Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

Auf dieser Seite:

Radweg Helsinki - Stockholm über die Turku-Schären und Ålandinseln


Abschnitt:

Von Kittuis nach Brändö

Kivimosund zwischen den Inseln Härlot und Lömsö, Finnland
Bild: Kivimosund zwischen den Inseln Härlot und Lömsö

Wir beschreiben auf dieser Seite einen 94 Kilometer (61 Kilometer ohne Fährstrecken) langen Abschnitt einer Radtour durch den Süden Finnlands von Kittuis durch die Turku-Schären nach Brändö auf den Ålandinseln. Dieser Abschnitt ist Teil des Radweges von Helsinki in Finnland über die Ålandinseln nach Stockholm in Schweden. Eine Übersicht zu allen Seiten des Radweges ist oben am Beginn dieser Seite dargestellt.

Radtour von Kittuis nach Brändö

Diese Etappe unserer Radtour geht ausschließlich über asphaltierte Wege.

Logo Radweg 1, FinnlandZunächst folgen wir weiter dem finnischen Radweg 30. Während der ersten 22 Kilometer dieser Radtour radeln wir über eine dicht bewaldete Inselkette. Sie besteht aus größeren und kleineren Inseln, die so dicht aneinander liegen, dass sie durch kleine Brücken und Kabelfähren verbunden werden. Zwischen 10 und 30 Metern Höhe bewegt sich in der Regel die Straße auf diesen Inseln.

Wer die gesamte Etappe von Kittuis nach Brändö an einem Tag radeln möchte, muss sich unbedingt vorher über die Fahrzeiten der Fähren informieren. Zeltmöglichkeiten gibt es nur in Kittuis und auf den Inseln Mossala und Brandö. Um mehrstündige Wartezeiten zu vermeiden, sollte man auch bei einer kürzeren Etappe vorab einen Blick in die Fahrpläne werfen. Auf dieser Strecke gibt es drei Fähren, die nur in mehrstündigem Abstand verkehren.

Ab Kittuis radeln wir auf der schmalen Straße 1800 in Richtung Westen. Bei Kilometer 7 wechselt die Straße auf die nur wenige Meter entfernte Insel Härlot und 700 Meter weiter biegt die Straße 1800 rechts zum Hauptort Houtskari ab. Wir bleiben auf dem Sträßchen in Richtung Norden und erreichen bei Kilometer 10,5 den Kivimosund, der mittels einer Kabelfähre überquert wird.

Kabelfähre, Turkuschären, Finnland
Bild: Kabelfähre

Wir radeln nun ufernah in östlicher Richtung über die schmale Insel Lömsö, wechseln bei Kilometer 16 auf die Insel Jäutmo und erreichen nach 2,5 Kilometern auf Jäutmo die nächste Kabelfähre. Sie fährt über den nur 500 Meter breiten Västerfjord zur Insel Mossala. Drei Kilometer radeln wir quer über die waldreiche Insel bis zur Anlegestelle der nächsten Fähre. Gleich neben der Fähranlegestelle liegt der weiträumige Campingplatz Skärgårdens Fritidscenter mit Hüttenvermietung.

Am Ende der Insel Mossala legt die recht teure Fähre Houtskari - Iniö ab. Sie verbindet die Insel Mossala mit der Insel Hinnskär. Für die 12 Kilometer lange Strecke benötigt das meist nur dreimal täglich fahrende Schiff eine Stunde. Wer auf dem Campingplatz Skärgårdens Fritidscenter übernachtet, kann gleich am nächsten Morgen die Frühfähre nehmen. Das Schiff tuckert gemächlich an kleinen, flachen Riffen und bewaldeten Inseln vorbei. Anfangs bietet sich eine Sicht zu weit entfernten Inseln, nach halber Strecke wird die Inseldichte wieder größer.

Wir legen in Dalen auf der Insel Hinnskär an. In einem vier Kilometer langen Bogen radeln wir über die Insel. Auf halber Strecke zur nächsten Fähre liegt der Ort Iniö mit einem sehenswerten kleinem Lebensmittelgeschäftchen ca. 200 Meter abseits der Hauptstraße.
Im "Landhandel" aus dem Jahr 1921 kann man auch guten selbstgebackenen Kuchen kaufen. Hinnskär ist recht dicht besiedelt. Die Straße schlängelt sich durch Wald und mit Feldern umgebenen Bauernhöfen.

