Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Auf dieser Seite:

Radtour Neuseeland, Christchurch - Invercargill

Abschnitt:

Ranfurly - Clyde über den Otago Central Rail Trail

Otago Central Rail Trail
Bild: Otago Central Rail Trail und die Berge nördlich des Radweges

Wir beschreiben auf dieser Seite eine 55 Kilometer lange Radtour von Ranfurly nach Clyde. Dieser Abschnitt ist Teil des Radweges von Dunedin an der Ostküste der Südinsel Neuseelands in Richtung Westen nach Queenstown. Eine Übersicht zu allen Seiten des Radweges ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Über den Otago Central Rail Trail von Ranfurly nach Clyde

Logo Otago Central Rail TrailWir rollen weiter auf dem Otago Central Rail Trail in Richtung Norden. Das Landschaftsbild bleibt unverändert karg, nur ganz niedrige Vegetation bedeckt die weiten Täler. Und wieder handelt es sich dank des Bahnkörpers um eine einfach zu radelnde Etappe. Heftige Winde können aber auch diesen Abschnitt zur Tortur werden lassen oder gar tageweise unpassierbar machen. Einkaufsmöglichkeiten und Trinkwasser gibt es lediglich in Ranfurly und Omakau.

Wer Zeit hat, sollte einen Abstecher nach Naseby unternehmen. Der kleine Goldgräberort mit zahlreichen schönen historischen Häusern liegt 14 Kilometer von Ranfurly entfernt auf 580 Meter Höhe, also 160 Meter oberhalb von Ranfurly. Ausserdem besteht die Möglichkeit, von Ranfurly über Naseby und Dansey's Pass nach Duntroon zum Alps 2 Ocean Cycle Trail zu kurbeln. Details zu dieser Alternative siehe unsere Radwegebeschreibung von Duntroon nach Ranfurly über Dansey's Pass. Der Alps 2 Ocean Cycle Trail ist Bestandteil unserer Route von Christchurch nach Dunedin.

Von Ranfurly führt die geteerte Ranfurly Naseby Road zu dem in einem Wald liegenden Ort. Es gibt einen Dairy (besser vorher in Ranfurly einkaufen), einen netten Campingplatz im lichten Lärchenwald, ein Café, mehrere Restaurants, Hotels und jede Menge B&B-Zimmer. Der Ort ist für seine vielen, für neuseeländische Verhältnisse alten, Häuser aus den Jahren um 1860 bekannt und wirkt auf uns wie die Kulisse eines Wildwestfilms.

Im großen Naseby Forest gibt es jede Menge Mountainbike-Strecken und gleich neben dem Campingplatz einen kleinen See zum Plantschen. Zurück muss nicht über Ranfurly gefahren werden, über die geschotterte Naseby Road und Naseby Link Road gelangt man zum SH85 und stößt nach wenigen Kilometern bei Wedderburn wieder auf den Bahnradweg.

Wer Naseby ausläßt radelt nördlich von Ranfurly durch eine große Ebene mit trockenem Weideland fast zehn Kilometer schnurgeradeaus in Richtung Norden. Das Tal ist weit, vereinzelt unterbrechen Pappeln und einsame Farmen das Patchworkmuster der grünen und gelben Weiden. Auch im Sommer sind die Gipfel der ockerfarbenen Berge manchmal schneebedeckt.

Nach einigen kleineren Kurven wird der State Highway 85 mit dem kleinen Ort Wedderburn erreicht. Hinter Wedderburn geht es noch fünf Kilometer mit 1 bis 2% aufwärts zum höchsten Punkt der Bahnstecke auf 622 Meter über dem Meeresspiegel.

Sogleich verlieren wir bei bis zu 2% Gefälle auf den nächsten 16 Kilometern fast 180 Höhenmeter. Der Rail Trail schwenkt nach Westen und wendet sich vom SH87 weg in das weite Idaburn Valley. Weit im Norden sehen wir die über 2000 Meter hohen Berge der Bathans Range. Spätestens ab dem Schwenk macht sich der vorherrschende Westwind so richtig unangenehm bemerkbar. In dem baumlosen Grasland gibt es außer uns Radlern keinen Widerstand für den Wind.

