmal 80 Höhenmeter aufsteigen. Aber die Piste ist nun qualitativ besser, es gibt kaum noch Wellblechmuster und die recht leicht zu fahrende Steigung beträgt 5 bis maximal 8%.

Vom Jacks Pass haben wir einen phantastischen Blick auf die Hanmer Plain bei Hanmer Springs und die sich im Süden anschließenden steilen Berge der Organ Range, besonders am späten Nachmittag bei tiefstehender Sonne ein herrlicher Anblick. 500 Höhenmeter rollen wir nun vorsichtig sehr steil mit 10% und durchaus auch mal mehr die an manchen Stellen etwas rutschige Piste hinunter nach Hanmer Springs.

Wer die gesamte Strecke in Gegenrichtung fährt, hat eindeutig steiler und damit anstrengender zu fahren, insbesondere stellen die 500 Höhenmeter des Jacks Pass eine Herausforderung dar. Am Ortseingang von Hanmer Springs mündet die Piste gegenüber dem Pines Holiday Park in die Jacks Pass Road und damit beginnt der Teerbelag.

Wir biegen links in die Jacks Pass Road ein und sind nach wenigen hundert Metern im Zentrum von Hamner Springs.

Hanmer Springs ist ein absoluter touristischer Hotspot und so ein starker Kontrast zu der Einsamkeit der Rainbow Road. Anziehungspunkt sind die heißen Quellen. Wir empfehlen, mindestens einen Tag im Ort und insbesondere in den Thermal Pools & Spa zu entspannen. Das Thermalbad liegt unmittelbar neben der i-Site im Ortszentrum. Es bietet viele Becken und Whirlpools mit unterschiedlichen warmen Wassertemperaturen, in die man sich hineinlegt und einfach nur faul sein kann. Wer sich auch hier etwas bewegen mag, findet auch ein Schwimmerbecken mit normalen Temperaturen. Zudem gibt es entlang der Hauptstraße jede Menge auf den Tourismus ausgerichtete Restaurants, Cafés und auch eine gute Bäckerei mit hervorragenden Kuchenstücken und Pies. Wer die Strecke in Gegenrichtung befährt, sollte sich spätestens in der i-Site von Hanmer Springs über das Wetter und die Befahrbarkeit informieren.

Unterkünfte entlang der Route sind in der Streckenübersicht beschrieben.

Lake Tennyson
Bild: Lake Tennyson
Höhenprofil zur Radtour von Saint Arnaud nach Hanmer Springs
Bild: Höhenprofil zur Radtour von Saint Arnaud nach Hanmer Springs (—»)