Bei Kilometer 39 erreichen wir die Kabelfähre zur Insel Jumo. Im zentralen Inselort Jumo, der etwas abseits der Durchgangsstraße liegt, bietet Bergshagen B&B Zimmer an.

In Kannvik am nördlichen Inselende erreicht unser Radweg 30 in Kannvik die Fähre Iniö - Kustavi bzw. Kannvik - Heponiemi. Achtung, diese kostenlose Fährverbindung wird nur drei- bis viermal täglich bedient! Das Schiff fährt sechs Kilometer von Kannvik nach Heponiemi auf der Insel Leonsaari.

Drei Kilometer radeln wir ab Heponiemi auf der Straße 1922 nach Parattala, wo wir den Radweg 30 verlassen, der im Bogen zurück nach Naantali geht. Logo Radweg 32, FinnlandWir biegen am Abzweig nach links in ein Sträßchen ein und folgen nun dem Radweg 32 über die große Insel Leonsaari nach Norden durch Wald mit eingestreuten Feldern.

Bei Kilometer 51 zweigt ein Sträßchen zum nahen Meer ab. Dort bietet Peterzens Boathouse Zimmer in Hütten an. Zur Anlage gehört auch ein Restaurant.

Bei Kilometer 59 erreicht der Radweg 32 die breiter ausgebaute Straße 192. Die 192 ist die Hauptverbindung von Naantali und Turku zu den Ålandinseln. Dem entsprechend herrscht hier etwas mehr Verkehr. Nach nur 2 Kilometern auf der 192 erreichen wir den etwas größeren Ort Kustavi (Lebensmittelgeschäft).

Unser Kurbeln wird bei Kilometer 62 kurz von einer Kabelfähre unterbrochen. Sie bringt uns über einen 900 Meter breiten Fjord zur Insel Pieskäri. Auch Pieskäri ist rasch durchfahren, auf der Westseite der Insel endet die Straße in Vuosnainen am Fähranleger zur Fährstrecke Osnäs-Åva. In Vuosnainen bietet Vuosnaisten Meriasema Hütten an.

Die Fähre von Vuosnainen zur Insel Bolmö verkehrt je nach Wochentag nur 3- bis 5-mal täglich, eine entsprechende Vorplanung ist daher sinnvoll. Wir verlassen nun die Turku-Schären und befahren ab Bolmö die Ålandinseln. Auf der 11 Kilometer langen Überfahrt sehen wir nur im Norden einige Inseln, während im Süden die nächsten Inseln mindestens 5 Kilometer entfernt liegen. Wir fahren also schon fast übers offene Meer. Dem entsprechend groß ist die Fähre, muss sie doch auf dieser Strecke auch starken Winden trotzen können.

Mit Bolmö beginnt eine Inselkette, die sich in Nord-Südrichtung durch die Ostsee zieht. Wir hüpfen 23 Kilometer von Insel zu Insel ohne eine Fähre zu benötigen. Die kurzen Abstände zwischen den Inseln sind alle durch kleine Brücken geschlossen. Auf den größeren Inseln ist das Sträßchen bis zu 8 Kilometer lang und auf den kleinsten "Inseln" nur wenige Meter. Die Inselkette ist sehr flach, Steigungen gibt es kaum. Andauernd tauchen links und rechts der Straße Meeresarme auf, die eher wie kleine Seen wirken. Ein tolle Gegend auch für Kajakfahrer.

Die Strecke über die Inselkette von der Insel Bolmö bis zur Insel Kyrkholm ist wunderschön und bei gutem Wetter, wenn Himmel und Meer um die Wette leuchten, einfach ein Traum. Die nächste Fähre ab Kyrkholm (Torsholma - Lappo) ist hinsichtlich der Fahrzeiten auf die Fähre nach Bolmö (Osnäs - Åva) so abgestimmt, dass man mit dem Wagen die Strecke bequem fahren kann. Mit dem Rad müßte man sehr stramm in die Pedalen treten, um die nächste Fähre zu erreichen. Das wäre aber fast unverzeihlich, denn snseres Erachtens ist dies die schönste Strecke der gesamten Tour. Man sollte daher mindestens eine Übernachtung auf der Inselkette einplanen und nicht über die Inseln hetzen.

Nennenswerten Autoverkehr gibt es auf den Inseln nur dann, wenn eine Fähre in Bolmö oder bei Torsholma anlegt. Dann schiebt sich eine kleine Autokarawane über das schmale Sträßchen zur nächsten Fähre. Nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei und es herrscht wieder eine herrliche Ruhe.