Otago Central Rail Trail
Bild: Otago Central Rail Trail mit Tunnel zwischen Ida Valley und Manuherikia Valley

Fast 20 Kilometer radeln wir durch das Ida Valley, dann taucht endlich eine Abwechslung auf, wir erreichen die Poolburn Gorge durch die wir hinüber in das Manuherikia Valley kurbeln. Nur 20 Höhenmeter steigt der Rail Trail kurz an, um den kleinen Höhenzug zwischen Ida Valley und Manuherikia Valley zu überwinden. In der engen, von steilen Felswänden begrenzten Schlucht wird die Bahnlinie durch eine größere Brücke und zwei Tunnel unterstützt. Tief unten im Tal fließt der Ida Burn und versorgt einen schmalen Streifen Bäume mit Wasser. Die Bäume bringen in die braunbeige Landschaft mit einem grünen Laubdach etwas Abwechslung. Wir queren noch den Manuherikia River und wenig später erreichen wir beim SH85 Lauder. Der Weiler besteht nur aus wenigen Häusern und einer ehemaligen Bahnstation.

Interessant ist die Raggody Range, die wir nun durchfahren. Es ist eine wilde Gegend, skurrile Felstürme sehen aus wie Burgen oder riesenhafte Tiere.

Nach weiteren sieben Kilometern berührt der Otago Central Rail Trail Omakau. In dem etwas größeren Ort gibt es einige Unterkünfte, einen Gemeinde-Campingplatz und einen Store.

Viele Reiseführer empfehlen einen Abstecher zum zwei Kilometer entfernten Goldgräerort Ophir. In dem kleinen Ort gibt es jede Menge historische Gebäude. Dem kulturverwöhnten Europäer fällt das für Neuseeland biblische Alter der Häuser von ca. 150 Jahren jedoch erst auf den zweiten oder dritten Blick auf. Wirklich sehenswert ist das kleine Postamt, das sogar noch in Betrieb ist. Unseres Erachtens lohnt der Umweg nicht so richtig.

Otago Central Rail Trail
Bild: Otago Central Rail Trail im Ida Valley
Poolburn Gorge
Bild: Poolburn Gorge zwischen Ida Valley u. Manuherikia Valley
Brücke über den Manuherikia River
Bild: Brücke über den Manuherikia River
Otago Central Rail Trail zwischen Omakau und Alexandra
Bild: Otago Central Rail Trail zwischen Omakau und Alexandra
Alexandra
Bild: Alexandra
Otago Central Rail Trail zwischen Alexandra und Clyde
Bild: Otago Central Rail Trail zwischen Alexandra und Clyde

Westlich von Omakau geht es mit 1% leicht aufwärts. Einige Hügel schieben sich hier zwischen Omakau und Alexandra, der Manuherikia River arbeitet sich etwas weiter südlich durch ein steiles Tal. Nach dem Anstieg in die Hügel senkt sich der Radweg in einem weiten nordwestlichen Bogen hinab zum Manuherikia River. Zweimal quert der Rail Trail in dem Bogen kurz hintereinander den SH85. Dann folgt eine letzte große Brücke über den Manuherikia River. Der Rail Trail kratzt an den steilen Hängen auf der Südseite des breiten Tales entlang. Schließlich geht es acht Kilometer überwiegend geradeaus und leicht abwärts nach Alexandra.

In dem großen Ort gibt es alle Versorgungsmöglichkeiten. Wer einkaufen möchte, muss den Bahnradweg verlassen und links vom Radweg zur Hauptstraße ins Zentrum kurbeln. Die beiden nicht schönen Campingplätze liegen unweit vom Radweg beim Ortseingang.

Zwischen Alexandra und Clyde folgt ein sieben Kilometer langer kerzengerader, ebener Abschnitt des Otago Central Rail Trail . Der Radweg führt uns am nordöstlichen Ortsrand vorbei in Richtung Nordwesten. Clyde ist nur neun Bahnradkilometer von Alexandra entfernt. Fast kann man über den Trail bis Clyde schauen. Kurz vor Clyde holpern wir über die letzte Brücke des Radweges. In Clyde endet der Otago Central Rail Trail bzw. für die hauptsächlich in Gegenrichtung radelnden Kiwis beginnt hier die Radtour.

Clyde bietet ein kleines historisches Zentrum mit einigen alten Häusern nicht weit vor der Staumauer des Lake Dunstan und ziemlich touristisch. Leider hat man bei vielen Häusern die schönen alten Bruchsteinmauern mit neuem Mörtel und schön gerade ausgerichteten Fugen verschlimmbessert. Im alten Zentrum tummeln sich einige Restaurants, Cafés und Kunstgewerbeläden. Zudem gibt es einen Campingplatz und einen Store.

Unterkünfte entlang der Route sind in der Streckenübersicht beschrieben.

Karte zur Radtour von Ranfurly nach Clyde
Bild: Karte zur Radtour über den Otago Central Rail Trail von Ranfurly nach Clyde
Höhenprofil zur Radtour von Ranfurly nach Clyde
Bild: Höhenprofil zur Radtour über den Otago Central Rail Trail von Ranfurly nach Clyde (—»)