Vom Fähranleger auf der Insel Bolmö geht es in einer Kurve überraschend zunächst mal ein wenig aufwärts und dann ziemlich mittig über die Insel nach Norden. Nach 3 Kilometern sind wir schon auf der nächsten Insel, Nottholm. Wer möchte, kann bei Kilometer 87 die Inselhauptstraße kurz verlassen und in einem Bogen durch den beschaulichen Weiler Åva radeln. Inmitten grüner Wiesen liegen hier einige Häuser und Bauernhöfe verstreut. Nach 1,5 Kilometern sind wir schon wieder auf der Hauptstraße. Kurz vor der Einfahrt in die Hauptstraße liegt links ein Kinderspielplatz mit Tischen und Bänken, der sich wunderbar für eine Pause eignet.

Nach kurzer Fahrt ist auch schon das Südende der Insel Nottholm erreicht. Wir hüpfen nun mittels schmaler Brücken über eine Reihe winziger Inselchen, wobei sich ein schöner Blick über die mit niedrigen Bäumchen bewachsenen, zwischen glatt geschliffenen Felsen liegenden Inseln und manchmal auch über größere Wasserflächen ergibt.

Björnholma ist die nächste, etwas größere Insel. Dort zweigt ein Sträßchen nach Westen ab. Wenn man dem Sträßchen über mehrere kleine Inseln zur etwas größeren Insel Korsö folgt, gelangt man zum ausgeschilderten "Fisketorpet". Dort kann man zelten und es werden Hütten vermietet. Zum Zeltplatz muss auf Korsö in einen ungeteerten Fahrweg nach Süden abgebogen werden. Den Campingplatz erreicht man nach 5,4 Kilometer Fahrt ab der Inselhauptstraße auf Björnholma. Der Platz liegt wunderschön unmittelbar am Ufer der Insel Korsö, die nächsten Inseln sind nur 150 Meter entfernt. Neben den zwischen Felsen verstreuten kleinen Zeltwiesen gibt es Hütten, zwei Saunen und ein unmittelbar am Meer liegender kleiner Aufenthaltsraum mit Küche. Hier sollte man unbedingt einen Tag verbringen!

Karte zur Radtour von Kittuis nach Brändö, Finnland
Bild: Karte zur Radtour von Kittuis nach Brändö
Fähranlegestelle Mossala, Finnland
Bild: Anlegestelle in Mossala der Fähre Houtskari - Iniö
Bauernhöfe auf der Insel Hinnskär, Finnland
Bild: Bauernhöfe auf der Insel Hinnskär
Überfahrt von Iniö nach Kustavi, Finnland
Bild: Fährstrecke Iniö - Kustavi
Fähre Onsäs-Åva, Finnland
Bild: Große Fähre Onsäs - Åva
Fähre Onsäs-Åva, Finnland
Bild: Hochbetrieb auf der Fähre Onsäs-Åva
Straße zur Insel Päholm, Finnland
Bild: Brücke zur Insel Pälholm
Clobbsands Camping, Finnland
Bild: Camping Fisketorpet auf Pälholm
Beim Clobbsands Camping auf der Insel Pälholm, Finnland
Bild: Beim Fisketorpet Camping auf der Insel Pälholm
Insel Norra Koholm, Finnland
Bild: Insel Norra Koholm

Vom Straßenabzweig zum Fisketorpet auf Björnholma bis zum Ort Brändö sind es nur 3 Kilometer. Zwischen den Inseln Björnholma und Brändö liegt auf einer winzigen Insel (Kilometer 92) Skärgårdshotell Gullvivan. Bei Kilometer 93 zweigt auf Brändö rechts ein Weg zum Brändö Camping (mit Hütten und Café) ab. Den Ort Brändö erreichen wir wenig später bei Kilometer 94. Rechts der Inselhauptstraße liegt an einer Stichstraße ein Supermarkt.

Höhenprofil der Radtour von Kittuis nach Brändö

Im Vergleich zu den Höhenprofilen der vorhergehenden Tourenabschnitte reduzieren sich die Höhendifferenzen von Kittuis nach Brändö spürbar. Die Straßen pendeln in der Hauptsache zwischen 10 und 20 Metern über dem Meeresspiegel. Es ist ein sehr ebener Abschnitt unserer Radtour.

Höhenprofil zur Radtour von Kittuis nach Brändö, Finnland
Bild: Höhenprofil zur Radtour von Kittuis nach Brändö (—»).